French Open von


Ferrer im Halbfinale

Franzose Jo-Wilfried Tsonga im Kampf um das Paris-Finale - Federer ausgeschieden

Ferrer im Halbfinale von PAris © Bild: Reuters/STEPHANE MAHE

Das Halbfinale der French Open geht erst zum zweiten Mal in den vergangenen neun Jahren ohne Tennis-Superstar Roger Federer über die Bühne. Der langjährige Weltranglisten-Erste musste sich am Dienstag im Viertelfinale der Überlegenheit von Jo-Wilfried Tsonga beugen. Der französische Lokalmatador siegte 7:5,6:3,6:3 und steht erstmals im Halbfinale. Dort trifft er auf den Spanier David Ferrer.

Federer war zuletzt 2010 in Paris im Viertelfinale gescheitert. Seinen einzigen Titel beim Grand-Slam-Turnier auf Sand hatte er im Jahr davor geholt. Im Gegensatz zu Ferrer ist auch Tsonga kein ausgewiesener Sandplatz-Spezialist. In seiner aktuellen Form ist dem 28-Jährigen aber alles zuzutrauen - sogar der erste Paris-Titel eines Franzosen seit Yannick Noah vor 30 Jahren.

"Es ist großartig, dass ich noch dabei bin", versicherte Tsonga. "Das Selbstvertrauen ist wichtig, ich will weiterhin im Turnier bleiben." Gegen Federer tat er es mit Bravour, dominierte mit einer starken Serviceleistung. Im Vorjahr hatte der Franzose im Viertelfinale gegen den topgesetzten Novak Djokovic noch vier Matchbälle ausgelassen. Diesmal nutzte er den zweiten. Federer hatte eine Rückhand ins Out gesetzt.

Frankreich träumt vom Heimsieg

Der Schweizer nennt zwar bereits 17 Grand-Slam-Titel sein Eigen, seit Winter 2010 hat er aber lediglich im Vorjahr in Wimbledon triumphiert. "Auch Roger hat gezeigt, dass er nicht schlecht in Form ist", lobte Tsonga den großen Federer - und erntete dafür besonders großen Beifall des Pariser Publikums. Sein Gegenüber hatte es sich allerdings mit ungewohnten Eigenfehlern selbst schwer gemacht.

Frankreich darf weiterhin vom ersten Grand-Slam-Titel im Herren-Tennis seit Noah 1983 träumen. Mit Ferrer baut sich aber der Geheimfavorit vor Tsonga auf. Der Spanier ließ seinem Landsmann Tommy Robredo mit 6:2,6:1,6:1 nicht den Funken einer Chance, hat im Turnierverlauf weiter keinen Satz abgegeben. Robredo stand nach einer langen Verletzungspause erstmals seit 2009 im Paris-Viertelfinale.

Er war der bessere Spieler, in allen Bereichen"

Ferrer war im Vorjahr in der Vorschlussrunde an Seriensieger Rafael Nadal gescheitert. Der spanische Topfavorit steuert seinerseits auf ein Halbfinal-Duell mit dem topgesetzten Serben Novak Djokovic zu. Nadal bekommt es am Mittwoch im Viertelfinale mit dem Schweizers Stanislas Wawrinka zu tun, der Weltranglisten-Erste Djokovic mit dem deutschen Sensations-Oldie Tommy Haas.

Roger Federer erkannte die Überlegenheit von Jo-Wilfried Tsonga nach seinem Viertelfinal-Aus bei den French Open neidlos an. "Er war der bessere Spieler als ich, in allen Bereichen", gestand der Schweizer. "Es ist traurig, so ein Match zu spielen. Es ist eine schwere Niederlage, aber ich schaue bereits wieder nach vorne." Zur Rasen-Saison, die ihn über Halle nach Wimbledon führt. Dort ist Rekordsieger Federer Titelverteidiger.

Topfavoritin Williams zitterte sich ins Paris-Halbfinale

Serena Williams steht erstmals seit zehn Jahren im Halbfinale der French Open. Die Nummer eins der Tennis-Welt musste nach zuvor vier klaren Siegen am Dienstag aber erstmals zittern. Die Topfavoritin rang im Viertelfinale in Paris die Russin Swetlana Kusnezowa mit 6:1,3:6,6:3 nieder. In der Vorschlussrunde trifft Williams am Donnerstag auf die italienische Vorjahresfinalistin Sara Errani.

Erst nach fast zwei Stunden war die Sache erledigt, Williams baute ihre persönliche Rekordserie auf 29 Siege in Folge aus. Ihren bisher einzigen Paris-Titel hat sie 2002 geholt, im Jahr darauf stand sie zuletzt im Halbfinale. "Ich bin sehr, sehr zufrieden. Ich denke, nun bin ich bereit für mehr", erklärte die 31-Jährige, die bereits 15 Grand-Slam-Turniersiege auf der Habenseite hat.

Scharpova am Mittwoch im Einsatz

Mit Errani wartet nun eine ausgewiesene Spezialistin auf sie. Die quirlige Italienerin besiegte die als Nummer vier gesetzte Polin Agnieszka Radwanska mit 6:4,7:6(6) - es war ihr erster Sieg über eine Top-5-Spielerin. Auch wenn Errani nie aufzugeben scheint, gegen Williams hat sie bisher alle fünf direkten Duelle verloren. Zuletzt vor wenigen Wochen im Semifinale von Madrid mit 5:7,2:6.

Die zweite Halbfinal-Paarung wird erst am Mittwoch ermittelt. Titelverteidigerin Maria Scharapowa bekommt es im Viertelfinale mit der Serbin Jelena Jankovic zu tun, Australian-Open-Siegerin Viktoria Asarenka mit Scharapowas russischer Landsfrau Maria Kirilenko.

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