FPÖ Landesparteitag in Wien von

Strache übertrumpft sich selbst

FPÖ-Chef mit 99,21 Prozent wiedergewählt - In seiner Rede verteidigt er Martin Graf

FPÖ Landesparteitag in Wien - Strache übertrumpft sich selbst © Bild: REUTERS/Leonhard Foeger

Strache ist am 33. FPÖ Landesparteitag als Wiener Landesparteiobmann mit 99,21 Prozent wiedergewählt worden. Damit übertrumpft er sein Ergebnis von 2010, das bei 99,12 Prozent lag. Den Parteitag nutze der FPÖ-Chef auch gleich, um dem Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf den Rücken zu stärken und gegen Häupl und Faymann zu wettern.

Strache bedankte sich nach einem Einzug zu den Klängen von "Wir, nur wir, wir sind die Sieger" und wehenden Fahnen der Parteijugend bei seinen "lieben Freunden" für "euer Vertrauen": "Ich bin gerührt, weil ich es nicht für möglich gehalten habe, dass man ein noch besseres Ergebnis haben kann als beim letzten Mal".

Strache schickt Häupl in Pension
Zuvor hat er die rot-grüne Stadtregierung ins Visier genommen - die "rot-grüne Chaoskoalition", wie Strache sie nannte. Dem Wiener Bürgermeister Michael Häupl legte er den Ruhestand nahe. Die grüne Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou wiederum bezeichnete er als "grüne Rapunzel".

Nur dank den Freiheitlichen sei es gelungen, die absolute rote Macht bei der Wahl 2010 zu brechen: "Der 10. 10. 2010 ist also ein wichtiger Tag für den positiven Aufbruch in Richtung mehr Demokratie, mehr Freiheit, mehr Wählermitsprache. Alle anderen Parteien waren an diesem Tag Wahlverlierer." Man sei jedoch, so beklagte Strache, nicht bereit gewesen, mit dem einzigen Wahlsieger ernsthafte Gespräche zu führen.

"Was ist das für eine Arroganz, wo sich die Wahlverlierer wieder einhängen und so weitertun als wie bisher? Da sind sie sich dann alle einig", stellte Strache fest. Die Koalition habe sich schnell gefunden: Häupl habe der "grünen Rapunzel" zugerufen, sie möge ihr Haar herunterlassen. "Seither regiert der sozialistische Einheitsblock im Wiener Rathaus", so der FP-Chef.

Schützenhilfe für Graf
In seiner rund eineinhalbstündigen Rede verurteilte Strache auch die "mediale Vorverurteilung" von Graf und konstatierte: "Es ist eine Treibjagd, die wir erleben mussten." Ausführlich ging Strache vor allem auf den Vorwurf ein, Graf habe fälschlicherweise als Rechtsanwalt bei zwei Nationalratswahlen kandidiert.

Laut Strache hat Graf jedoch keine falschen Angaben gemacht: "Wir haben am Wochenende alle Akten und Unterlagen durchsucht. Und natürlich sind wir fündig geworden." Aufgetaucht sind laut Strache nämlich die betreffenden Kandidatenformulare. Graf habe sich korrekt als Rechtsanwaltsanwärter bezeichnet. Wo der Fehler dann passiert sei, bei den Behörden oder wo anders, sei nicht mehr verifizierbar.

Strache schilderte seine Verwunderung darüber, dass angesichts des drohenden "Finanzkollapses der Europäischen Union" die Causa derartige Beachtung finde: "Na wusch, das füllt eine Titelseite." Es werde versucht, jemanden einen Strick zu drehen. Statt dass recherchiert werde, gebe es eine Vorverurteilung: "Da muss man ja auch einmal an die Moral der Journalisten appellieren."

Attacke gegen Faymann
Diese sollten sich zum Beispiel einmal die Frage stellen, was SP-Bundeskanzler Werner Faymann von 1978 bis 1985 getan habe. "Diese sieben Jahre sind in seiner Biografie nicht vorhanden", staunte der FP-Chef. 1985 sei Faymann plötzlich als Konsulent in der Zentralsparkasse aufgetaucht. Dieses "heiße Eisen" würde jedoch nicht aufgegriffen.

"In der freiheitlichen Partei haben wir höchste Standards", versicherte Strache. Und er bekräftigte wiederholt, dass er bei jedem, der sich etwas zuschulden kommen lasse, sofort durchgreife. "Aber Martin Graf hat, so weit ich es überprüfen konnte, korrekt gehandelt", berichtete der blaue Parteiobmann. Eine Vorverurteilung lasse man sich nicht gefallen, man lasse sich niemand "rausschießen".

Strache rief auch dazu auf, zu warten, bis in der Frage der Gertrud-Meschar-Stiftung ein Gerichtsurteil vorliege. Und er befand: "Ich denke, dass Martin Graf, wenn er noch einmal in die Situation kommen würde, viele Dinge anders machen würde, um gar nicht erst den politischen Gegnern die Fläche zu geben, um diffamierend vorgehen zu können."

Vilimsky: "Graf ist ein umtriebiger Nationalratspräsident"
Auch FPÖ-Generalsekretär Vilimsky hat Graf verteidigt und an die rund 400 anwesenden Delegierten appelliert, Geschlossenheit zu zeigen. Im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Causa Graf polterte Vilimsky gegen eine von ihm geortete "Hetzjagd" und gegen "politisch-journalistische Auftragstäter".

Kommentare

Wie real ist Österreichs Politik? Es gibt Zeiten, da fragt man sich: ist unsere Politik real?

Da gibt es Behauptungen, wie der 3.Nationalratspräsident Martin Graf hätte bei der Wahl 1994 seine Berufsbezeichnung falsch angegeben, die sind in Minutenschnelle widerlegt.

Die Widerlegung kommt zu einem Zeitpunkt, in welchem man dazu geneigt war zu glauben, dass er sich in der Stiftungsaffäre wirklich Etwas zu schulden kommen hat lassen.

Dient der zweite Angriff daher dazu Martin Grafs Glaubwürdigkeit herzustellen?

Wie weit kann man unter diesen Voraussetzungen, den ersten Angriff Ernst nehmen?

Hat man den zweiten Angriff gemacht um die erste Thematik in Zweifel zu ziehen?

Es gibt Zeitpunkte da fragt man sich: Wie real ist Österreichs Politik?

Euer

Pastor Hans-Georg Peitl
Bundesbmann der PCÖ
http://www.pcoe.gnx.at

Ersatz von seriöser Rede durch hysterisches Geschrei Es überrascht mich immer wieder, dass ein bestimmtes Publikum auf lautstarke Schreier hört.
Wer nicht ordentlich reden kann , sondern nur plärrt, hat wenig Überzeugungskraft. Wer erinnert sich nicht an die großen Plärrer der Nazizeit?
Der kleine, aber ebenso laute Plärrer von Wien will offensichtlich durch Lautstärke und Geschrei das Manko an Glaubwürdigkeit und Bildung kompensieren.

Unfassbar Es ist nicht zu fassen. All diese linkslinken, maoistischmarxistischkommunistischen Schmierblätter versuchen den ehrlichen und anständigen Rechts-Anwalt als bösen Menschen hinstellen. Dabei ist er gar kein Mensch.
http://gedaunknsplitta.blog.de

Es muß die \"Hand des Teufels\" gewesen sein! Rechtsanwalt oder Anwerter,ist ja egal, bei dem polit. "Dreck am Secken" schon wurscht!

Stiftung wurde ihm auch unterjubelt, seine bedenklichen politischen Aussagen sind auch von seinen Gegnern "getürkt" verzeihung, ihm untergeschoben!?!?

So sehen "ehrenwerte" Politiker aus, Strache ist nur das "sprachliche rechte Sahnehauberl"!

Dantine melden

Kein Wunder Rückt doch die FPÖ immer weiter und stärker nach RECHTS ab!

Ich frage mich allerdings, wie es möglich sein kann, dass einer, der ständig vor Gericht steht und verurteilt wird, eine Partei führen kann und dabei glaubhaft wirken kann!
Oder sind das die Wähler, die auf Seriosität pfeifen und Populismus für wählbar halten?

Und das Strache an Graf festhält ist auch klar: Woher nimmt er denn seine Wähler? Nur von rechts - je rechter, je lieber!

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Die Antwort ist ganz einfach! Egal was die Blauen tun oder lassen. 25 Jahre ROT-SCHWARZ hat die Leute so vergrämt, dass Sie Strache immer noch besser bewerten als diese Chaos- Koalition. Und bitte eine Frage an Sie: Wo ist bei Rot-Schwarz SERIOSITÄT vorhanden???? Die belügen uns seit 25 Jahren und machen immer so weiter (siehe Diplomatenpässe, wo es jetzt noch mehr Ausnahmen gibt als früher und siehe Verkleinerung des NR um nur 15 (!) Abgeordnete - nicht, aber schon gar nichts, geht da weiter, weil das in einem Ausschuss vor sich hindümpelt und nicht bearbeitet wird. Wer sägt sich schon den eigenen Sessel mit solchen Privilegien ab wie sie diese fauzlen Abgord. haben), weil sie wissen, dass sich nach der Wahl wieder nur ROT-SWARZ ausgeht. Das ist der Grund, warum Strache trotz internen Problemen immer noch gewinnt!

FPÖ DIKTATUR das ist typisch die FPÖ, egal was passiert in dieser partei, egal wieviele verurteilte oder wo es bereits fix bewiesen ist, siehe graf, schuld sind immer die anderen. man beschmutzt immer nur die nester der anderen parteien, so lenkt man ab, welche scheisse in der eigenen partei vorhanden ist.
es ist mir unverständlich, dass es wirklich wähler gibt, die ohne nachzudenken, wahrscheinlich hat man gehirwäsche gemacht mit ihnen, diese partei noch wählen kann, die nur mit argumenten arbeitet, wie am sie sind und wie sie verfolgt werden. schuld sind immer nur die anderen, sie haben ja eh immer die weisse weste an.
was die sogenannte saubermacherpartei von haider für spuren hinterlassen hat, sieht man ja noch, grasser, meischberger, gorbach und co sind ja noch lebende beweise!

Ignaz-Kutschnberger
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Mit Graf gibts keine Stimme von uns So lange der Pensionisten-Berater in der FPÖ ist...ist die FPÖ für meine Bekannten und mich unwählbar geworden!

Ignaz-Kutschnberger
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... und bevor man über andere Parteien herzieht, sollte man erst mal den Dreck in der eigenen Partei säubern... mehr will und mehr brauche ich dazu nicht zu sagen...

Strache!!! Leg meine Fahne wieder an ihren Platz!
Danke!

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