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French Open: Melzer geschlagen

Gegner Jo-Wilfried Tsonga erweist sich als zu stark - auch Meusburger und Paszek out

French Open: Melzer beim Händeschütteln mit Gegner Tsonga. © Bild: GEPA pictures/ Matthias Hauer

Für Österreichs am vierten Tag der mit 25,018 Mio. Euro dotierten French Open engagiertes Trio im Einzel war nichts zu holen. Jo-Wilfried Tsonga erwies sich am Mittwoch schlichtweg als zu stark für den bisher erfolgreichen Jürgen Melzer, auch Yvonne Meusburger musste sich Samantha Stosur beugen, und Tamira Paszek war gegen Dominika Cibulkova auch gehandicapt. Am Ende bilanzierten die drei mit Niederlagen ohne Satzgewinn.

Die schwierige Auslosung war auch auf dem Platz bemerkbar. Melzer war bei neuerlich sehr kühlen Bedingungen auf dem Court Philippe Chatrier in der zweiten Runde gegen Vorjahres-Halbfinalist Tsonga chancenlos. Der 33-jährige Niederösterreicher musste nach 1:47 Stunden zum Shakehands ans Netz, auf der Anzeigetafel war da ein 6:2,6:3,6:4-Sieg des Franzosen zu lesen. Es war die vierte Niederlage im vierten Duell mit dem Vorjahres-Halbfinalisten.

Melzer: "Hat mehr Power als ich"

"Es hat sich relativ früh herausgestellt, dass er ein bisschen mehr Power hat als ich. Ich habe nie das spielen können, was ich mir vorgenommen habe", gestand Melzer. Ihm habe die nötige Power gefehlt. "Dann bin ich hinterhergelaufen, seine Vorhand war so heavy. Er war mir zu mächtig, der war eine Klasse besser."

Doch der Weltranglisten-56., der nach sechsmonatiger Pause erst Mitte April wieder auf die Tour zurückgekehrt ist, nimmt durchaus Botschaften für seine weitere Karriere mit. "Es sind die Matches, die ich brauche, um wieder zu wissen, wo ich stehe. Das war heute relativ weit weg, aber genau das interessiert mich nach so einer langen Verletzungspause. Schaffe ich es noch einmal dorthin?" Er habe einige Dinge gesehen, die er verbessern müsse, vor allem müsse er selbst wieder mehr Power entwickeln. "Es passiert mir relativ selten, dass jemand so viel schneller spielt als ich."

Melzer ist noch im Doppel und Mixed in Paris, ehe es für ihn in die Rasensaison geht. Queens, Hertogenbosch und Wimbledon stehen auf dem Programm, für diese Turniere braucht er übrigens auch allesamt sein "protected ranking" nicht.

Meusburger zeigt sich über Niederlage enttäuscht

Für Yvonne Meusburger hat das Match gegen Stosur zu kurz gedauert - das 1:6,3:6 spiegelt die Steigerung im zweiten Durchgang nicht ganz wieder: "Im ersten Satz ist sie ein bisschen über mich gerollt. Im zweiten bin ich viel besser rein gekommen und habe mehr Druck gemacht, und dann habe ich leider die Chancen zum 4:4 nicht genützt", konstatierte die Vorarlbergerin. Meusburger, die sich innerhalb der Top 40 festgesetzt hat, war nicht zufrieden. "Ich bin schon enttäuscht. Mir fehlt jetzt einmal ein Sieg gegen so jemand Großen", sagte sie und fand eine mögliche Erklärung. "Es fehlt die Entschlossenheit noch ein bisschen."

Sie macht nach ihrem Doppel-Einsatz in Paris ein paar Tage Pause, ehe sie sich in Hertogenbosch für das dritte Major des Jahres in Wimbledon einschlägt.

Aus für Paszek

Auch für Paszek geht das Einzel nicht mehr in Paris, sondern schon in der Rasen-Saison weiter. Sie schien im Rückblick gegen die Australian-Open-Finalistin Dominika Cibulkova fast die beste Chance auf eine Überraschung zu haben. Doch Paszek zog sich im dritten Game beim Aufschlag eine Adduktorenverletzung im linken Oberschenkel zu, die mehrmals behandelt werden musste. Am Ende hieß es für die Qualifikantin nach vier Siegen 3:6,4:6.

"Trotzdem ich das ganze Match auf einem Bein gespielt habe, habe ich keine schlechte Partie geliefert", meinte Paszek. Sie hofft, dass es sich aufgrund der kühlen Temperaturen nur um eine Verhärtung handelt, betroffen ist offenbar der gleiche Bereich wie vor einem Jahr.

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