FPÖ und Muzicant im Clinch: Ton zwischen Kultusgemeinde und Partei wird jetzt härter

Muzicant: Kickl erinnert ihn an NS-Minister Goebbels FPÖ reagiert mit scharfer Kritik auf die Aussagen

Zwischen dem Vorsitzenden der Israelischen Kultusgemeinde, Ariel Muzicant, und der FPÖ bahnt sich ein Streit an. Auslöser sind die Aussagen Muzicants, die FPÖ wäre für wachsenden Rechtsextremismus in Österreich mitverantwortlich. Für Unmut sorgt bei den Freiheitlichen speziell, dass sich Mucizant bei den Methoden von FP-Generalsekretär Herbert Kickl an NS-Propagandaminister Goebbels erinnert fühlt.

Dieser Zusammenhang sei "in seiner ganzen Dimension so derartig jenseitig und verantwortungslos, dass er sich entgegen seiner offenkundigen Intention gegen sich selber richtet", meinte FP-Vizechef Norbert Hofer am Sonntag und legte Muzicant den Rücktritt nahe.

"Wenn ein historisch problematischer Sager eines ehemaligen Kärntner Landeshauptmanns dazu geführt hat, dass dieser sein Amt aufgeben musste, dann soll sich Herr Muzicant in einem nachdenklichen Moment die Frage stellen, ob dieser Maßstab vor dem Hintergrund seiner aberwitzigen Anschuldigungen im Zusammenhang mit seinem Amt als Präsident der Kultusgemeinde nicht ebenfalls anzuwenden wäre", so Hofer, der anmerkte, dass sich die FPÖ rechtliche Schritte vorbehalte.

Muzicant hatte in der "Presse" u.a. gemeint: "Wenn ich den Herrn Kickl höre, erinnert mich dieses Gehetze und die Sprache an Joseph Goebbels." Er machte die Politik auch für die Vorfälle in Ebensee und Antisemitismus in Österreich verantwortlich. Dass Martin Graf zum Dritten Nationalratspräsidenten gewählt wurde, sei "einer jener Dammbrüche, für die wir jetzt die Rechnung serviert bekommen". "Ebensee wäre nicht passiert, wenn man in der Affäre Graf gesagt hätte, da ist eine rote Linie, die wird nicht überschritten, der wird nicht gewählt." Dass die FPÖ demokratisch gewählt sei, lässt Muzicant nicht gelten: "1933 war Adolf Hitler auch demokratisch legitimiert."

(apa/red)