French Open von

Djokovic steht im Finale gegen Nadal

Nach Sieg gegen Gulbis könnte der Serbe seine Grand-Slam-Titelsammlung vervollständigen

Djokovic © Bild: Reuters/Kessler

Nur ein Erfolg bei den French Open fehlt Novak Djokovic noch in seiner Titelsammlung, alle anderen Grand-Slam-Turniere hat der Serbe gewonnen. Am Sonntag bietet sich in Paris nach einem nicht immer überzeugenden Halbfinalsieg die zweite Chance. Im Endspiel trifft er auf Rafael Nadal (ESP-1). Djokovic gewann am Freitag gegen Ernests Gulbis (LAT-18) 6:3,6:3,3:6,6:3.

Als Djokovics Gegner hat Rafael Nadal zum neunten Mal das Finale der Tennis-French-Open erreicht. Der topgesetzte Spanier ließ dem Schotten Andy Murray am Freitag im Halbfinale keine Chance und gewann nach 1:40 Stunden klar 6:3,6:2,6:1. Im Finale strebt Nadal seinen neunten Titel in Paris an. Mit einem Turniersieg würde der Serbe Nadal auch wieder als Nummer 1 der Welt ablösen.

Djokovic könnte mit dem Triumph in Paris als insgesamt achter Spieler seinen Karriere-Grand-Slam komplettieren. Die French Open sind das einzige Turnier der Majors, das dem 27-jährigen Serben noch fehlt. Der zwei Jahre jüngere Gulbis, der vom Wiener Günter Bresnik betreut wird, stand erstmals in einem Major-Halbfinale. Er darf sich mit einem Preisgeld von 412.500 Euro und dem erstmaligen Einzug in die Top Ten trösten, Gulbis wird am Montag als Nummer 10 im ATP-Ranking aufscheinen.

Für Djokovic geht das Turnier noch weiter. Der Weltranglisten-Zweite steht damit zum zweiten Mal nach 2012 im Finale. Vor zwei Jahren war Djokovic dem achtfachen Paris-Champion Nadal unterlegen. Der 27-Jährige war schon viermal bei den Australian Open erfolgreich sowie 2011 in Wimbledon und bei den US Open. Sollte Nadal den Titel nicht neuerlich gewinnen, ist der von Boris Becker betreute Djokovic wieder Nummer eins der Welt.

Djokovic nicht ganz zufrieden

Djokovic wirkte nach dem Arbeitssieg über Gulbis nicht ganz zufrieden. "Die ersten beiden Sätze liefen sehr gut für mich, danach hat er weniger Fehler gemacht. Es war schwierig, die Konzentration hochzuhalten, weil die Bedingungen für ihn und mich schwierig waren. Ich bin zufrieden, dass ich mich für das Finale qualifiziert habe", sagte er. Im Endspiel ist auf jeden Fall eine Steigerung nötig.

Gulbis konnte bei seiner Major-Halbfinal-Premiere nicht an die jüngsten Leistungen bei seinen Siegen über den Schweizer Roger Federer und den Tschechen Tomas Berdych anknüpfen. Der fünfte Sieg von Djokovic über Gulbis im sechsten Vergleich war daher nicht gefährdet. Vor sechs Jahren hatte er an gleicher Stelle im Viertelfinale die Oberhand gegen den 25-Jährigen aus Riga behalten. Beide kennen sich schon seit Jugendzeiten vom gemeinsamen Training in der Münchner Tennis-Akademie des einstigen deutschen Davis-Cup-Kapitäns Niki Pilic.

Wenig Hochklassiges

Die Partie bot am bisher schönsten und wärmsten Turniertag zwei Sätze lang nur selten hochklassiges Tennis, weil vor allem der Weltranglisten-17. zu viele Fehler machte. Djokovic nutzte zudem seine Chancen besser und schaffte mit dem 3:2 im ersten Satz das erste Break. Im zweiten Durchgang schenkte ihm Gulbis bei eigenem Aufschlag mit vier Fehlern ohne Not eine entscheidende 5:3-Führung.

Das große Talent von Gulbis blitzte im dritten Satz auf. Der inzwischen als diszipliniert und trainingsfleißig geltende Balte schaffte das Break zum 5:3 und den Satzgewinn, fasste sich aber immer wieder verärgert mit der linken Hand an den Rücken. Djokovic zertrümmerte zum Unmut des Publikums seinen Schläger, weil er das Break im vierten Satz zum 2:0 sofort wieder einbüßte. Mit einem weiteren zum 5:3 war die Entscheidung dann aber gefallen.

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