Leben von

Die Menstruations-Revolution

Die Menschen brechen mit einem Tabu und sogar Donald Trump muss Blut lecken

Bloody Hell © Bild: Bloody Hell

Donald Trump, seines Zeichens Möchtegern-US-Präsident (böse Zungen nennen ihn auch den Mörtel of America) hat sich in Sachen "Periodenschämen" letztens wieder einmal selbst übertroffen: Als er sich in einer TV-Debatte unangenehmen Fragen der Fox-Moderatorin Megyn Kelly stellen musste, kommentierte der Mann mit der unverkennbaren Föhnfrisur: "Es kam Blut aus ihren Augen, Blut aus woher auch immer."

Dass Trump damit auf Menstruationsblutungen anspielte war klar, auch wenn Trump dies im Nachhinein verneinte und behauptete, er hätte auf Nasenbluten angespielt. Der ganzen Problematik des "Periodenschämens" setzte er noch ein Krönchen auf, als er hinzufügte: Wer was anderes behauptete, wäre "pervers". Auf Twitter reagierte die Community mit dem Hashtag #PeriodsAreNotAnInsult (Dt.: Die Periode ist keine Beleidigung) und auf Buzzfeed gab es eine Story mit dem Titel "17 Momente, in denen Donald Trump TOTAL seine Tage hatte" (übers.)

Donald Trump
© 2015 Getty Images7Bill Pugliano Donald Trump

Eine Frage der Diskretion

Der Punkt ist, dass es als bestenfalls als abnorm und im schlechtesten Fall als widerlich empfunden wird, über die Periode zu sprechen, sie zu beschreiben, oder gar über sie nachzudenken. Dazu kommt das soziale Stigma, es sei etwas "Schmutziges", mache Frauen verrückt und müsse "diskret" behandelt werden. Wir leben in einer Zeit, in der eine Frau, die an einem Marathon teilnimmt und ihre Periode frei laufen lässt, also kein Tampon trägt, wie es Kiran Gandhi vor wenigen Monaten getan hat, als radikaler Akt gilt. Was es auch ist, wenn man bedenkt, dass wir in einer Welt leben, in der nur 12 Prozent der Mädchen und Frauen Zugang zu sicheren, qualitativ hochwertigen Hygieneartikeln haben.

London Marathon - Protestaktion
© Kiran Gandhi Kiran Gandhi lief einen Marathon ohne Tampon

Lucy Russell, eine englische Frauenrechtlerin für Plan UK, deren Bewegung #JustATampon Frauen dazu ermutigt, Selfies mit Tampons zu posten, meint dazu: "Was praktisch nie zur Sprache kommt, ist das der schlechte Zugang zu menstrualer Gesundheit eine ungemeine Diskriminierung von Frauen und Mädchen darstellt. In Afrika verpasst eines von zehn Mädchen die Schule, weil sie schlecht aufgeklärt sind und nicht passend ausgerüstet sind. Der Dominoeffekt dieses Stigmas ist enorm. Es geht nicht um ein kleines, privates Thema."

»Der Dominoeffekt dieses Stigmas ist enorm.«

"Trump wird Blut lecken"

"Regelblutungen werden mit Scham verbunden, um Frauen auszugrenzen," sagt Soofiya Andry, eine 23-jährige Designerin, die mittels Crowdfunding ein Journal auf die Beine gestellt hat, bei dem sich alles um die Menstruation dreht und um die Art, wie über sie gesprochen wird. "Ich sollte Donald Trump eine Ausgabe davon schicken," sagt Andry dem Guardian, "er wird Blut lecken und es wird ihm gefallen. Außerdem kann er noch was lernen."

Bloody Hell
© Bloody Hell Ein Bild aus der Broschüre "Bloody Hell"

Bitte kein Tabu mehr

Als die Künstlerin Rudi Kaur ein Bild von ihr selbst auf Instagram postete, auf dem sie auf ihrem Bett liegt und ein Blutfleck zwischen ihren Beinen zu erkennen war - was den meisten Frauen schon einmal passiert ist - wurde das Bild zuerst zensiert und erst nach einer Diskussion wieder online gestellt. Im Jänner erklärte die britische Tennisspielerin Heather Watson, sie sei "wegen einer Mädchensache" aus der Australien Open ausgeschieden. Ruth Holdaway von der Organisation "Woman in Sport" meint: "Es ist wichtig, dass man im Sport sensibler mit dem weiblichen Zyklus umgeht, gleichzeitig sollte er nicht als Barriere fungieren."

Die britische Standup-Comedian Tiff Stevenson hat auch etwas dazu zu sagen: "Wir haben schon so oft gehört: 'Alles worüber die reden, ist ihre Periode:' Als Reaktion hat plötzlich niemand mehr darüber gesprochen oder sich öffentlich dazu bekannt. Jetzt ist es wieder an der Zeit." Warum jetzt? "Wir haben, denke ich, kollektiv begriffen, dass es nicht okay ist, dass uns eingetrichtert wird, sich dafür zu schämen und still zu sein. Warum sagt man uns, dass wir nicht über etwas reden können, dass uns Monat für Monat passiert?"

Ein von Rupi Kaur (@rupikaur_) gepostetes Foto am

Linktipp

Witzig und gut: Die Spotify-Regel-Playlist .

Kommentare

Was für ein Schwachsinn! Nach Genderwahn kommt nun noch Menstruationswahn oder wie? Ist das ekelhaft. Darf ich jetzt auch wenn ich Durchfall habe, das allen zeigen und meine angesch... Hose einfach anlassen?

simm1111

Haben wir wirklich auf der Welt keine anderen Probleme als wenn eine mit einer blutigen Hose herumläuft??

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