Frau auf brutale Weise ins Koma getreten: Salzburger erhält zweieinhalb Jahre Haft

Sachverständiger: Verletzungen "potenziell tödlich" 26-Jähriger kann sich an Bluttat nicht erinnern

Frau auf brutale Weise ins Koma getreten: Salzburger erhält zweieinhalb Jahre Haft © Bild: APA/Hochmuth

Ein 26-jähriger Salzburger, der im Sommer 2008 im Innviertel in Oberösterreich seine 24-jährige Freundin ins Koma geprügelt haben soll, ist wegen absichtlicher schwerer Körperverletzung im Landesgericht Ried schuldig gesprochen worden. Er erhielt zweieinhalb Jahre unbedingter Haft. Die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab, das Urteil ist somit nicht rechtskräftig.

Das Paar war nach einem Lokalbesuch in den frühen Morgenstunden in Streit geraten. Daraufhin habe der 26-Jährige, der zum Tatzeitpunkt zwischen 1,7 und 2,1 Promille hatte, seine Freundin ins Freie gezerrt und mit Tritten gegen Kopf und Körper attackiert, so die Anklage. Die Mutter der Frau wurde durch Schreie geweckt und fand ihre Tochter blutüberströmt. Die 24-Jährige hatte ein Schädel-Hirn-Trauma dritten Grades, ein Hirnödem sowie einen offenen Kieferbruch erlitten.

Laut Sachverständigem waren die Verletzungen "potenziell tödlich". Das Opfer könne als Spätfolge einmal an Epilepsie erkranken, erklärte er. Obwohl die junge Frau stetig Fortschritte mache, sei noch nicht sicher, ob sie je wieder in ihren Job als Bankkauffrau zurückkehren könne. Für die Staatsanwaltschaft müsse dem Angeklagten klar gewesen sein, dass er als trainierter Fußballer mit der Attacke seine Freundin hätte töten können.

Keine Ahnung am nächsten Morgen
Der Angeklagte, der von Zeugen durchwegs als nicht gewalttätig beschrieben wurde, sagte aus, er könne sich an die Tat nicht erinnern. Er sei am nächsten Morgen aufgewacht und habe Verletzungen an der Hand sowie Schmerzen am Bein gehabt, sich diese aber nicht erklären können. Angesprochen auf sein detailliertes Geständnis, das er bei der Polizei abgelegt hat, erklärte er, er habe damals den Tathergang gemeinsam mit den Beamten rekonstruiert. Er beteuerte jedoch, er habe die Frau nicht töten wollen.

Der psychiatrische Sachverständige attestierte dem Angeklagten, kein Wiederholungstäter zu sein. Die Verteidigung führte außerdem als mildernd an, dass er prinzipiell geständig sei.

(apa/red)