Freude auf "Revival": Färöer ohne Furcht gegen Österreich in der WM-Qualifikation

"Glauben fest daran" - Rekordtorschütze verletzt

Freude auf "Revival": Färöer ohne Furcht gegen Österreich in der WM-Qualifikation © Bild: APA

Die Färöer gehen heute mit breiter Brust ins Fußball-WM-Qualifikationsspiel (Gruppe 7) gegen Österreich. Zwar haben die Färinger ihre vergangenen 21 Pflichtspiele allesamt verloren. "Wir glauben aber fest daran, dass wir gegen Österreich punkten können. So gehen wir in jedes Spiel", betonte Teamchef Jogvan Martin Olsen am Vortag des Duells in Torshavn.

Besondere Motivation sei gegen Österreich nicht vonnöten - immerhin hatten die Insel-Kicker 1990 in Landskrona (Schweden) gegen das ÖFB-Team den größten Erfolg ihrer Fußball-Historie (1:0) gefeiert. "Aber heute ist das nur noch Geschichte. Davon können wir uns nichts kaufen", betonte Olsen. "Wir sollten das Spiel vergessen und uns nur auf diese Aufgabe konzentrieren." Sie wird laut Olsen schwer genug.

"Die Österreicher haben eine sehr starke Mannschaft. Ihr Kapitän (Andreas Ivanschitz) ist ein sehr guter Spieler, dazu haben sie sehr große Stürmer. Wir können sie nur als Team stoppen", betonte Olsen, der einen Defensivwall aufziehen wird. Zu vier nominellen Verteidigern kommen zwei äußerst defensive Mittelfeldspieler. Solostürmer Andrew a Flötum spielt ebenfalls tief in der eigenen Hälfte.

Rekordtorschütze fehlt
Die Färöer müssen zwar weiterhin auf ihren an den Adduktoren verletzten Rekordtorschützen Rogvi Jacobsen (10 Tore in 49 Spielen) verzichten, dafür kehrt im Vergleich zum achtbaren 0:1 gegen Rumänien u.a. der zuletzt blessierte gewesene Silkeborg-Profi Christian Lamhauge Holst zurück. Insgesamt sechs Profi-Fußballer stehen im 20-Mann-Kader, alle anderen haben zusätzliche Jobs.

Kapitän Jakup Mikkelsen etwa ist Lehrer an einer Grundschule. Er unterrichtet Englisch, Dänisch und Sport. Abgesehen davon ist er Torhüter und damit Nachfolger des legendären Zipfelmützen-Goalies Jens Martin Knudsen, der als Co-Trainer im Betreuerstab steht. "Wir sind sehr gute Freunde. Ich habe sehr viel von ihm gelernt, er war ein großartiger Torhüter", sagte Mikkelsen.

Er selbst ist mit 38 Jahren und 59 Länderspielen der erfahrenste Färinger. Zehn Jahre hatte Mikkelsen in Dänemark, Norwegen und Schottland gespielt. "Der Unterschied ist noch immer sehr groß. Wir sind von der Qualität limitiert, aber wir können jederzeit ein gutes Resultat einfahren", warnte der Keeper. "Je länger wir kein Tor bekommen, desto mehr Druck lastet auf dem Gegner."

Letzter Erfolg bereits länger zurück
Der jüngste große Erfolg der Färöer liegt allerdings bereits sechs Jahre zurück, ein 2:2 gegen Schottland. Seither haben sie in allen Qualifikationen nur einen einzigen Punkt erobert - durch ein überraschendes 2:2 auf Zypern. Gewonnen haben die Färinger in ihrer Geschichte nur sieben Pflichtspiele - neben Österreich 1990 je zweimal gegen San Marino, Malta und Luxemburg.

Unter Teamchef Olsen gingen alle 18 bisherigen Partien verloren. Nach den Spielen gegen Österreich und am Mittwoch in Litauen nimmt der 47-Jährige seinen Hut, um in Kopenhagen die UEFA-Pro-Lizenz zu machen und sich als Clubtrainer zu versuchen. "Das ist auch für uns Spieler überraschend gekommen", gestand Mikkelsen. Olsen hatte seinen Abschied erst vergangene Woche angekündigt.

(apa/red)