Frauen verdienen in EU um 15% weniger: Kommission fordert bessere Bedingungen!

Berufstätige Mütter vermehrt unterstützt werden! Österreich: Zahl der weiblichen Führungskräfte sinkt!

Frauen verdienen in EU um 15% weniger: Kommission fordert bessere Bedingungen!

Aus Sicht der EU-Kommission ist das "eine Verschwendung von Ressourcen und Kompetenzen". Noch heuer will die Kommission daher Ideen präsentieren, wie die geschlechterspezifische Gehaltsschere in Europa endlich geschlossen werden könnte, kündigten Experten der Brüsseler Behörde am Mittwoch im Vorfeld des Weltfrauentages an.

Teilzeitarbeit leider oft Frauensache
Die Ergebnisse eines aktuellen Berichts der EU-Kommission zur Gleichstellung von Männern und Frauen verdeutlichen das bekannte Problem: Trotz Verbesserungen in den vergangenen Jahren lag ihre Beschäftigungsquote der Frauen 2005 mit 56,3 Prozent um rund 15 Prozentpunkte unter der der Männern von 71,3 Prozent. Ein guter Teil der zusätzlichen Jobs wurde allerdings in typischen Frauenberufen wie etwa dem Gesundheitssektor schaffen, die traditionell schlechter bezahlt sind. Damit nicht genug arbeiten rund ein Drittel der weiblichen Beschäftigten Teilzeit, während es bei den Männern nur knapp 8 Prozent sind.

Außerdem liegt die Beschäftigungsquote von Frauen im Alter von 25 und 49 Jahren wenn sei Kinder haben um 15 Prozentpunkte niedriger, als wenn sei keine haben. Bei Männern beträgt die Differenz dagegen nur rund 6 Prozent. Österreich liegt hier- bei höheren weiblichen Beschäftigungsraten - ungefähr im EU-Schnitt; deutlich weniger wirken sich Kinder auf das Arbeitsleben der Frauen in Belgien aus, deutlich stärker in Deutschland.

Zu wenig weibliche Führungskräfte
Auch in den oberen Etagen der Unternehmen hat sich der Anteil der Frauen in Führungspositionen in den vergangenen Jahren kaum vergrößert. 2005 waren im Schnitt 32,2 Prozent der Führungskräfte Frauen verglichen mit 30,6 Prozent 2000. In Österreich ist der Anteil im Zeitraum sogar von 30,3 auf 27, Prozent zurückgegangen. Deutlich höhere Quoten gibt es in Frankreich (38 Prozent) aber auch in den Lettland und Litauen mit deutlich mehr als 40 Prozent.

Ziel: Mehr Kinderbetreuungsplätze
Nach Ansicht der EU-Kommission gibt es zudem einen klaren Zusammenhang zwischen der Beschäftigungsrate von Frauen und der Gebrutenrate, die wiederum direkt mit der Zahl von Kinderbetreuungsplätzen zusammenhängt. In Ländern mit guten Betreuungsangeboten sind Frauen häufiger berufstätig und bekämen zugleich mehr Kinder als in anderen Mitgliedstaaten, wie etwa Dänemark und Schweden zeigten. Der Kommissionsbericht verweist darauf, dass Maßnahmen etwa für mehr Betreuungsplätze auch aus EU-Strukturfonds gefördert werden können. (apa)