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Frankreich: Geiselnahme
in Kirche war Terroranschlag

Eine Geisel und Täter tot - Frankreichs Präsident: Attentäter briefen sich auf IS

Anschlag in Kirche in Frankreich © Bild: APA/AFP/CHARLY TRIBALLEAU

Keine zwei Wochen nach dem Blutbad von Nizza hat ein tödlicher Anschlag auf eine Kirche Frankreich aufs Neue erschüttert. Zwei Angreifer drangen am Dienstagvormittag in eine katholische Kirche in der Nähe von Rouen ein und nahmen fünf Geiseln. Sie töteten einen Priester und verletzten einen weiteren Menschen schwer. Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beanspruchte die Tat für sich.

Die beiden von der Polizei erschossenen Angreifer seien "Soldaten des Islamischen Staates" gewesen, erklärte die IS-nahe Agentur Amaq kurz nach der Attacke. Auch der französische Präsident Francois Hollande erklärte, die beiden Männer, die von der Polizei erschossen wurden, hätten sich auf den IS berufen.

Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. In welcher Form sich die Täter zum IS bekannt haben oder in welcher Verbindung sie zu der Terrororganisation standen, gaben die Behörden zunächst nicht bekannt. Am Nachmittag nahm die französische Polizei einen Mann fest, machte aber zunächst weder Angaben zur Identität des Mannes noch zum Grund der Festnahme.

Geiselnahme in Frankreich
© APA/ AFP PHOTO / CHARLY TRIBALLEAU Einsatzkräfte vor Ort
Anschlag in französischer Kirche
© APA/ AFP PHOTO / MATTHIEU ALEXANDRE

Nach Medienberichten war einer der beiden Angreifer den Sicherheitsbehörden offenbar bekannt. Zu dem Mann gebe es einen Eintrag in einer Datenbank mit Personen, die als radikalisiert eingestuft worden seien, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Ermittlerkreise. Er habe im Vorjahr versucht, nach Syrien zu gelangen. Bei seiner Rückkehr sei ein Anklageverfahren gegen ihn wegen des Verdachts auf Verbindungen zu einer Terrororganisation eröffnet worden. Der Mann kam dem Bericht zufolge vorübergehend in Haft und wurde später mit einer elektronischen Fußfessel wieder freigelassen. Die Informationen von AFP stimmen mit Angaben des Senders iTele überein.

Kirche der Stadt Saint-Etienne-du-Rouvray
© M-Knight76 via Wikipedia Die Kirche der Stadt Saint-Etienne-du-Rouvray

Hollande sagte bei einem Besuch am Tatort in Saint-Etienne-du-Rouvray in der Nähe von Rouen, der IS habe den Krieg erklärt. "Wir werden diesen Krieg mit allen Mitteln führen", betonte der Staatschef. Erst vergangene Woche hatte das Parlament den nach den Pariser Anschlägen vom 13. November verhängten Ausnahmezustand um weitere sechs Monate verlängert.

Die Polizei schoss auf die beiden Täter, als sie die Kirche verließen - die genauen Umstände waren zunächst unklar. Französische Medien berichteten unter Berufung auf Polizeikreise, sie seien mit Hieb- oder Stichwaffen bewaffnet gewesen.

Geiselnahme in Frankreich
© APA/ AFP PHOTO / CHARLY TRIBALLEAU

Frankreich war in den vergangenen eineinhalb Jahren immer wieder das Ziel schwerer Anschläge. Zuletzt tötete ein 31-jähriger Tunesier 84 Menschen, als er am Nationalfeiertag mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge auf dem Strandboulevard von Nizza raste. Die Polizei erschoss den Mann.

Seit den verheerenden Pariser Anschlägen mit 130 Toten gilt im Land der Ausnahmezustand, in der Hauptstadt patrouillieren schwer bewaffnete Soldaten. Im Frühjahr 2015 vereitelten die Sicherheitsbehörden nach offiziellen Angaben bereits einen geplanten Anschlag auf eine Kirche. Damals wurde ein 24-jähriger Student verhaftet.

Angriff in Kirche in Frankreich
© APA/Martin Hirsch

Reaktionen auf Bluttat

Frankreichs Premierminister Manuel Valls hat die tödliche Geiselnahme scharf verurteilt. "Horror angesichts der barbarischen Attacke auf eine Kirche (...). Ganz Frankreich und alle Katholiken sind verletzt worden. Wir stehen zusammen", erklärte Valls auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Auch der Vatikan verurteilte die "barbarische Tötung" eines Priesters. Die Attacke sei noch verabscheuungswürdiger, weil sie an einem heiligen Ort verübt worden sei. Der Papst habe die "absurde Gewalttat" verurteilt. Dies betonte der vatikanische Pressesprecher Federico Lombardi in einer Aussendung. Franziskus habe seine radikalste Verurteilung jeglicher Form von Hass ausgedrückt und bete für die betroffenen Personen, sagte Lombardi. "Wir sind von dieser Tat besonders beeindruckt, weil sie in einer Kirche verübt worden ist, einem heiligen Ort, in dem die Liebe Gottes verkündet wird. Wir sind der Kirche in Frankreich, der Erzdiözese von Rouen, der betroffenen Gemeinschaft und dem französischen Volk nahe", schrieb Lombardi.

Der Erzbischof von Rouen, Dominique Lebrun, hat nach dem Überfall auf eine Kirche in seiner Diözese zum Gebet aufgerufen. "Die katholische Kirche kann keine anderen Waffen ergreifen als das Gebet und die Brüderlichkeit unter den Menschen", sagte Lebrun der katholischen Zeitung "Famillle Chretienne".

Der belgische Premier Charles Michel sagte den Franzosen seine Solidarität zu. "Schon wieder ein Horror. Die Gedanken sind bei den Opfern und ihren Angehörigen, und die Solidarität gibt es mit ganz Frankreich". Frankreichs Premier Manuel Valls erklärte ebenfalls auf Twitter: "Schrecken angesichts der barbarischen Attacke auf eine Kirche von Seine-Maritime. Ganz Frankreich und alle Katholiken wurden zutiefst verletzt. Wir sind geeint".

Bundeskanzler Christian Kern zeigte sich "erschüttert über die bestialische Tat" des Terroranschlags in einer französischen Kirche. Er übte gleichzeitig indirekte Kritik an der Ansicht, der derzeitige Terrorismus in Europa hänge mit der Flüchtlingskrise zusammen. Vielmehr gehe dieser über die "unmittelbare Zuwanderung in Syrien" hinaus. Seiner Ansicht nach müsste eher "auf der Ebene der Integration eine Diskussion" gestartet werden, sagte Kern nach einem Treffen mit dem in Budapest.

Der ungarische Premier Viktor Orban wiederum stellte - unabhängig vom konkreten Fall in Frankreich - einen direkten Zusammenhang zwischen Migration und Terrorgefahr her. "Jeder einzelne Migrant bedeutet für uns ein Sicherheits- und Terrorrisiko", sagte er. Über die Geiselnahme und den Mord an einem Priester in Frankreich zeigte er sich ebenfalls entsetzt: "Das bedeutet eine neue Qualität der terroristischen Angriffe gegen das christliche Europa", meinte der Regierungschef.

Nach der Geiselnahme in einer Kirche bei Rouen hat Frankreichs Ex-Präsident Nicolas Sarkozy die Pariser Regierung scharf kritisiert. "Das ist ein Krieg", sagte Sarkozy am Dienstag. "Und wir haben keine andere Wahl, als diesen zu führen und zu gewinnen." Sarkozy forderte die französische Regierung auf, unverzüglich Maßnahmen umzusetzen, die seine Partei seit Monaten fordere. "Wir müssen unerbittlich sein", sagte Sarkozy. Juristische Spitzfindigkeiten, Vorsicht und Vorwände seien nicht akzeptabel. Der Feind kenne kein Tabu, keine Grenzen, keine Moral.

Auch die Vorsitzende der rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, äußerte sich: "Die Verantwortung derer, die uns seit 30 Jahren regieren, ist immens." Sie schwätzen zu sehen, sei empörend, schrieb Le Pen auf Twitter.

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier hat sich "tief betroffen" gezeigt. "Noch einmal hat der Terrorismus zugeschlagen, diesmal im Norden Frankreichs, in einer Kirche", erklärte Steinmeier am Dienstag am Rande einer Reise nach Moldau. "Der fanatische, mörderische Hass macht jetzt noch nicht einmal Halt vor Gotteshäusern und Gläubigen." Steinmeier teilte weiter mit: "Wir trauern mit den Opfern der heutigen Bluttat und ihren Angehörigen. Wir stehen an der Seite unserer französischen Freunde, in guten Zeiten und, wie jetzt, auch in Zeiten der Trauer."

Kommentare

Oberon

Die einzige vernünftige Aussage ist die von Sarkozy. Er schwafelt nicht lange herum, spricht das Problem an und heuchelt nicht Betroffenheit, wie die anderen Politiker.

Fazit: Durch Mildtätigkeit und christliche Nächstenliebe ist dem Terror nicht beizukommen. Dafür werden härtere Bandagen benötigt.


Seit langem sagte ich voraus, dass es Anschläge in unbewachten Trannsportmitteln, wie Zügen, Bussen geben wird.Zugang zu Flugzeugen ist.max. gesichert.
Das gleiche gilt für öffentl. Objekte. Auf das Präsidentenpalais in Paris kann man keinen erfolgr. Angriff mit einf. Mitteln führen. Auf eine Provinzkirche mit Messern schon.
Auf der Liste d.Terrors stehen auch Kindergärten, Schulen, Vorgärten.

gerhard gugelhupf melden

Der gewaltige Strom an Fluechtlingen letztes Jahr ist durch IS Terror ebendort (Syrien,Irak) erst entstanden. Bislang identifizierte Terroristen in F sind ueberhaupt als Franzosen od. Belgier aufgewachsen.

neusiedlersee melden


Ja Gugelhupf, und sie sind in der gleichen Religion und dem Zusammenleben nach dem männlichen Faustrecht aufgewachsen wie ihre Geschwister in den Herkunftsländern. Mit dieser latenten Gefahr, die mit jedem Zuwanderer+Neugeborenem wächst, haben wir uns auseinanderzusetzen.
Noch sind es "wenige" Opfer. Bald wird es bürgerkriegsartige Zustände geben. Jeder wird sich wehren. Sie nicht?


Viel Gewäsch der apa wird da weiterverbreitet:
Gebete sind keine Waffe, Herr Erzbischof;
IS kann Frankreich keinen Krieg erklären, Herr Präsident, schon gar nicht darf ein Präsident das behaupten;
Mord ist IMMER eine "barbarische Gewalttat", geschätzte Heiligkeit, Franziskus;
Und der deutsche Minister Steinmeier ist schon wieder - od. noch immer bis unentwegt BETROFFEN -eine armselige Phrase.

Oberon
Oberon melden

Eben auf ZIB2 gehört. Der Täter hatte einen Antrag auf Haftentlassung gestellt. Dem wurde durch das Gericht, gegen den Widerstand der Staatsanwaltschaft, stattgegeben.

Ein Mensch wurde getötet, weil der Richter die Gefahr, die von dem IS-Sympathisanten ausging, nicht ernst genommen hat.
Schuldig. Vielleicht nicht im Sinne des Gesetzes, moralisch auf jeden Fall.

neusiedlersee melden


Für Zuwanderer darf es keine Fußfessel geben.

nein, tavington, habe sie vermisst, es wird immer schlimmer leider, wir müssen uns darauf einstellen , aber : wir lassen uns nicht unterkriegen, nie und niemals, ihr verdammten ratten..... nicht sie taviongton.

Tavington melden

"Wir haben unsere Aufnahmekapazitäten noch lange nicht ausgeschöpft!!!"
Prof. van der Bellen

Rumor13 melden

Derselbe ist (bzw.war) ja auch für einen Türkei-Beitritt..........
Lieber muslimischen Terroristen sämtliche Sozialleistungen ohne Gegenleistung zukommen lassen als eine FPÖ-Regierung angeloben.Wann wachen die eigentlich alle auf ? Wieviele müssen noch sterben ?

annas melden

die ausländer müssen raus, sprich , asylwerber, alle, die sich in dem schönen land Österreich sich nicht integrieren können und die kriminellen, einfach raus... ade...

neusiedlersee melden


Und man muss sich auch überlegen, wie man randalierende Türkenrotzbuben wie auch arbeitslose+nicht integrierfähige Türken wieder los werden kann. Auf legale und korrekt-demokratische Weise.
Es gibt Möglichkeiten. Man muss nur willens und in der Lage sein alles bis zu Ende zu denken. Einmal hatten wir einen BK Kreisky, der das recht gut schaffte.

parteilos melden

Ein bedauerlicher Einzelfall?

annas melden

in einer kirche, na hallo wo sind wir denn ..... die mit allah, ich glaub das ist nur ein schmäh......

annas melden

neusiedlersee melden


Wenn das der Allah wüsste.
Schön schimpfen tät der mit den Bürscherln. Oder?

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