FPK von

Klubstatus adieu

Dörfler, Dobernig und Anton beharren auf ihren Mandaten - Parteiausschluss möglich

Dörfler, Scheuch, Dobernig und Ragger © Bild: APA/Gert Eggenberger

Weiterhin kein endgültiges Ende um den Machtkampf bei den Freiheitlichen in Kärnten. Gerhard Dörfler (noch Landeshauptmann; Bild li.), Harald Dobernig (noch Finanzreferent; 2. v. re.) und Hannes Anton bestehen weiterhin darauf, ihre Landtagsmandate wahrzunehmen. Neo-Parteichef Christian Ragger (Bild re.) hat die Verhandlungen mit dem Trio für gescheitert erklärt, damit hat die FPK nach derzeitigem Stand keinen Klubstatus im Landtag mehr. Dörfler bestätigte, dass die drei Abgeordneten diesbezüglich keine Unterschrift geleistet haben. Ragger rechnet auch nicht damit, den Klubstatus in dieser Legislaturperiode wiederzuerlangen.

Bis spät in die Nacht habe er versucht, bei den "drei Herrschaften" Einsicht zu erwirken, sagte Ragger: "Es hat keinerlei Einsicht gegeben, insbesondere beim Finanzreferenten." Es werde keine weiteren Verhandlungen mehr geben, so Ragger, die drei würden laut Landesverfassung als wilde Abgeordnete dem Landtag angehören. "Was die drei Herrschaften künftig machen, liegt nicht mehr in der Hand unserer Partei."

Ragger kündigte einen "Erneuerungsparteitag" in drei Wochen an, bei dem er selbstverständlich als Obmann kandidieren werde. Zudem werde Noch-Landtagspräsident Josef Lobnig die konstituierende Landtagssitzung für den 28. März einberufen, soferne die Präsidiale damit einverstanden sei. Ragger: "Wir werden uns sicher nicht noch einmal hinstellen und eine Blockade durchführen."

Die drei Abtrünnigen bestehen trotz des FPK-Debakels darauf, ihre errungenen Direktmandate auszuüben. Ragger hatte sein politisches Schicksal als Parteichef ursprünglich mit dem Mandatsverzicht des Trios verknüpft ("Falls nicht, stelle ich mein Mandat zur Verfügung"), in den vergangenen Tagen war davon allerdings keine Rede mehr.

Ragger: Genieße Vertrauen

Auf den - vor allem von den "Dissidenten" mehrfach erhobenen Vorwurf, er, Ragger, sei ja ebenfalls Teil der Regierungsmannschaft gewesen, welche die Wahl verloren habe, meinte Ragger: "Ja, wir waren zu viert, aber ich habe jeden Bezirk besucht und ich habe überall hundertprozentige Zustimmung bekommen." Er genieße zudem das Vertrauen aller Bürgermeister, die FPK sei weiterhin eine "sehr große Partei", die immerhin zweitstärkste Kraft im Lande sei. Beim Parteitag werde man sich auch inhaltlich neu positionieren, Kernthemen würden Asylfragen, die Ortstafeln, aber auch spezielle Sozialfragen sein. "Es wird eine Mitte-Links-Regierung geben, aber die Kärntner wollen das nicht", interpretierte Ragger das Wahlergebnis aus seiner Sicht.

Einzige rechte Alternative

Die Freiheitlichen seien die einzige rechte Alternative, die einzige bürgerliche Partei im Lande, konstatierte Ragger und zitierte den ehemaligen bayrischen CSU-Ministerpräsidenten Franz-Josef Strauß mit dessen Spruch, dass "rechts von uns nur noch die Wand" sei.

Welche drei Abgeordneten künftig die FPK im Kärntner Landtag stellen wird, wollte Ragger nicht bekanntgeben, er meinte nur, es werde eine "gute Mischung aus Erfahrung und Jugend" geben. Er wisse auch noch nicht, ob Dörfler sein Direktmandat aus dem Wahlkreis annehmen wolle oder ein Restmandat über die Landesliste. Man werde für beide Varianten gerüstet sein. Gesetzt ist Josef Lobnig, ob der bisherige Klubobmann Gernot Darmann wieder in den Landtag einziehen kann, ist offen.

Drohung aus Wien

Unterdessen droht FPÖ-Parteichef Heinz-Christian Strache mit der Aufkündigung der Kooperationsvereinbarung, sollten die Kollegen in Kärnten keine Erneuerung sicherstellen. Die Ankündigung des "Erneuerungsparteitags" begrüßte er folglich, betonte aber einmal mehr, die FPK sei "ausdrücklich nicht die FPÖ, sondern ein eigenständiger Partner." Nach diesem Parteitag werde auch die Vollversammlung der nach wie vor existierenden FPÖ Kärnten zusammentreten, um über die zukünftige Zusammenarbeit zu entscheiden.

In Ragger hat der FPÖ-Obmann offenbar weiterhin Vertrauen, die FPK erfolgreich zu erneuern. Dieser sei "mit Sicherheit" der richtige Parteichef", allerdings stehe er noch ganz am Anfang. Strache: "Niederzufallen ist keine Schande. Liegen zu bleiben ist eine Schande."

Verhandlungsergebnisse "enttäuschend"

Die bisherigen Verhandlungsergebnisse im Süden sind für ihn "enttäuschend", einmischen wolle man sich von Wien aus aber nicht, betonte der FPÖ-Chef. Klar sei nur so viel: Der Wähler habe ein "unmissverständliches Machtwort" gesprochen, die Verantwortungsträger - Strache nannte zumindest Dörfler und Dobernig wörtlich - sollten daher die Konsequenzen ziehen.

Besonders scharf kritisierte Strache Landesrat Dobernig, der trotz Korruptionsvorwürfe nicht bereit sei, auf sein Mandat zu verzichten: "Das ist mehr als beschämend, das passt nicht mit Erneuerung zusammen." Offenbar hätten "einige Wenige" nichts aus der Schlappe bei der Landtagswahl gelernt. "Mit Dörfler wurde ein Landeshauptmann abgewählt, der nun statt zur Kettensäge doch zum Landtagsmandat greift", kritisierte Strache zwar auch diesen. Über dessen Zukunft solle aber die Basis entscheiden.

Kommentare

Ohne die Altparteien (SPÖ + ÖVP) zu beschönigen u. zu huldigen, "ABER" was die Freiheitlichen aufführen, ist durch nichts mehr zu überbieten!!!

brauser49

Hat es noch einer Bestätigung bedurft um zu erkennen dass es nicht um Ideologie oder Gesinnung geht, sondern um Pfruende, Abgeordnetensitze und das damit verbundene Salär. Pfui Teufel Politik mit ihren Auswuechsen !

verstehe die welt nicht mehr !vorher sind sie immer freiwillig ausgezogen und jetzt wollen die braunen koffer nicht gehen !!!

free-spirit
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Der Villacher Fasching ist im Vergleich zur FPK eine Trauerveranstaltung. Lei Lei

Nudlsupp melden

Ja, in meiner Kindheit waren noch die "Burgenländer-Witze" in, ich nehme an, heute sinds "Kärntner-Witze" :-)

free-spirit
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. . . . . obwohl, genauer betrachtet, ist in der ganzen Causa nicht wirklich viel Lustiges.
Höchstens das Foto zum Bericht:
Wer hat das gekünstelste Lachen?
Die Lösung schicken sie bitte an die Kasperlpost.

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Ich glaub der Kurt, aber der übt auch schon länger;-)

http://sphotos-b.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-prn1/563161_480636798659850_742331537_n.jpg

free-spirit
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Allein schon für das Kostüm gibt es einen Sonderpreis.
Der Knüller auf jeder Kinderparty.
Er wird ja sowieso einen neuen Job brauchen.

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na bitte net, so manches sollte Kindern dann doch erspart bleiben, denn wer sich bei Amtspersonen schon nicht mit Krötensagern zurückhalten kann und sich auch sonst laufend im Ton vergreift, dürfte für Kinderpartys ziemlich ungeeignet sein.

Wer hätte für möglich gehalten, daß die Sesselkleberbrothers Scheuch von Dörfler und Co noch zu toppen sind ? Die wollen, daß alles untergeht und nichts mehr an die glorreiche Haiderzeit erinnert .. ist eh kein schlechter Plan ! Jetzt kommen aber noch die finanziellen Schwierigkeiten der Partei - wer haftet dann und wofür ?

Na das haben sie wenigstens als Einziges in vier Jahren gut gemacht, weil sie damit dem Steuerzahler viel weniger Geld kosten.

zuzanka
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sind vieleicht besser die sozialisten ( früher nazionalsozialisten)?

Ausweg
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Sie sind ja noch dümmer, als ich dachte !!
Bitte was haben die Sozialisten mit dem Nationalsozialismus zu tun??
Geschichte lernen und vor dem Schreiben das Gehirn einschalten!
Zweiteres dürfte bei ihnen aber nicht möglich sein.

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@zuzanka: Vielleicht Du haben was verwechselt?

Tja, ein allerletzter Offenbarungseid einer Truppe, die mehrfach auf Opportunismus selektiert wurde. Und deshalb war es auch ein jahrzehntelanger Fehler der Kritiker diesen Haufen politisch zu kategorisieren, die waren nie links oder rechts, die waren nie proletarisch oder bürgerlich, die waren weder konservativ noch fortschrittlich, die waren nie an Inhalte irgendwelcher Natur gebunden. "Wes Brot ich ess,des Lied ich sing", jedes Versatzstück kommt recht, heute dies, morgen das, für den kleinen Mann, für die Geldmagnaten, für autoritäres Herrschen und direkte Demokratie, eierlegende Wollmilchsäue im rhetorischen Wolkenkuckucksheim, versprich alles und handle dann nach den Richtlinien des Bauchnabels.

Aber auch wenn die jetzt endlich splitterfasernackt da stehen und ihre Blöße aufdringlich präsentieren, wird sich der geschätzte Kärntner Wähler die Frage nicht ersparen können, warum ers über ein Jahrzehnt nicht sehen wollte.

Bananenbiager melden

Danke! Ich lach mir grad einen Ast ab!

Eine Partei mit 45% - und jetzt ohne Klubstatus.

DAS hat noch niemand geschafft.
Aber das ist auch eine Frage der Intelligenz.
Traumhaft. Ganz großes Kino.

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Hab mir auch schon Popcorn besorgt und warte gespannt auf die Fortsetzung von DENN SIE WISSEN (schon wieder)NICHT WAS SIE TUN. Denn DER BLAUE ENGEL wurde VOM WINDE VERWEHT, weil die, die alles FÜR EINE HANDVOLL DOLLAR tun plötzlich DIE FLIEGE machen mussten und zwar fast BIS ZUM LETZTEN MANN.
APOKALYSE NOW, der Wähler hat DAS URTEIL für DAS DRECKIGE DUTZEND gefällt und eine RÜCKKEHR DER YEDI-RITTER dürfte wohl ausgeschlossen sein, wir sind ja schließlich nicht auf dem PLANET DER AFFEN.

free-spirit
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@higgs70, der Cineast.
Sehr gelungen. BRAVO!!

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wobei ich gestehen muss, dass ich viele dieser Filme auch nur vom Titel her kenne und selbst nicht gesehen habe;-)

JA bitte weiter so - dann seid ihr bald NICHTS!

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