Fragen rund ums Tier

Probleme mit Hund, Katze & Co.? Isabel Neumeister steht Rede und Antwort

NEWS Tierexpertin Isabel Neumeister © Bild: NEWS

Der Hund ist nicht stubenrein, die Katze will unter dem Sofa gar nicht mehr hervorkommen? Isabel Neumeister beantwortet hier Ihre Fragen zu Hund, Katz, Maus und Co.

Email an: tierwelt@news.at schreiben. Isabel Neumeister wird Ihre Fragen so schnell wie möglich beantworten!

Frage von Leserin Isabella K.:

Ich habe einen 17 Jahre alten sehr eigenwilligen alten roten Kater. Ein Freigänger und Platzhirsch. Er lebt, seit der achten Woche, bei mir. Meine Kinder sind längst erwachsen und haben selbst Kinder. Da meine Enkeltochter eine Tierhaarallergie hat, möchte ich gerne ihren 6 Jahre alten Kater zu mir nehmen. Auch ein Platzhirsch in der Gegend, wo sie wohnen.

Meine Frage: Wie kann ich diese zwei selbstbewussten, herrschsüchtigen Männchen vorsichtig aneinander gewöhnen? Irgendwie habe ich Angst davor, denn meinen Kater habe ich nur zu oft kämpfen und schreien gehört!

Vielen Dank im Voraus und mit freundlichen Grüßen

Isabella K.

Antwort von Isabel Neumeister:

Liebe Frau K.,

Nachdem Ihr Kater seit 17 Jahren als Einsiedler lebt, ist es gut möglich, dass er keine zweite Katze akzeptieren würde. Die Frage ist, ob er zumindest als Jungkatze, noch bevor er zu Ihnen kam, soziale Kontakte zu anderen Katzen hatte, und ob diese positiv verlaufen sind.

Zwei Einzelgänger zusammen zu würfeln ist keine leichte Aufgabe und möglicherweise auch unmöglich. Es gibt Katzen die gewöhnen sich nie aneinander. Sie können es ausprobieren. Wenn sich die Tiere aber nicht aneinander gewöhnen und jedes Aufeinandertreffen in einen heftigen Kampf ausartet, dann muss der Neuzugang wieder weg.

Wichtig ist, dass Ihr Kater Nr.1 bleibt. Es soll keinen Grund zur Eifersucht geben. Eine Möglichkeit wäre, Sie richten dem Neuankömmling ein Zimmer ein, in dem er sich erst einmal an die neue Umgebung und Sie gewöhnen kann. Bevor der neue Kater ins Haus kommt reiben sie ihn mit einer Decke oder Ähnlichem von Ihrem Kater ab, so dass er bei Ankunft einen für Ihren Kater bekannten Geruch trägt. Die Decke wiederum können Sie Ihrem Kater hinlegen, damit er sich an den neuen Geruch gewöhnen kann. Die Türe bleibt erst einmal verschlossen. Tauschen Sie immer wieder Decken aus, damit sich die Tiere an die gegenseitigen Gerüche gewöhnen. Wenn sich der Kater Ihrer Enkeltochter eingelebt hat, können Sie die Tür öffnen. Versuchen Sie nicht den Kontakt zu erzwingen, und lassen Sie den Tieren ausreichend Zeit. So ein Gewöhnungsprozess kann nicht unbeachtlich lange dauern. Wenn er denn überhaupt klappt. Katzenbuckel, aufplustern, fauchen und auch Streitigkeiten (Achtung wenn es sich um echte Kämpfe handelt) sind ganz normal. Beide haben ihre Rückzugsgebiete. Denn Ihr Kater wird das neue Katzenzimmer nun mit aller höchster Wahrscheinlichkeit nicht mehr betreten.

Egal ob Sie mit einer räumlichen Trennung beginnen oder nicht, jede Katze braucht ihre eigene Ausrüstung – Futternapf, Wasserschüssel Platz, Katzenklo und der Kratzbaum muss mehrere Liegeflächen haben. Kommt es vermehrt zu heftigen Kämpfen, müssen Sie die Katzen trennen. Manche Tiere werden auch unsauber oder beginnen zu markieren. Sie müssen auch spüren, was Sie Ihrem Kater zumuten können. Zwei Katzen wären zwar optimal, sind die Tiere aber nicht sozialisiert, dann ist es oft besser sie alleine zu lassen.

In Ihrer Situation wäre es auch anzuraten einen Experten hinzuzuziehen, der den gesamten Prozess von Anfang an begleiten kann.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein bisschen weiter helfen.

Mit herzlichen Grüssen,

Isabel Neumeister
NEWS-Tierweltexpertin