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French Open:
Thiem und Melzer weiter

Melzer winkt in dritter Runde ein Duell mit Nadal - Haider-Maurer ausgeschieden

Dominic Thiem © Bild: REUTERS/Gonzalo Fuentes

Zwei von drei Österreichern haben am Pfingstmontag die erste Hürde bei den mit 28,028 Mio. Euro dotierten French Open genommen. Nach Dominic Thiem zog etwas überraschend auch Jürgen Melzer mit einem glatten Drei-Satz-Sieg über den als Nummer 30 gesetzten Franzosen Adrian Mannarino in die Runde der letzten 64 ein. Für Andreas Haider-Maurer kam gegen Diego Schwartzman (ARG) hingegen das Aus.

Nizza-Sieger Dominic Thiem setzte sich nach 3:22 Stunden gegen den Briten Aljaz Bedene in vier Sätzen mit 6:3,6:4,6:7(6),6:3 durch und steht damit wie im Vorjahr in der Runde der letzten 64. Er trifft nun am Mittwoch erstmals auf Pablo Cuevas (URU-21).

Den Druck, als frisch gebackener Turniersieger nicht gleich beim Major ausscheiden zu wollen, hat Thiem durchaus gespürt. "Auf jeden Fall. Es war das erste Mal für mich, dass ich nach einem Turniersieg zu einem anderen Turnier gereist bin. Das habe ich nur aus der Juniorenzeit gekannt, natürlich wollte ich gleich weitermachen", gestand Thiem. "Ich habe manchmal ganz gut gespielt heute, manchmal nicht so gut wie am Samstag, aber ich bin natürlich sehr froh, dass ich es gewonnen habe", atmete der Schützling von Günter Bresnik auf.

Jürgen Melzer zeigt alte Stärken

7:6(5),6:3,7:6(4) über die Nummer 32 der Welt - ein Ergebnis, das für den seit Freitag 34-jährigen Melzer nach einer alles andere als berauschenden Saison eigentlich nicht zu erwarten war. Doch auf dem Court 1, der "Stierkampf-Arena", in der er nach eigenen Aussagen 2010 gegen David Ferrer das beste Match seines Lebens gespielt hat, zeigte Melzer alte Stärken.

"Ich habe es geschafft, dass ich die Trainingsleistung ins Match gebracht habe. Vor allem hat mir getaugt, dass ich die wichtigen Punkte heute sehr, sehr gut gespielt habe", freute sich Melzer nach dem erfolgreichen Start seines insgesamt 51. Major-Turniers. "Der (Mannarino) ist sehr unangenehm zu spielen, weil du weißt nie, was kommt", erklärte Melzer zum Linkshänder-Duell. "Ich bin auch sehr froh, dass es in drei Sätzen durch ist."

Jürgen Melzer
© REUTERS/Vincent Kessler

Den nächsten Gegner muss Melzer grundsätzlich auch nicht fürchten. Wie gegen Mannarino hat er auch gegen den Russen Andrej Kusnezow (ATP-120.) noch nie gespielt. "Den muss man mit Vorsicht genießen, denn Spieler, die schneller spielen können als ich, mag ich nicht so gerne. Und er hat definitiv die Eigenschaft", wollte sich Melzer da vor dem erst für Donnerstag angesetzten Match keinesfalls in Sicherheit wiegen. Dennoch, es wäre für Melzer schon eine große Herausforderung, auch diese Hürde noch zu nehmen - in Runde drei könnte es zum Schlager mit dem neunfachen Champion Rafael Nadal kommen.

Andreas Haider-Maurer ausgeschieden

Weniger Grund zur Freude hatte der dritte Niederösterreicher im Bunde, Haider-Maurer. Der Zwettler, der schon vor dem Match großen Respekt vor seinem ersten Gegner gezeigt hatte, musste sich dem Südamerikaner Schwartzman nach 2:54 Stunden mit 3:6,7:5,3:6,6:7(5) geschlagen geben. Dabei hatte sich Haider-Maurer im vierten Satz nach einem 3:5 noch herangekämpft und war im Tiebreak nur zwei Punkte vom fünften Durchgang entfernt.

"Einen fünften Satz hätte ich mir gerne angeschaut nach dem, wie der vierte Satz verlaufen ist. Aber grundsätzlich war er über das ganze Match gesehen sicher heute besser", erklärte Haider-Maurer nach seinem Paris-Aus. Er habe schon davor gewusst, dass er gegen Schwartzman sein bestes Tennis würde zeigen müssen. "Das ist mir heute nicht wirklich gelungen, vor allem mit dem ersten Satz war ich gar nicht zufrieden. Es war halt schade, dass ich den vierten Satz nicht umgedreht habe."

Haider-Maurer bleibt noch in Paris für das Doppel mit Dustin Brown (GER), ehe er sich auf die Rasensaison vorbereitet. In der spielt der Weltranglisten-51. Stuttgart, Halle und Nottingham, ehe es zum nächsten Grand-Slam-Turnier nach Wimbledon geht.

Als Rückschlag wollte "AHM" das Aus nicht bezeichnen, nachdem er einen so tollen Saisonstart hingelegt hatte. "Ich kann nicht erwarten, dass das so weitergeht. Das Niveau ist einfach zu hoch. Ich komme nur noch weiter, wenn ich solche Niederlagen auch wegstecke", sagte der Niederösterreicher.

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