Frauenquote für FIFA-Exekutiv-Komitee:
Präsident Blatter im Intensiv-Wahlkampf

Überraschung auch mit offensiver Außendarstellung Chancen für Herausforderer bin Hammam schlecht

Frauenquote für FIFA-Exekutiv-Komitee:
Präsident Blatter im Intensiv-Wahlkampf © Bild: Reuters/Ulate

Joseph Blatter wirbt für eine Frauenquote im Exekutivkomitee, die Aufwertung der Ethikkommission und eine offensivere Außendarstellung der FIFA. Durchwegs Anliegen, für die der mächtige FIFA-Alleinherrscher bis dato nicht unbedingt bekannt war. Die Exekutive sei "ein Macho-Gebilde mit 24 Mitgliedern", überraschte Blatter in einem Interview der Nachrichtenagentur dpa weiter. "Wir sollten eine Frauenquote fördern und auf 25 erhöhen." Im Fall seiner Wiederwahl am 1. Juni kündigte der 75-Jährige an: "Wir müssen professioneller arbeiten."

Dem Duell mit seinem Herausforderer Mohamed bin Hammam sieht Blatter optimistisch entgegen. "Ich kann die Wahl nicht verlieren", sagte er. Tatsächlich scheint sich der Schweizer allem Anschein nach auf eine vierte und letzte Amtszeit einstellen zu können.

Denn ungeachtet der jüngsten Korruptionsvorwürfe gegen hochrangige FIFA-Funktionäre signalisierte nun auch der afrikanische Kontinentalverband CAF seine Zustimmung für Blatter. Die CAF-Exekutive entschied in einer geheimen Abstimmung, Blatter beim Kongress in Zürich mehrheitlich zu unterstützen. Bei der Wahl sind 53 CAF-Mitglieder stimmberechtigt. Zuvor hatte sich auch die Europäische Fußball-Union UEFA für Blatter ausgesprochen und ihre 53 Mitglieder gebeten, für den FIFA-Boss zu votieren.

Die Fußballwelt kippt in Richtung Blatter
Auch die zehn Stimmen des südamerikanischen Verbands CONMEBOL sind dem 75-Jährigen bereits sicher. Zudem kündigte der Chef des Ozeanien-Verbands, David Chung, Unterstützung für Blatter an. Offen ist weiter das Abstimmungsverhalten der 35 CONCACAF-Mitglieder aus Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik. Deren Präsident Jack Warner wollte sich noch nicht öffentlich festlegen - es wird allerdings mit einer Abstimmung im Block pro Blatter gerechnet. Aus Asien wiederum wird der Katarer Bin Hammam mehr Stimmen erhalten.

Mit Blick auf die aktuellen Korruptionsvorwürfe gegen FIFA-Offizielle im Rahmen der WM-Vergaben für 2018 und 2022 kündigte Blatter für den Fall seiner Wiederwahl an: "Die Zero-Toleranz wird angewendet." Dazu müssten die bereits existierenden Rechtsorgane verstärkt werden. Die FIFA müsse "die Instrumente, die wir bereits besitzen, effizienter einsetzen und ausbauen. Die Ethikkommission muss einen anderen Stellenwert erhalten", erklärte Blatter.

(apa/red)

Kommentare

Stadien nach Frauen benennen ... ja, und angeblich soll auch das Sankt Hanappi nach einer Frau benannt werden - Vorschlag: "Dem Hans Krankl seiner Frau ihr Stadion"
Geht\'s noch, Herr Blatter?

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