Frauen verdienen viel weniger als Männer: Einkommensschere auch bei Vollzeitjobs

Verdienen nur 78 Prozent des Männer-Einkommens Unterschiede in allen Beschäftigungsgruppen

Frauen verdienen viel weniger als Männer: Einkommensschere auch bei Vollzeitjobs

Frauen verdienen in Österreich weniger als Männer und das nicht nur weil sie häufiger in Teilzeitjobs beschäftigt sind. Vergleicht man die Bruttoeinkommen ganzjährig Vollzeitbeschäftigter, gibt es starke Differenzen zwischen den Geschlechtern. Vollbeschäftigte Frauen haben laut Statistik Austria 2005 im Schnitt nur 78 Prozent des Männer-Einkommens verdient (Frauen 25.836 Euro, Männer 33.042).

Zum Vergleich: bei der Berücksichtigung aller Beschäftigungsverhältnisse - also auch der Teilzeitjobs - liegt dieser Wert bei 60 Prozent (Frauen 15.877 Euro, Männer 26.630). Die Einkommensunterschiede in vielen Statistiken lassen sich unter anderem darauf zurückführen, dass Frauen öfter in Teilzeitjobs beschäftigt sind und häufiger der "unbezahlten" Arbeit der Kinderbetreuung nach gehen. Wenn man diesen Effekt "statistisch bereinigt" und man nur die Vollzeitbeschäftigten berücksichtigt, verringert sich zwar die Differenz, sie bleibt aber trotzdem bestehen.

Betroffen sind alle Beschäftigungsgruppen. In der Privatwirtschaft sind die größten Einkommensunterschiede zu konstatieren. Unter Arbeiterinnen erzielen vollbeschäftigte Frauen 68 Prozent der Männereinkommen, bei den Angestellten kommen sie auf 65 Prozent. Geringe Differenzen gibt es im öffentlichen Dienst: Weibliche Vertragsbedienstete in Vollzeitbeschäftigungsverhältnissen erzielen ein Medianeinkommen in der Höhe von 90 Prozent des mittleren Männereinkommens, bei den Beamtinnen sind es 97 Prozent. Bei den Lehrlingen kommen Frauen wiederum nur auf 80 Prozent des Einkommens von Männern.

Laut Arbeiterkammer ist die Einkommensschere auch bei Vollzeitarbeitenden darauf zurückzuführen, dass Frauen "durch alle Branchen hindurch Tätigkeiten nach gehen, die schlechter entlohnt werden". Außerdem stehen Frauen schneller bei ihrer Karriere an, hieß es. (apa/red)