Frau an der Spitze: Andrea Ypsilanti wäre erst zweite "Landesmutter" in Deutschland

Bisher war Heide Simonis einzige Ministerpräsidentin

Der Wahlausgang in Hessen eröffnet Andrea Ypsilanti (SPD) die Chance, die zweite "Landesmutter" in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland zu werden. Bisher hatte dies nur ihre Parteikollegin Heide Simonis geschafft. Simonis wurde nach dem Rücktritt des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Björn Engholm (SPD) im Mai 1993 dessen Nachfolgerin und blieb zwölf Jahre lang im Amt, bis sie nach der Wahl 2005 die Mehrheit der Stimmen im Kieler Landtag verpasste.

Die Frauen, die sich darüber hinaus schon für ein Ministerpräsidentenamt in einem Bundesland beworben hatten, lassen sich bisher an einer Hand abzählen. So unterlag die spätere Bundestagsvizepräsidentin Anke Fuchs (SPD) bei der Landtagswahl 1990 in Sachsen dem Christdemokraten Kurt Biedenkopf. Gleiches widerfuhr der späteren deutschen Familienministerin Renate Schmidt (SPD) 1994 und 1998 in Bayern, wo Edmund Stoiber (CSU) jeweils in seinem Amt bestätigt wurde.

In Baden-Württemberg unternahm die Sozialdemokratin Ute Vogt 2001 und 2006 zwei erfolglose Anläufe. Vor kurzem legte sie den Fraktionsvorsitz im Landtag nieder. Auch in Berlin bewarb sich 1995 eine SPD-Politikerin um das Amt des Regierenden Bürgermeisters. Nach ihrer Niederlage wurde Ingrid Stahmer zunächst Schulsenatorin in der Großen Koalition unter Eberhard Diepgen (CDU), zog sich aber 1999 aus der Politik zurück.

(apa)