Frauen sind weniger an Politik interessiert:
Unterschied zu Männern wird aber geringer

39 Prozent der Frauen zu 59 Prozent der Männer Frauen besitzen zum Teil "andere politische Agenda"

Frauen sind weniger an Politik interessiert:
Unterschied zu Männern wird aber geringer

Auch 90 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland ist Politik für Frauen noch erheblich seltener ein Thema als für Männer. "Auch heute interessieren sich nur 39 Prozent der Frauen für Politik, dagegen 59 Prozent der Männer", sagte die Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie in Allensbach, Renate Köcher, der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Heute ist es genau neunzig Jahre her, dass Frauen zum ersten Mal in Deutschland wählen durften.

Der Unterschied sei zwar nicht mehr ganz so stark wie in den 50er-und 60er-Jahren, als das politische Interesse der weiblichen Bevölkerung 35 Prozentpunkte unter dem der Männer gelegen sei, sagte Köcher. Mehr politisches Engagement von Frauen sei aber wünschenswert.

"Angesichts der Bedeutung politischer Entscheidungen und auch angesichts der Überzeugung der Mehrheit der weiblichen Bevölkerung, dass die Anliegen von Frauen durch Politikerinnen besser vertreten werden, wäre es auf alle Fälle wünschenswert, dass sich Frauen mehr für Politik interessieren und engagieren", sagte die Allensbach-Chefin.

Das mangelnde Interesse sei auch deshalb zu bedauern, weil Männer und Frauen zum Teil eine "andere politische Agenda" besäßen: "So sind Frauen alle Ziele, die mit Familienpolitik, Jugendschutz, Vereinbarkeit Familie und Beruf zu tun haben, aber auch Themen wie Klimaschutz überdurchschnittlich wichtig", sagte Köcher.

Allerdings sinke unabhängig vom Geschlecht bei den Jüngeren generell das Interesse für Politik und allen gesellschaftlichen Themen. "Angesichts der Fülle der Unterhaltungsangebote erscheint Vielen nüchterne Information und speziell auch Politik langweilig", vermutet die Allensbach-Direktorin.
(apa/red)