Friedensprozess stockt: Basken-Premier entschuldigt sich deshalb bei ETA-Opfern

Ibarretxe: "Es ist Zeit zu sagen, dass es uns leid tut"

Zwar ist der Friedensprozess im spanischen Baskenland ins Stocken geraten, doch hat der baskische Regierungschef Juan Jose Ibarretxe von der Baskischen Nationalistenpartei laut Medienberichten ein demonstratives Zeichen gesetzt. Der "Lehendakari" besuchte erstmals außerhalb des Baskenlandes eine Veranstaltung von Opfern des ETA-Terrors, um sich im Namen des baskischen Volkes zu entschuldigen.

"Es ist Zeit zu sagen, dass es uns leid tut", erklärte Ibarretxe demnach in der andalusischen Stadt Cordoba. Es gebe immer noch eine "unsichtbare Barriere" zwischen den Terroropfern und den Institutionen im Baskenland. "ETA hat den guten Namen eines friedlichen und arbeitsamen Volkes beschmutzt."

Die spanischen Bischöfe einigten sich unterdessen auf eine Erklärung, wonach "Kontakte mit der ETA nur dazu verwendet werden dürfen, zur Auflösung der Bande beizutragen." Mit Terroristen, die der Gewalt abschwören würden, sollte es jedoch Nachsicht geben, hieß es in einem Kommunique. Die katholische Kirche im Baskenland war jüngst durch Fernsehreportagen ins Zwielicht gekommen, in denen vereinzelten Priestern vorgeworfen wurde, Verbindungen zu zumindest ETA-nahen Kreisen zu pflegen.

Die ETA ("Euskadi Ta Askatasuna/Baskenland und Freiheit") hatte am 22. März einen Waffenstillstand verkündet, seither sind die angestrebten Verhandlungen über einen Friedensschluss wieder zunehmend festgefahren. Zuletzt war von "schweren Rückschritten" die Rede. Auch die öffentliche Gewalt durch jugendliche Randalierer hat sich wieder verschärft. Die Regierung des sozialistischen Ministerpräsidenten Zapatero in Madrid sieht sich zudem dem Druck der oppositionellen Volkspartei ausgesetzt, die "Verhandlungen mit Terroristen" strikt ablehnt. (apa)