"Fruchtbare Diskussionen": IAEO ist mit Nordkorea einig über Yonbyon-Schließung

Reislieferung von Südkorea auf Weg ins Nachbarland Atomanlagen in Yongbyon sind noch in Betrieb

Atominspektoren der UNO haben mit Nordkorea eine Übereinkunft über die Schließung seiner umstrittenen Atomanlagen getroffen. Nach der Rückkehr aus Pjöngjang sprach der Delegationsleiter Heinonen von "fruchtbaren Diskussionen". Derzeit sei die Anlage in Yongbyon jedoch noch in Betrieb. Unterdessen nahm Südkorea erste Hilfslieferungen an den verarmten Norden auf.

Heinonens Delegation wollte zunächst informell die chinesische Regierung informieren und dann dem Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde IAEO in Wien Bericht erstatten. Der chinesische Außenminister Yang plant am Montag einen Besuch in Nordkorea.

Angesichts der vom stalinistisch geführten Nordkorea zugesagten Schließung seine Atomreaktors in Yongbyon hat Südkorea unterdessen eine Hilfslieferung Reis auf den Weg in das Nachbarland geschickt. Das erste Schiff mit 3.000 Tonnen Reis an Bord verließ den Hafen von Gunsan und sollte am Sonntag in der nordkoreanischen Hafenstadt Nampo eintreffen. Insgesamt hatte Südkorea im April 400.000 Tonnen Reis für den kommunistischen Norden zugesagt.

Die Atomanlagen in Yongbyon, 130 Kilometer von Pjöngjang entfernt, sind nach Angaben Heinonens noch in Betrieb. Er identifizierte fünf Einrichtungen, die nach der Vereinbarung vom Februar in den so genannte Sechs-Parteien-Gesprächen voraussichtlich geschlossen werden. Darunter sind eine Brennstäbe-Fabrik, ein radio-chemisches Labor, der Fünf-Megawatt-Reaktor und zwei im Bau befindliche Reaktoren.

Der Besuch der IAEA-Delegation war der erste seit mehr als fünf Jahren, nachdem Nordkorea die Inspektoren Ende 2002 ausgewiesen und sich vom Atomsperrvertrag zurückgezogen hatte. (apa)