Frischer Wind zwischen USA und Iran: Präsident Obama für Dialog "face to face"

Ahmadinejad fordert "gegenseitigen Respekt" PLUS: Obama richtet Abrüstungsangebot an Moskau

Frischer Wind zwischen USA und Iran: Präsident Obama für Dialog "face to face" © Bild: Reuters/Bourg

Die USA und der Iran wollen nach Jahren erbitterter Feindschaft offensichtlich einen Neuanfang wagen. Sowohl US-Präsident Barack Obama als auch der iranische Präsident Mahmud Ahmadinejad betonten ihre Bereitschaft, aufeinander zuzugehen. Obama bekräftigte in seiner ersten Pressekonferenz als neuer US-Präsident seine Bereitschaft zu einer diplomatischen Annäherung mit Teheran, die eine "Beziehung auf Grundlage gegenseitigen Respekts" zum Ziel haben könnte.

Er hoffe auf eine Atmosphäre, in der iranische und US-Diplomaten "in den kommenden Monaten von Angesicht zu Angesicht an einem Tisch sitzen" könnten, sagte der Präsident weiter. Die Führung in Teheran forderte Obama auf, "einige Signale auszusenden, dass sie einen neuen Ansatz will".

Jahrestag im Iran
Ahmadinejad antwortete bei den Feiern zum 30. Jahrestag der Islamischen Revolution vor hunderttausenden Menschen in Teheran, seine Regierung sei zu Gesprächen mit Washington bereit, wenn sie in einer "fairen Atmosphäre und in gegenseitigem Respekt" stattfänden. "Die Welt tritt ein in eine Ära des Dialogs und der Vernunft", sagte er, Obamas Regierung habe erklärt, dass sie eine Reihe von Änderungen bewirken wolle. Er hoffe, dass diese "grundlegend und nicht nur taktischer Natur" seien. Die Welt stehe am "Scheideweg, da es sich erwiesen hat, dass militärische Macht nicht erfolgreich ist", sagte er unter Anspielung auf die Krieg der USA im Irak und Afghanistan.

Abrüstungsangebot an Moskau
Obama schlug auf seiner Pressekonferenz auch Russland vor, gemeinsam eine Führungsrolle im Kampf gegen die Verbreitung von Atomwaffen zu übernehmen und Bewegung in die seit Jahren feststeckenden Bemühungen zur weltweiten nuklearen Abrüstung zu bringen. "Es ist wichtig, dass die USA und Russland hier in Führung gehen", sagte Obama. Dann wären die beiden Länder in einer besseren Position, auch bei anderen Ländern auf die Einhaltung internationaler Vereinbarungen zur Nichtverbreitung zu drängen. Dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew habe er bereits die Wiederaufnahme von Verhandlungen zur nuklearen Rüstungskontrolle vorgeschlagen, sagte Obama.

Von einer gemeinsamen Anstrengung mit Moskau erhoffe er sich eine Signalwirkung für die Welt, sagte Obama. Einen nuklearen Rüstungswettlauf in Krisenregionen wie dem Nahen Osten gelte es zu verhindern: "Wenn wir ein nukleares Wettrüsten in einer derart labilen Region wie dem Nahen Osten haben, wird jeder in Gefahr sein", sagte Obama.

(apa/red)