Frankreich in WM-Qualifikation mit Rücken
zur Wand: Gegen Rumänien ist Sieg Pflicht

Real-Madrid-Star Benzema wohl als Solospitze Am Mittwoch folgt das direkte Duell mit Serbien

Frankreich in WM-Qualifikation mit Rücken
zur Wand: Gegen Rumänien ist Sieg Pflicht © Bild: Reuters

Frankreich steht in der WM-Qualifikation heute zu Hause gegen Rumänien schwer unter Druck. Lediglich ein Sieg dürfte die realistischen Chancen der "Equipe Tricolore" am Leben erhalten, Tabellenführer Serbien noch einzuholen. Fünf Punkte fehlen den Franzosen derzeit bei einem Spiel weniger auf die Serben. Am Mittwoch kommt es in Belgrad zum direkten Duell.

Davor müssen die Franzosen aber noch eine Pflichthürde nehmen, die höher ist als ihnen lieb. In den vergangenen beiden Spielen war Frankreich gegen Rumänien jeweils nicht über ein Remis hinausgekommen - 0:0 in der Gruppenphase der EURO 2008 und 2:2 im Oktober nach 0:2-Rückstand in Constanta. "Das ist eine schwierige Aufgabe. Wir brauchen Geduld und die Unterstützung des Publikums", meinte Bordeaux-Mittelfeldspieler Alou Diarra.

Bei den französischen Fans genießt die Equipe derzeit nämlich sehr wenig Kredit. Nicht selten waren Heimspiele nach mäßigen Leistungen zuletzt von Pfeifkonzerten begleitet worden. "Ich kann es verstehen, wenn sie nach einem schlechten Spiel pfeifen. Aber während des Spiels, das verstehe ich nicht", erklärte Raymond Domenech. Der umstrittene Teamchef steht selbst in der Kritik, ist in der Öffentlichkeit noch unbeliebter als seine Spieler.

Für Domenech zählt das Resultat
"Ich bin nicht hier, um zu gefallen. Wir werden sie (das Publikum) mit Resultaten umstimmen", versicherte Domenech - wohlwissend, dass sein eigener Job auf dem Spiel steht. Der 57-Jährige hatte sich schon nach dem Aus in der EM-Gruppenphase nur überraschend im Amt gehalten. In seinem 4-2-3-1-System dürfte Domenech im Sturm dem Neo-Madrilenen Karim Benzema den Vorzug gegenüber Frankreichs Schützenkönig Andre-Pierre Gignac (Toulouse) geben.

"Ich weiß, dass es in Frankreich mehr als einen guten Stürmer gibt. Aber ich weiß, was ich kann. Ich werde die nötigen Tore machen", versprach Benzema. Hinter dem 21-Jährigen wird Barcelona-Star Thierry Henry auf den Flügel rücken müssen. Offensivspieler Franck Ribery von Bayern München steht zwar im Kader, könnte aber mit Hinblick auf das Serbien-Spiel aufgrund seiner physischen Verfassung geschont werden.

Rumänien, am Mittwoch in Bukarest Gegner der Österreicher, muss in beiden Spielen auf seinen Topstar Adrian Mutu verzichten. Der Fiorentina-Stürmer laboriert an einer Oberschenkelverletzung. Trainer Razvan Lucescu will sich im Stade de France dennoch nicht verstecken. "Als Trainer habe ich immer den Sieg im Sinn", erklärte der Nachfolger des im April entlassenen Victor Piturca. "Unsere Gegner haben Schwächen und die wollen wir ausnutzen."

(apa/red)