"Freiheit der Kunst ist der Vorzug zu geben": Beleidigter Petzner vor Gericht abgeblitzt

BZÖ-Politiker klagte gegen das Buch "Weiße Nacht" Inhalt: Fiktives Liebesepos zweier Lebensmenschen<br>"Menschenwürde verletzt" - Petzner geht in Berufung

"Freiheit der Kunst ist der Vorzug zu geben": Beleidigter Petzner vor Gericht abgeblitzt © Bild: APA/Schlager

BZÖ-Generalsekretär Stefan Petzner ist mit seiner Klage gegen die "Weiße Nacht" des TV-Machers und Autors David Schalko abgeblitzt. Das im Vorjahr im Czernin-Verlag erschienene Buch habe den höchstpersönlichen Lebensbereich Petzners nicht verletzt, da es sich dabei um ein "fiktives Märchen" handle. "Der Freiheit der Kunst war der Vorzug zu geben", stellte Richterin Katja Bruzek fest.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Stefan Petzner, der auf die Entscheidung empört reagierte, meldete umgehend volle Berufung an.

Die Verhandlung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Richterin begründete dies mit der Erörterung des höchstpersönlichen Lebensbereichs des Klägers, was der Anwalt des Czernin-Verlags, Alfred Noll, nur unter Protest zur Kenntnis nahm: "Gerade ein solcher liegt hier nicht vor, weil es ja um den Protagonisten eines fiktiven Romans geht."

In diesem Fall hinter verschlossenen Türen zu verhandeln, sei "ein schwerer Verfahrensmangel" und "eine grobe Beeinträchtigung der Rechtsstaatlichkeit", gab Noll zu bedenken.

Über Delfine und "Flocke"
Die "Weiße Nacht" zeichnet das fiktive Liebesepos zweier Lebensmenschen nach, wobei sich Petzner, der das Buch "selbstverständlich gelesen hat", wie er erklärte, offenbar in einem Hauptdarsteller wiedererkannt hat. Die entsprechende Romanfigur trägt am linken Unterbauch eine Delfin-Tätowierung, liebt das Wort "Flocke" und schätzt die Farbe Türkis sehr.

Für Petzner stellt die "Weiße Nacht" eine öffentliche Bloßstellung seiner Person dar. Gemäß §7 Mediengesetz hatte er neben der Verurteilung des diese publizierenden Verlags auch eine finanzielle Entschädigung für die erlittene Kränkung beantragt.

Die Richterin wertete jedoch das Buch, das von "absurden Elementen" lebe, als "fantastische Erörterung". Der Inhalt des Romans sei "von der Realität abstrahiert". Der Autor setze sich mit den Stilmitteln der Fiktion "mit dem Phänomen eines kritiklosen Anschlusses an eine messianistische Führerfigur auseinander", begründete die Richterin ihren Freispruch.

"Menschenwürde klar verletzt"
Nach der Verhandlung beklagte Petzner vor zahlreichen Medienvertretern "eine sehr bedenkliche Entwicklung", wenn die Justiz unter Berufung auf die Freiheit der Kunst am Schalko-Buch keinen Anstoß nehme. "Die Menschenwürde ist in meinem Fall ganz klar verletzt. Ich verstehe nicht, dass man in Österreich einen Menschen mit einer Kampagne fertig machen kann, auch wenn er ein Politiker ist".

Keiner werde mehr in die Politik gehen, "wenn Politiker heute Freiwild sind", prophezeite der BZÖ-Generalsekretär. Eine abschließende "Wortspende" hatte Petzner auch für den - bei der Verhandlung ebenfalls anwesenden - Autor des inkriminierten Bandes übrig. "Herr Schalko sollte sich schämen, für das, was er aufführt", rief er diesem zu.

(apa/red)

Kommentare

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Was macht ein Petzner in der Politik? Die Frage stelle ich mir seit ich den Kasperl das erste mal
"wahrgenommen" habe. Der Steuerzahler blecht hier für
die one-man-solarium-show eines Selbstdarstellers.

Der hat mit Politik so viel zu tun wie ein wahrer Moslem
mit Schweinefleisch, nämlich gar nichts!

Klage, Berufung usw. was das alles kostet finanziert eh
alles der Steuerzahler. Diese Herren Politiker müßen
Zeit und Geld haben, dass sie ihre eigentlichen Aufgaben
gar nicht mehr erfüllen können.

Ich hab mich auch im Buch Conan wiedererkannt, aber
deswegen werde ich nicht klagen;)

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Re: Was macht ein Petzner in der Politik? Dieser Mensch wirkt Strohdumm. Allein die Aussage die er über Solarien getroffen hatte, zeigt, dass er keine Ahnung von irgendetwas hat. Er wird eben immer das Anhängsel von Haider bleiben und auch so gesehen werden. Denn als Politiker kann man ihn nicht ernst nehmen. Traurig traurig. Wo steuert dieses Land hin, wenn man zulässt, dass es Politiker wie ihn gibt.

Fasching ich dachte Fasching ist schon vorbei. Ha ha ha ha ha ha ha....

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