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Feuer in Atomkraftwerk Penly

Kraftwerk ist abgeschaltet worden - laut Betreiberfirma gibt es keine Verletzen.

Frankreich - Feuer in Atomkraftwerk Penly © Bild: Reuters

Im nordwestfranzösischen Atomkraftwerk Penly haben zwei kleinere Brandherde Feueralarm ausgelöst. Daraufhin wurde einer der beiden Reaktoren automatisch gestoppt. "Es hat keine Verletzten gegeben und das Ereignis hat auf die Umwelt keine Auswirkungen", teilte die Betreibergesellschaft EDF mit. Die Anlage befindet sich in der Normandie, zwischen den Orten Dieppe und Le Treport am Ärmelkanal. Die Atomaufsicht hat den Vorfall als "Störung" eingestuft.

Auslöser für den Feueralarm waren zwei kleinere Brandherde. Auslaufendes Öl einer Pumpe im Kühlkreislauf habe sich gegen Mittag erhitzt, sagte eine Sprecherin. Die Folge seien kleinere Stichflammen gewesen. Alles sei gründlich inspiziert und den Aufsichtsbehörden mitgeteilt worden. In einer offiziellen Erklärung der Betreiber heißt es, der Alarm sei aufgrund der Rauchentwicklung in einem Reaktorgebäude der Produktionseinheit Nummer zwei ausgelöst worden. Daraufhin sei der Reaktor automatisch gestoppt worden. Feuerwehrleute hätten zwei Brandherde gelöscht.

Radioaktives Wasser ausgetreten
Nach dem Brand ist auch radioaktives Wasser ausgetreten. Das Wasser sei aus dem Primärkreislauf entwichen und in für solche Fälle vorgesehenen Behältern aufgefangen worden, teilte der Stromkonzern EDF mit. Die Kühlung des Reaktors sei nicht gestört und laufe "normal" weiter. Der Austritt des radioaktiv belasteten Wassers habe "keine Auswirkungen auf die Umwelt", betonte der Konzern.

Als "Störung" eingestuft
Der Zwischenfall ist von der Atomaufsicht des Landes als "Störung" eingestuft worden. Die Behörde teilte mit, der Vorfall werde auf der weltweit gültigen Ereignisskala INES "vorläufig" auf der zweitniedrigsten Stufe 1 eingeordnet. "Störungen" der Stufe 1 sind Zwischenfälle, die zu einer Abweichung von den zulässigen Bereichen im sicheren Betrieb der Anlage führen. Die INES-Skala umfasst acht Stufen, sie beginnt bei 0 und geht bis 7.

Das Atomkraftwerk Penly am Ärmelkanal besteht aus zwei Reaktorblöcken. Daneben ist auch ein neuer EPR-Druckwasserreaktor geplant. Frankreich bezieht vier Fünftel seines Stroms aus Atomkraftwerken und hält auch nach der Atomkatastrophe im japanischen Fukushima an der Kernkraft als Hauptenergiequelle fest. Erst im September war in der südfranzösischen Atomanlage Marcoule ein Ofen in einer Verbrennungsanlage explodiert. Dabei war ein Arbeiter ums Leben gekommen, vier weitere wurden verletzt.