Frauen misshandelt und zur Prostitution gezwungen: Menschenhändler verhaftet

Erfolg für Rotlichtfahnder in Tirol und Burgenland Opfer aus Rumänien, jüngste war erst 16 Jahre alt

Rotlichtfahnder in Oberösterreich, in Tirol und im Burgenland haben in Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt (BK) und rumänischen Behörden einen Menschenhändlerring zerschlagen, der mindestens 30 junge Rumäninnen durch Schläge und sexuelle Gewalt zur Prostitution in Österreich gezwungen hat. Das jüngste Mädchen war erst 16 Jahre alt.

"Wir gehen davon aus, dass noch weit mehr Mädchen Opfer des Menschenhändlerrings geworden sind", sagte Oberst Gerhard Joszt vom Bundeskriminalamt. Die Organisation - als Kopf gilt der 53-jährige Rumäne Filip G. - war im Sommer ins Visier der Ermittler geraten, nachdem sich bei einer Kontrolle Prostituierte mit ungarischen Reisepässen ausgewiesen hatten, jedoch nicht ungarisch sprachen. Die Dokumente erwiese sich als verfälscht.

G. und zwei Mitglieder der Organisation wurden in der Nacht auf 26. Februar in der Region Timisoara verhaftet. Im Burgenland, in Tirol und in Oberösterreich wurden sechs Bordelle durchsucht, wobei die Polizei weitere Opfer fand. Die Ermittler stellten auch Unterlagen sicher, deren Auswertung noch nicht abgeschlossen sind. Die Bordellbetreiber wurden angezeigt.

Der mutmaßliche Bandenchef hatte erst Tag vor seiner Verhaftung von einem Rumänen dessen zwei minderjährige Töchter "übernommen" - inklusive Vollmacht, die ihm die "Verfügungsgewalt" über die beiden Mädchen sicherte. Gegen den 53-Jährigen war in Österreich bereits wegen Menschenhandels, Einbruchsdiebstahls und Kfz-Verschiebung ermittelt worden. (apa/red)