Frauen feierten Aufstieg: Österreicherinnen
bei Handball-WM in China unter letzten 12

Müller: "Aufstieg ist schon ein wenig erschreckend" Gegen Dänemark, Deutschland, Frankreich Underdog

Frauen feierten Aufstieg: Österreicherinnen
bei Handball-WM in China unter letzten 12 © Bild: APA

So eine ausgelassene Freude hat es in der Frauen-Handball-Auswahl schon lange nicht mehr gegeben. Österreich steht nach drei Siegen und zwei Niederlagen in der Hauptrunde der Weltmeisterschaft in China. Die Runde der letzten Zwölf wurde erstmals nach der EM 2006 in Schweden wieder erreicht. "Das ist ein Riesenerfolg, der auch verdient ist. Wir haben uns hervorragend verkauft. Zu den besten Zwölf der Welt zu gehören, ist fast schon ein wenig erschreckend", zog ÖHB-Teamchef Herbert Müller positive Zwischenbilanz.

Der Aufstieg wurde in Zhangjiagang in einer Pizzeria nahe dem Team-Hotel gefeiert. Die Stimmung war prächtig und kurz schaute auch noch der Trainer von Gruppen-Sieger und Titelverteidiger Russland zum Gratulieren vorbei. Das musste man der verjüngten Müller-Truppe neidlos, nachdem es vor zwei Jahren in Frankreich nur zum 16. WM- und im Vorjahr in Mazedonien zum 15. EM-Endrang gereicht hatte. Der Teamchef führt die Steigerung u.a. auf die Weiterentwicklung seiner Schützlinge zurück.

"Viele sind nach Deutschland gegangen. Auch wenn sie dort zum Großteil nur in der Zweiten Liga spielen, haben sie unwahrscheinliche Fortschritte gemacht", nannte der Mathematik-Dozent einen wichtigen Hauptgrund. Dazu komme, dass Engel, Subke-Ofenböck und Co. sich als verschworene Einheit präsentieren. "Jede einzelne Spielerin spielt ihre Rolle im Kader perfekt", meinte der Erfolgstrainer, der seit März 2004 die ÖHB-Frauen unter seinen Fittichen hat und jetzt die ersten Früchte sieht.

Harte Brocken
Auch wenn man nach der Übersiedelung von Zhangjiagang nach Yangzou nun gegen den dreifachen Olympiasieger Dänemark, den WM-Dritten Deutschland und gegen den Weltmeister von 2003, Frankreich, "sportlich keine Chance" (Müller) haben wird, freuen sich alle im rot-weiß-roten Lager auf diesen Partien. Zu verlieren haben die Spielerinnen nichts, sie können nur gewinnen und lernen.

"Dass wir gegen solche Teams spielen dürfen, ist wunderbar. Die kommenden Gegner sind alle Mächte im Frauen-Handball, die das Halbfinale im Auge haben", sagte Müller, der diese Duelle als weiteren Lernprozess sieht. Da Österreich zwei Punkte (28:21) aus dem Gruppenspiel gegen Angola mitnahm, könnte die beste Platzierung seit 2003 (EM-Zehnter 2004 und 2006) egalisiert oder sogar übertroffen werden.

(apa/red)