Frankreich-Wahl von

Umfrage sieht Macron
klar vor Le Pen

Ex-Wirtschaftsminister mit 61 Prozent klar vor le Pen, die nur 39 Prozent erreicht

Emmanuel Macron und Marine Le Pen © Bild: APA/LOIC VENANCE / AFP

Bei der Präsidentenwahl in Frankreich hat der partei-unabhängige Kandidat Emmanuel Macron laut Umfrage einen klaren Vorsprung vor seiner rechtsextremen Rivalin Marine Le Pen. Die am Donnerstag veröffentlichte Befragung des Instituts Opinionway sieht ihn mit 61 Prozent vorn. Le Pen kann demnach nur mit 39 Prozent rechnen.

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Beide Kandidaten hatte sich am Mittwochabend im letzten TV-Duell vor der Wahl am Sonntag kräftig beharkt. Nach Meinung der Zuschauer entschied der pro-europäische Kandidat die Debatte am Mittwochabend für sich.

Warnende Stimmen verweisen allerdings auf das Brexit-Votum und den Wahlsieg des Rechtspopulisten Donald Trump in den USA - beides hatte lange Zeit als nahezu ausgeschlossen gegolten. Allerdings hinkt der Vergleich mit Frankreich. So hatten Meinungsforscher kurz vor dem Brexit-Votum durchaus einen sehr knappen Wahlausgang vorhergesagt, was in Frankreich bisher nicht der Fall ist.

Reihenweise Wahlempfehlungen

Nach dem ersten Wahlgang gaben zahlreiche Politiker Wahlempfehlungen für Macron ab, unter ihnen der ausgeschiedene konservative Kandidat Francois Fillon und der ebenfalls unterlegene Sozialist Benoit Hamon. Auch Staatschef Francois Hollande und sein konservativer Vorgänger Nicolas Sarkozy wollen für den sozialliberalen Reformpolitiker stimmen.

Allerdings sind die Wahlempfehlungen für Macron ein zweischneidiges Schwert: Sie erleichtern es Le Pen, den Ex-Wirtschaftsminister als Kandidaten des alten Partei-Establishments und der Eliten abzustempeln.

Die Wahlempfehlungen können über eines nicht hinwegtäuschen: Anders als 2002, als Front-National-Gründer Jean-Marie Le Pen überraschend in die Stichwahl einzog, gibt es dieses Jahr keine geschlossene "republikanische Front" gegen die FN.

So hat der Linkspolitiker Jean-Luc Melenchon zwar dazu aufgerufen, nicht für Le Pen zu stimmen; eine klare Wahlempfehlung für Macron will er aber nicht abgeben. Viele schielen bereits auf die Parlamentswahl im Juni, bei der Macrons Bewegung "En Marche!" wieder ein Gegner sein wird.

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