FPÖ-Chef Strache: Blaue Familie ist nach BZÖ-Abspaltung enger zusammengerückt

Hohn und Spott für BZÖ: "Gehört auf Komposthaufen" Blaue peilen bei NR-Wahl zweistelliges Ergebnis an

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zieht ein Jahr nach der Abspaltung des BZÖ Bilanz. Seine Partei habe sich "von ihrer größten historischen Krise", der Abspaltung des BZÖ, erholt und stehe heute wieder erstarkt da. Während die Freiheitlichen "eine starke Wiedergeburt erlebt haben" und die blaue Familie zusammengerückt sei, sei aus den Orangen "eine politische Leiche" geworden, die nach der Nationalratswahl im Herbst dort landen werde, "wo sie hingehört, auf den Komposthaufen".

"Man kann auf jeden Fall von Erleichterung sprechen", meinte Strache auf die Ereignisse rund um den 4. April 2005 zurückblickend. "Die abgehobenen Funktionäre, die nur darauf aus waren, möglichst lange auf ihren gestohlenen Posten sitzen zu bleiben, haben sich abgespaltet." Zurückgeblieben sei die "freiheitliche Familie", die enger zusammengerückt sei und eine "starke Wiedergeburt erlebt hat", meinte Strache, für den das BZÖ nur ein "schwarzer Wurmvorsatz ist".

"BZÖ wird keine Rolle mehr spielen"
Dass Bündnis-Chef Jörg Haider in Kärnten das Grundmandat schafft, glaubt Strache nicht. Der Kärntner Landeshauptmann "täuscht sich, wenn er glaubt, dass die Wähler den Druck honorieren werden", den Haider in seinem Bundesland ausübe. "Die Diskussion um ein Grundmandat ist an den Haaren herbeigezogen. Das BZÖ wird keine Rolle mehr spielen", gab sich Strache selbstsicher. Die FPÖ selbst peile ein zweistelliges Ergebnis an: "Wir wollen so hoch wie möglich über zehn Prozent kommen."

BZÖ für Strache "nur mehr peinlich und lächerlich"
"Ob Haider wieder da ist oder wieder weg ist, interessiert keinen mehr. Alle gähnen nur mehr", ätzte Strache. Das BZÖ beschäftige niemanden mehr im Land, außer den Kanzler. "Das ist alles nur mehr peinlich und lächerlich", urteilte der FP-Chef, der keine Ähnlichkeiten zwischen sich und seinem Vorgänger sieht. "Ich bin von einen anderen Schlag als Haider", meinte Strache, der den "entscheidenden Unterschied" in seiner "Verlässlichkeit" sieht.

"Nächster Kanzler: Gusenschüssel oder Schüsselbauer"
Der Unterschied zwischen der FPÖ-alt und der FPÖ jetzt: "Die orangen Herrschaften haben die Wähler verkauft und verraten" und die Blauen seien "zum alten, richtigen Weg zurückgekehrt", den man vor 1999 gegangen sei. "Es wäre ehrlicher gewesen", wenn die BZÖ-Leute "gleich der ÖVP beigetreten wären", sagte Strache, der die Orangen nach Wahl "auf dem Komposthaufen" sieht und auch das Ergebnis des Urnengangs zu kennen glaubt: "Es geht nicht darum, wer Erster wird", denn es stehe bereits fest, "dass der nächste Kanzler Gusenschüssel oder Schüsselbauer heißen wird". Orange sei jedenfalls "außer Mode, heuer sind die blauen Töne ganz entscheidend", so Strache. (APA/red)