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Stichwahl startet in Übersee

Wähler entscheiden zwischen Francois Hollande und Amtsinhaber Nicolas Sarkozy

Frankreich - Stichwahl startet in Übersee © Bild: APA/EPA

Die mit Spannung erwartete Sozialisten Francois Hollande und Amtsinhaber Nicolas Sarkozy von der konservativen UMP.

Die beiden Kandidaten hatten in der ersten Runde am 22. April die meisten Stimmen auf sich vereinigen können. Letzte Umfragen sagen einen Sieg Hollandes voraus, obwohl sein Vorsprung auf Staatspräsident Sarkozy zuletzt auf vier Prozentpunkte geschmolzen ist. Im Falle eines Wahlsieges wäre Hollande der erste sozialistische Präsident Frankreichs seit Mitterrand, der von 1981 bis 1995 Staatschef war.

Kamp um Stimmen: Viel Gegenwind für Sarkozy
Beim Kampf um die Stimmen der im ersten Wahlgang ausgeschiedenen Kandidaten hatte Sarkozy bis zuletzt viel Gegenwind: Nach der Rechtsextremistin Marine Le Pen verweigerte auch der Zentrumspolitiker Francois Bayrou eine Wahlempfehlung für den konservativen Politiker. Bayrou, der Sarkozy politisch näher steht als Hollande, begründete seinen Schritt mit einem Rechtsschwenk des Präsidenten in der Frage der Einwanderungs- und der Europapolitik.

Zwei Tage vor der Wahl kündigte Hollande rasche Bemühungen um einen deutsch-französischen Kompromiss in der Wachstumsdebatte an. Als Präsident werde der Sozialist bei seiner ersten Auslandsreise in Berlin für einen deutsch-französischen Konsens zum Wachstum werben, sagte dessen Wahlkampfleiter Pierre Moscovici am Freitag. Die Bundesregierung machte deutlich, den Fiskalpaket - anders als von Hollande angestrebt - nicht neu verhandeln zu wollen.

Heftigen Rundumattacken von Sarkozy
Mit heftigen Rundumattacken versuchte Sarkozy zum Abschluss des Wahlkampfes, die in Umfragen seit Monaten angekündigte Wahlniederlage abzuwenden. Der 57-Jährige attackierte das "politisch-mediale System", kritisierte einen Journalisten des TV-Senders TF1 heftig, erklärte sich als Opfer einer gewissen Form von "Rassismus und Intoleranz" und zitierte sogar Papst Johannes Paul II.