Frauen schätzen Sicherheit von Verhütungs- methoden nicht immer richtig ein

Frauen schätzen Sicherheit von Verhütungs- methoden nicht immer richtig ein

Fast alle Frauen halten sich beim Thema Verhütung für gut bzw. sehr gut informiert.* Laut einer aktuellen Umfrage des Instituts MKM unter 500 hormonell verhütenden Frauen zwischen 15 und 45 Jahren weiß jedoch fast ein Drittel (32 Prozent) der Befragten nicht, wie ihre Verhütungsmethode wirkt. Mehr als drei Viertel der Frauen (75,6 Prozent) können zudem nicht sagen, welche Hormone ihr Verhütungsmittel enthält. Die Umfrage im Auftrag von Essex Pharma zeigt außerdem, dass die Sicherheit der einzelnen Methoden teilweise falsch eingeschätzt wird.

Vage Ahnung bei Wirkungsweise
Zwar geben 68 Prozent der Frauen an, zu wissen wie ihr Verhütungsmittel wirkt, so genau weiß frau aber doch nicht Bescheid: Mit 48 Prozent können die meisten nur vage angeben, dass Hormone am Werk sind und der Hormonhaushalt verändert wird. Immerhin 38,5 Prozent sagen, dass der Eisprung gehemmt wird und kennen somit den Hauptmechanismus vieler Verhütungsmittel. Aber eben nicht jedes. So glauben z. B. über 42 Prozent der Anwenderinnen der herkömmlichen Minipille, dass diese den Eisprung hemmt. Dies tut sie allerdings nur sehr unzuverlässig** - anders als die neuere östrogenfreie Pille. Deshalb bietet diese auch einen höheren Empfängnisschutz (PI*** 0,14) im Vergleich zur herkömmlichen Minipille (PI 0,5-3) sowie größere Flexibilität bei der Einnahme.****

Methoden oft sicherer als frau glaubt
Die gute Nachricht: Keine Methode wird sicherer eingeschätzt als sie wirklich ist. Umgekehrt werden aber einige Methoden in Sachen Sicherheit unterschätzt. So wird der Verhütungsring auf einer Skala von null bis vier von den Frauen durchschnittlich nur mit 2,4 bewertet. Tatsächlich ist er aber so sicher wie die klassische Pille, wirkt auch wie diese, muss aber nur einmal im Monat angewendet werden. Ebenfalls unterbewertet wird das Verhütungsstäbchen: Das streichholzgroße Implantat zählt mit einem sehr niedrigen Pearl Index zu den sichersten Methoden und wirkt über drei Jahre. Auch das Verhütungspflaster bietet eine höhere Zuverlässigkeit als von vielen Frauen angenommen. Eher skeptisch sind die Befragten gegenüber chemischen und natürlichen Verhütungsmethoden.

* Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA):
Verhütungsverhalten Erwachsener, Ergebnisse der
Repräsentativbefragung 2007: 66 Prozent: sehr gut, 32 Prozent:
gut

** Herkömmliche Minipillen wirken v.a. über die Verdichtung des
Zervixschleims und einem verminderten Aufbau der
Gebärmutterschleimhaut, so dass sich eine Eizelle nur schwer
einnisten kann.

*** PI = Pearl Index, bestimmt die Sicherheit einer Methode bei
korrekter Anwendung. Je kleiner der PI, desto sicherer die
Methode. Ein PI von 1 oder kleiner gilt als sicher.

**** Die östrogenfreie Pille kann, wie die klassische Kombi-Pille,
bis zu zwölf Stunden verspätet eingenommen werden, wenn sie
gelegentlich einmal vergessen wurde.

Quelle: Redaktion/essex