Frauentag von

Männer regieren die EU

In der Union gibt es nur vier Regierungschefinnen. Österreich hinkt nach.

EU-Gipfel in Brüssel im Dezember 2013. © Bild: APA/EPA/Thierry Roge

Die EU ist klare Männersache: Nur in vier der 28 Mitgliedsstaaten stehen Frauen an der Regierungsspitze, und zwar in Deutschland, Dänemark, Lettland und Slowenien. Der Frauenanteil in den Regierungen schwankt zwischen fünf Prozent in Griechenland und 54,2 in Schweden. Österreich liegt mit 28,6 leicht über dem EU-Durchschnitt von 27 Prozent. In keinem nationalen Parlament herrscht ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis.

Die Europäische Union hat sich 2013 auf 28 Mitgliedsstaaten vergrößert. Auf den Frauenanteil hatte dies laut einer Aufstellung von Werner Zögernitz, Leiter des Instituts für Parlamentarismus, keine Auswirkungen. Die markanteste Veränderung: Zum ersten Mal zählt die EU vier Regierungschefinnen. In den sieben Monarchien sind nach der Amtsübergabe in den Niederlanden nur noch zwei Frauen Staatsoberhäupter.

Die Zahl der Regierungsmitglieder (ohne Staatssekretäre bzw. Juniorminister) liegt zwischen elf in Ungarn und 24 in Schweden. Österreich zählt mit seinen 14 Regierungsmitgliedern (inklusive Bundeskanzler) zu den Ländern mit der geringsten Anzahl. Der Frauenanteil in den nationalen Regierungen schwankt zwischen fünf Prozent in Griechenland, wo unter den 20 Regierungsmitgliedern nur eine Frau ist, und 54,2 in Schweden. Ebenfalls hoch ist er etwa in Finnland oder Frankreich und aktuell auch in Italien mit jeweils rund 47 Prozent.

Österreich knapp über EU-Schnitt

In Österreich sind vier der 14 Regierungsmitglieder weiblich (28,6 Prozent), der EU-Durchschnitt beträgt 27 Prozent. Wenige Frauen in Regierungsämtern gibt es etwa in Estland (eine von 13; 7,7 Prozent), Ungarn (eine von elf; 9,1 Prozent) oder in Litauen und der Slowakei (je eine von 15; 6,7 Prozent). In der deutschen Regierung sitzen sechs Frauen (37,5 Prozent). Im jungen EU-Land Kroatien sind es vier Frauen von 21 Regierungsmitgliedern (19,1 Prozent).

In keinem nationalen Parlament herrscht ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis. Durchschnittlich beläuft sich der Frauenanteil auf 27 Prozent. 40 Prozent und mehr haben Schweden (44 Prozent), Finnland (43 Prozent), Spanien und Belgien (je 40 Prozent). Österreich liegt mit knapp einem Drittel (32 Prozent aktuell) noch über dem Durchschnitt. Sehr wenige Frauen finden sich in den Parlamenten Ungarns (neun Prozent) sowie Malta, Zypern und Rumänien (je 14 Prozent). Im Deutschen Bundestag sitzen 36 Prozent Frauen, in Frankreich sind 26 Prozent der Abgeordneten weiblich.

Ähnliches Bild im Europäischen Parlament

Im Europäischen Parlament - dessen Zusammensetzung am 25. Mai neu gewählt wird - beläuft sich der Frauenanteil auf 36 Prozent. An der Spitze liegen hier die Finnen mit 62 Prozent, Estland, Kroatien, Malta und Slowenien mit je 50 Prozent sowie Dänemark, Frankreich und die Niederlande mit je 46 Prozent. Unter den österreichischen Mandataren sind 32 Prozent weiblich. Das Schlusslicht bildet Luxemburg mit 17 Prozent.

Auf regionaler Ebene beläuft sich der Anteil von Frauen in Landesregierungen auf zwölf Prozent. In Österreich steht seit dem Wechsel in Salzburg keine Frau mehr an der Spitze einer Landesregierung. Und auch auf Kommunalebene sind Frauen in der Minderheit. Durchschnittlich sind 14 Prozent der Ortschefs Frauen. 31 Prozent Bürgermeisterinnen gibt es in Schweden, 24 Prozent in Lettland. In Österreich sind es nur 5,6 Prozent, in Griechenland zwei Prozent und in Zypern gibt es überhaupt keine Ortschefin.

Kommentare

Wir Frauen sind nun mal "dass" Wunder der Natur !!

Warum nur Frauen? Auch die Migranten sind dort schlecht vertreten, auch Kinder und Religionsvertreter, Behinderte, Arbeitslose, Manager....

derpradler

Die EU ist eine Kapitalistenvereinigung, da ist es egal ob Männlein oder Weiblein.

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