'Fragen Sie zur Schiedsrichterleistung':
Mattersburger Kritik gilt Spielleiter Stuchlik

Auch 'Messias' Janko muss verbale Prügel einstecken Salzburg wendet sich der Ausmistung des Kaders zu

'Fragen Sie zur Schiedsrichterleistung':
Mattersburger Kritik gilt Spielleiter Stuchlik © Bild: APA/Manhart

Der 4:2-Auswärtserfolg von Tabellenführer Red Bull Salzburg gegen den SV Mattersburg hat für viel Diskussionsstoff gesorgt. Im Mittelpunkt der Kritik stand Schiedsrichter Fritz Stuchlik. "Der Schiedsrichter hatte sehr viel Einfluss auf das Ergebnis", sagte selbst der siegreiche Salzburg-Coach Co Adriaanse, dessen Team nach 20 Runden drei Punkte vor Titelverteidiger Rapid liegt.

Mattersburg-Coach Franz Lederer biss sich auf die Zunge und meinte nur: "Wenn der Trainer des Siegers sagt, dass der Schiedsrichter nicht sattelfest war, dann brauche ich dazu nichts mehr sagen." Die umstrittenen Schlüsselszenen waren u.a. ein nicht gegebener Elfmeter nach Attacke von Cem Atan an Marc Janko, eine potenzielle Tätlichkeit Jankos gegen Ilco Naumoski, ein verhängter Strafstoß nach Zweikampf zwischen Carsten Jancker und Remo Meyer sowie als Höhepunkt die Gelb-Rote Karte für Naumoski nach angeblicher "Schwalbe".

Naumoski kochte nach der 200. Oberhaus-Partie der Burgenländer, in der er zunächst per Elfer das 2:1 (22.) erzielt hatte und dann vom Platz flog geflogen war (37.). Dementsprechend wollte der mazedonische Legionär nicht über die Zukunft seines Trainers Lederer (13. Runden sieglos) sprechen, sondern über Stuchlik. "Fragen Sie mich nicht über den Trainer, wir müssen über die Schiedsrichterleistung diskutieren."

"Messias von Österreich"
Auch auf den Liga-Goleador Janko, der seine Trefferausbeute mit einem Doppelpack auf 29 Tore erhöhte, war Naumoski nach Schlusspfiff alles andere als gut zu sprechen. "Er schlägt mich und wird nicht ausgeschlossen. Er ist derzeit der Messias von Österreich und darf sich anscheinend alles erlauben." Lederer meinte zur Gelb-Roten für Naumoski: "Naumoski wird gefoult und anstelle eines Elfmeters haben wir einen Mann weniger. Diese Entscheidung hat uns den Wind aus den Segeln genommen."

Für Salzburgs Alexander Zickler war der Sieg die richtige Antwort auf das 2:5-Heimdebakel gegen Aufsteiger SV Kapfenberg. "Wir haben Moral gezeigt und verdient gewonnen", so der Deutsche, dessen tschechischer Teamkollege Karel Pitak mit dem 2:2 (50.) ein wahres Traumtor erzielt hat.

Im Lager der Salzburger geht es nun schön langsam ans Ausmisten. Nach dem frühen Aus im Europacup hatte Sportdirektor Hein Hochhauser angekündigt, dass der 28-Mann-Kader im Winter reduziert werde. "Wir werden mit den betroffenen Leuten in den nächsten Tagen sprechen. 28 Spieler machen keinen Sinn. Das ist für beide Seiten das Beste, wir haben dann ein paar unzufriedene Spieler weniger."

SV Mattersburg - Red Bull Salzburg 2:4 (2:1)
Pappelstadion, 4.500 Zuschauer, SR Stuchlik

Torfolge:
1:0 (2.) Atan
1:1 (9.) Janko
2:1 (22.) Naumoski (Elfer)
2:2 (50.) Pitak
2:3 (62.) Janko
2:4 (90.) Nelisse

Mattersburg: Bliem - Pauschenwein (80. Pöllhuber), Malic, Sedloski, Mravac (66. Lindström) - Atan, Kovrig, Mörz - Naumoski - Jancker, Th. Wagner (57. Csizmadia)

Salzburg: Ochs - Bodnar, Sekagya, Meyer, Opdam - Pitak, Boussaidi, Tchoyi (57. Vonlanthen), Leitgeb - Zickler (79. Nelisse), Janko (89. Ngwat-Mahop)

Gelbe Karten: keine bzw. Tchoyi, Meyer, Vonlanthen

Gelb-Rote Karte: Naumoski (37., Unsportlichkeit)

(apa/red)

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