French Open von

Jürgen Melzer gegen Igor Sijsling

Niederländer ist Nummer 68 der Welt. Tamira Paszek gegen Melanie Oudan (USA/80).

Jürgen Melzer beim Turnier in München © Bild: GEPA pictures/Pranter

Schon zum elften Mal spielt Jürgen Melzer im Hauptbewerb der French Open. Für den seit Mittwoch 32-jährigen Niederösterreicher, der die Setzung relativ knapp verpasst hat, gab es bei der Auslosung am Freitag zumindest kein großes Kaliber. Melzer trifft bei den am Sonntag beginnenden, mit 21,017 Mio. Euro dotierten French Open zum Auftakt in einem Davis-Cup-Test auf den Niederländer Igor Sijsling.

Gegen den Weltranglisten-68. hat Melzer zumindest theoretisch eine gute Chance, die zweite Runde zu erreichen. Die bisher einzige Begegnung mit dem 25-Jährigen hat Melzer allerdings heuer in Memphis in zwei Sätzen verloren.

Melzer saß zum Zeitpunkt der Auslosung auf dem Ergometer und erfuhr von der APA von seinem Gegner. Und musste zunächst lachen. Österreich trifft im Weltgruppen-Play-off im September in Groningen ja auf die Niederlande. "Als nicht gesetzter Spieler muss man nehmen, was man kriegt", sagte Melzer und spielte auf den aktuellen Lauf von Sijsling in Düsseldorf an, wo der Niederländer bereits im Halbfinale steht. "Er hat dort Kohlschreiber geschlagen. Aber trotzdem auf Sand ist das sicherlich eine lösbare Aufgabe", stellte Melzer fest. Immerhin hätte ihm als ungesetzten Spieler ja auch ein ganz Großer blühen können.

"Er hat einen sehr guten Aufschlag und auch ein super Spielverständnis und setzt seinen Slice ganz gut ein", analysierte der Weltranglisten-37. seinen ersten Gegner. Sijsling sei ein ziemlich kompletter Spieler, der aber auch noch das eine oder andere Auf und Ab habe.

Probleme auf Sand
Für Melzer lief es auf Sand bis auf das Achtelfinale in Monte Carlo zuletzt nicht nach Wunsch, wovon Erstrunden-Niederlagen in München, Madrid und Rom zeugen. "Klar waren die letzten Wochen alles andere als zufriedenstellend. Gegen Monfils und Nishikori waren die Leistungen nicht schlecht, gegen Anderson (in Rom, Anm.) war es schlecht", erklärte Melzer. "Es fehlt halt noch das Vertrauen auf Sand, die Rallyes gehen zu können, weniger Fehler zu machen, doch auch aggressiv zu spielen." Dies habe er versucht, sich in den letzten Tagen in Paris zu erarbeiten.

Prominenter Trainingspartner war da am Donnerstag der 17-fache Major-Sieger Roger Federer. "Wir haben gestern zwei Stunden miteinander trainiert. Es war eine sehr gute Einheit, aber Training und Match sind halt zwei verschiedene Paar Schuhe", berichtete Österreichs Nummer eins. Ein Training auf sehr hohem Niveau bringe ihn aber auch weiter.

Der Körper ist fit
Eine gute Nachricht ist auch der körperliche Zustand Melzers, der in den vergangenen zwei Jahren immer verletzt nach Paris kam. Gerade beim wohl anstrengendsten Grand Slam auf Sand spielt die Fitness noch eine größere Rolle. "Vom Körperlichen her fühle ich mich wohl, die letzten zwei Auftritte hier waren mit sehr vielen Schmerzen verbunden", erinnerte sich Melzer, der in der unteren Tableau-Hälfte spielt und im Falle eines Sieges entweder auf Tommy Robredo (ESP-32) oder Jürgen Zopp (EST) trifft. Sollte er erstmals seit seinem Semifinaleinzug 2010 wieder die dritte Runde erreichen, droht ihm Tomas Berdych (CZE-5).

An seinen größten Erfolg bei einem Major denkt Melzer natürlich gerade in Paris schon immer wieder zurück. "Klar, - der Roger und ich haben gestern auf dem (Court) Suzanne Lenglen trainiert - sind das schöne Erinnerungen." Auf jenem Platz, auf dem er einen 0:2-Rückstand gegen Novak Djokovic zum Sensationssieg und Halbfinaleinzug verwandelt hatte.

Melzer spielt auch an der Seine wieder mit dem Inder Leander Paes Doppel, sein Standardpartner und Freund Philipp Petzschner ist nach einer Verletzung noch nicht fit genug.

Paszek gegen Oudin
Die als Nummer 28 gesetzte Tamira Paszek eröffnet ihre sechsten French Open gegen die US-Amerikanerin Melanie Oudin. Für die 22-jährige Vorarlbergerin geht es zum dritten Mal gegen die aktuelle Nummer 80 der Welt, Paszek hat die bisherigen beiden Begegnungen gewonnen.

Doch Paszek blickt auf eine alles andere als erfreuliche Saison zurück: Nur ein einziger Sieg in zehn Turnieren spricht Bände. Im Vorjahr hatte Paszek einen ähnlich schwachen Saisonstart, schaffte dann aber mit dem Rasenturnier-Sieg in Eastbourne und dem Viertelfinale in Wimbledon eine nicht für möglich gehaltene Trendwende. Dank dieser Erfolge ist sie in diesem Jahr unter den Gesetzten, nun gilt es für Paszek, diesen Vorteil in Zählbares umzumünzen. Paris ist allerdings kein guter Boden für Paszek: Abgesehen von 2007 (2. Runde) musste sie sich 2008, 2009, 2011 und 2012 jeweils gleich zum Auftakt beugen (2010 nicht angetreten).

Scharapowa droht früh
Paszek ist ebenfalls in der unteren Tableau-Hälfte im Einsatz, gewinnt sie, spielt sie gegen Zheng Jie (CHN) oder Vesna Dolonc (SRB). Spätestens in Runde drei wäre Co-Favoritin und Titelverteidigerin Maria Scharapowa (RUS-2) eine wohl zu hohe Hürde.

Melzer bleibt der einzige ÖTV-Spieler im Herrenbewerb. Andreas Haider-Maurer verlor sein Drittrundenmatch in der Qualifikation gegen Pere Riba (ESP) mit 4:6,6:7(4). Am Nachmittag kämpfte noch Yvonne Meusburger um einen Platz im Feld der jeweils 128 Akteure.

Kommentare