FPÖ von

"Bin kein eitler Pfau"

FPÖ-Chef Strache meldet sich zu Sparpaket und seinem Orden zu Wort

FPÖ - "Bin kein eitler Pfau" © Bild: Reuters/Bader

Sparpaket, Telekom-Affäre, ein Denkmal für Wehrmachtsdeserteure und sein neuer Orden: FPÖ-Chef Strache musste sich am Sonntag in der ORF-"Pressestunde" einer breiten Themenpalette stellen. Für die Bundesregierung fand Strache - wenig überraschend - erneut sehr kritische Worte.

Geht es nach der FPÖ, soll das Budget vorwiegend ausgabenseitig saniert werden. Strache bekräftigte am Sonntag die FPÖ-Forderung, sämtliche Subventionen des Staates, konkret die Agrarförderung, zu durchleuchten. Grundsätzlich müsse man alles unternehmen, das Budget ausgabenseitig in Griff zu kriegen, fordert Strache eine "Subventionsbremse". Demnach sollten Personen, die in der Industrie tätig sind, keine Agrarförderung bekommen. Den "Kleinen" hingegen, wolle er "nichts wegnehmen". Um Missbrauch bei finanziellen Unterstützungen vom Staat zu verhindern, sei die Einrichtung einer Transparenzdatenbank notwendig. Diese sollte, so der FPÖ-Chef, für jeden einsehbar sein.

Strache will "Superministerium"
Einsparungspotenzial ortet Strache weiters etwa in der Zusammenlegung der Sozialversicherungsträger, im Gesundheitssystem und in der Verwaltung. Er könnte sich auch die Zusammenlegung mehrere Ressorts in ein "Superministerium" vorstellen. Missbrauch ortet Strache auch im Bereich der Gruppenbesteuerung, wo man nach drei Jahren in eine "Auslaufphase" übergehen sollte. Er pochte generell auf ein "gerechtes Steuersystem" mit einem niedrigeren Eingangssteuersatz und einem Höchststeuersatz erst für Einkommen ab 80.000 bis 100.000 Euro. Ausgesprochen hat er sich dafür, dass das Thema Bildung Bundeskompetenz sein soll.

Die Regierung bewertet Strache wenig überraschend sehr kritisch, hier herrsche seit Amtsantritt vor 1.844 Tagen Stillstand und Reformverweigerung. Die von ihr geplante Verankerung der Schuldenbremse in der Verfassung bezeichnete der Freiheitliche Klubobmann als "Etikettenschwindel" und pochte einmal mehr auf den Ausbau der direkten Demokratie.

"Kein eitler Pfau"
Skeptisch bewertete Strache das in Wien geplante Denkmal für Wehrmachtsdeserteure: "Insgesamt stehe ich einem Denkmal kritisch gegenüber." Die Debatte über Deserteure müsse man "sehr differenziert" betrachten, erklärte er. Zwar gebe es Persönlichkeiten, die Respekt und Anerkennung verdient hätten, es gebe aber auch andere, die "auf Kosten der Kameraden" desertiert seien. Jeder Fall sollte einzeln beurteilt werden, sprach er sich gegen "pauschale" Ehrungen aus.

Eine Ehrung, die der FPÖ-Chef selbst erhalten wird, nämlich das "Große Goldene Ehrenzeichen mit dem Stern", werde er zwar annehmen, den Orden aber nicht "wie ein eitler Pfau" tragen: "Er soll für die Menschen im Parlament öffentlich zu besichtigen sein."

Kein Telekom-Geld an FPÖ
Vorwürfe, wonach von der Telekom Austria im Wahlkampf zur Europawahl 2004 Geld an die Freiheitlichen geflossen ist, wies Strache zurück, dies sei "mit Sicherheit nicht" passiert. Alle Finanzunterlagen seien überprüft worden: "Die FPÖ ist absolut sauber."

Bei der nächsten Nationalratswahl wollen die Blauen stärkste Kraft werden. "Wenn wir Stärkster werden, ist da auch der Anspruch, natürlich den Kanzler zu stellen", so Strache. Er werde "sicher nicht den Fehler" machen, als Erster den Dritten zum Kanzler zu machen, meinte er.

Zu seinen persönlichen Ambitionen, wonach Bundeskanzler nur ein Zwischenschritt sein könnte, erklärte er, dass es auch danach "spannende Möglichkeiten" gäbe. So könnte er unternehmerisch oder als Schriftsteller tätig sein und über Anekdoten aus seinem Leben berichten: "Ich bin überzeugt, die würden die Österreicher sehr interessieren."

Kritik und Häme von den Mitbewerbern
SPÖ, ÖVP, BZÖ und Grüne haben mit Kritik und Häme auf Straches Aussagen in der "Pressestunde" reagiert. SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas etwa warnt vor dessen "gefährlichen Populismus". Das BZÖ ortet ein "sehr wirres Steuermodell". Der Grünen-Abgeordnete Harald Walser fordert den FPÖ-Obmann auf, "endlich den Waffenrock der Wehrmacht auszuziehen". Die ÖVP unterstellt ihm Ideenlosigkeit.

Kommentare

RobOtter
RobOtter melden

Der HC .... ...spricht sich im Falle des Denkmals für Wehrmachtsdeserteure gegen die "pauschalierte Ehrung" aus und nimmt selbst einen pauschalierten Orden für abgesessene Zeit im Nationalrat an....

melden

Re: Der HC .... Völlig richtig!!
Setzt sich als ein im Privatberuf gescheiterter Wichtigtuer ein Burschenkapperl auf, obwohl er nicht einmal eine Matura zustande gebracht hat. Die personifizierte Eitelkeit also. Wäre ja total egal bei einem Privatmann, aber eitle Politiker sind ein Graus, sie haben es als Egomanen immer nur mit sich selber zu tun. Ihr wichtigstes Gegenüber ist immer der Wandspiegel und die Journalisten-Kamera.

Und ich sage es immer wieder: BOMBEN UND ORDEN TREFFEN IMMER DIE UNSCHULDIGEN!

melden

Du \'etler Peppi\' Wenn der nur annähern echt wäre, würde er den Orden gar nicht annehmen. Aber da geht\'s ja um die eigenen Befindlichkeiten. Nichts zustande gebracht. Aber ich hab einen Orden. Armsehliches Würst.

Und den wollt Ihr wirklich wählen?

melden

Re: Du \\\'eitler Peppi\\\' Sollte natürlich \'Eitler Peppi\' heißen. Entschuldigung.

RobOtter
RobOtter melden

Re: Du \\\'etler Peppi\\\' ...und "armseeliges Würstchen"....

Rasso melden

Re: Du \\\'etler Peppi\\\' Nein - aber wen willst sonst wählen?

melden

Ich bin kein eitler Pfau ...und weil er kein eitler Pfau ist, trägt er seine Orden nicht nur zu wenigen Anlässen, sondern stellt sie gleich öffentlich aus, hat er in seinem Büro nur Bilder von sich selbst hängen, wollte eine Bronzestatue von sich selbst am Wiener Rathausplatz aufstellen lassen und geht davon aus, dass sich die Österreicher sehr für seine Anekdoten interessieren.

Nein, soetwas macht kein eitler Pfau, höchstens ein eingebildeter Gockel.

melden

Re: Ich bin kein eitler Pfau Wenn er kein \'eitler Pfau\' wäre, würde e den Orden, der ihm nebenbei gar nicht zusteht, gar nicht annehmen. Der \'eitle Pfau\'.

melden

Re: Ich bin kein eitler Pfau Orden sind halt seit jeher ein beliebtes Mittel Österreichs,Menschen etwas zu geben ohne ins Säckel greifen zu müssen. Kinderspielzeug für Erwachsene eben. Hübsch ist nur,dass immer die anderen eitle Gecken sind,wenns sie es annehmen, man es selbst aber natürlich reichlich und redlich verdient hat.Nur, wenn dieser Jahrmarkt der Eitel- und Lächerlichkeiten unser einziges Problem wäre,wären wir wirklich eine Insel der Seligen.

Ignaz-Kutschnberger
Ignaz-Kutschnberger melden

Was wurde eigentlich aus der guten alten Zeit?? Gegen Orden ist nix einzwenden, wenn ihn auch jemand verdient hat... das sind höchstens Wissenschaftler und Friedensnobelpreisträger!! Sonst a schon NIEMAND. Weder der Bundes-Peppi noch der Herr Generaldirektor... und ich frag mich, was aus dem guten Brauch der Ohr-Beschneidung geworden ist (allgemein auch unter den Synonym -Schlitzohr bekannt!!) ... da wurde früher den kleinen Gaunern das Ohr geschlitzt, damit wenn sie die Stadt verließen, man sie auch andererorts gleich erkannte... weil wenn unsere Politiker vom Landtag in den NR flüchten oder eventuell nach Brüssel, oder mit Steuergeldern auf die gekaufte Insel in der Südsee - damit man die dort dann gleich richtig zuordnen kann

melden

Re: Was wurde eigentlich aus der guten alten Zeit?? Völlig richtig!
Es gab im alten Griechenland auch die Möglichkeit der Landesverweisung mittels Ostrakismos
(Scherbengericht). 6000 Scherben mit eingeritztem Namen, die auf einen Mann entfielen, brachten diesen innerhalb von 10 Tagen für 10 Jahre in die Verbannung. Heute würden Strasser, KHG, Meischi, Gorbach, U. Scheuch, und zwei Dutzend andere Kandidaten spieled leicht auf 6000 Stimmen kommen und z.B. nach Madagaskar oder Molokai, St. Helena, Norkorea, Falklandinseln oder Sibirien reisen dürfen.

Soll man das Ding wie einen Gesslerhut grüßen? Welchen Sinn soll es haben, einen Orden, den man in Wirklichkeit nicht für eine besondere Leistung, sondern für das Altern auf einem Parlaments-oder Landtagssitz bekommt, auszustellen? Niemanden unter den Parlamentsbesuchern interessieren derart inferiore "Faschingsdekorationen".
Vorschlag: Die Bezeichnung für die Orden: "Für besondere Verdienste" abzuschaffen, und durch eine Erinnerungs-Medaille "für langjährige Mitgliedschaft" zu ersetzen., die ein ausscheidender Parlamentarier bekommen kann.
Neu gestaltete Verdienstorden sollen tatsächlich nur für große Leistungen in der Wissenschaft, auf sozialem Gebiet und in der Politik vergeben werden.
Unsere Politiker sind für ihre dürftigen Leistungen ohnehin überbezahlt und sollten besser Asche auf ihr Haupt gestreut bekommen.

Ignaz-Kutschnberger

Früher gabs Hakenkreuze - heute gibts Orden...die Zeiten ändern sich nie!! :-) ich bin überhaupt gegen ehrungen... wozu brauchen wir jetzt schon wieder orden...hat ja eh jeder ohnedies schon 2 oder 3...glaub sogar die Schei*haus-putzer haben auch mittlerweile schon einen an der Brust. Und die Deserteure sollen froh sein, wenn sie noch leben... weil viele haben sie eh erwischt und nachträglich an die wand gestellt...glaub das ist ehre genug für die, dass die noch ein paar jahre länger auf dem planeten bleiben durften und 2012 den Weltuntergang noch live miterleben dürfen!!

christian95 melden

SPÖ, ÖVP und FPÖ beteilen sich gegenseitig mit Ehrenzeichen bei der nächsten Parlamentssitzung beflegeln sie sich wieder gegenseitig!

Wie können nur die Grünen und Orangen ganz ohne Ehrenzeichen leben?

Rasso melden

Re: SPÖ, ÖVP und FPÖ beteilen sich gegenseitig mit Ehrenzeichen eh nicht gut - wie man an den Grünen sieht

Seite 1 von 1