Fakten von

Französischer Ex-Premier Valls bei
Wahlkampfauftritt geohrfeigt

Angreifer soll Rechtsextremen nahestehen

Der französische Präsidentschaftsanwärter und Ex-Premier Manuel Valls ist bei einem Wahlkampfauftritt geohrfeigt worden. Ein junger Mann schlug dem Sozialisten am Dienstag bei einem Besuch in der bretonischen Gemeinde Lamballe ins Gesicht, wie eine AFP-Journalistin berichtete. Valls wurde aber nur leicht getroffen.

Der Angreifer, der rechtsextremen Nationalisten in der Bretagne nahestehen soll, wurde sofort von einem Sicherheitsmann überwältigt. Valls kündigte nach dem Vorfall eine Strafanzeige gegen den 18-Jährigen an. "Wenn man eine Gewalttat durchgehen lässt, wenn man keine Anzeige stellt, dann vermittelt man den Eindruck, dass so etwas machbar ist." Es ist nicht das erste Mal, dass Valls während des Wahlkampfes angegangen wird: Im Dezember wurde der Sozialist bei einem Besuch in Straßburg mit Mehl beworfen.

Der im Dezember als Premier zurückgetretene Valls gilt als Favorit der ersten Runde der Präsidentschaftsvorwahl der Sozialisten am kommenden Sonntag. Allerdings sagen Umfragen voraus, dass der Vertreter des rechten Parteiflügels bei der Stichwahl eine Woche später einem Kandidaten des linken Sozialistenflügels unterliegen könnte.

Ohnehin hat die Partei des unpopulären Staatschefs Francois Hollande kaum Erfolgsaussichten bei der Präsidentschaftswahl im April und Mai. In Umfragen landet jeder mögliche sozialistische Kandidat derzeit hinter dem Konservativen François Fillon und der Rechtsextremen Marine Le Pen, aber auch hinter zwei anderen linken Kandidaten, die nicht an der Sozialisten-Vorwahl teilnehmen: dem sozialliberalen Ex-Wirtschaftsminister Emmanuel Macron und dem Linksparteigründer Jean-Luc Melenchon.

Kommentare