FP-Mandatar Walch über Homosexualität:
"Nicht normal, gegen die Natur an sich"

FP-Chefin Haubner gegen Adoptionsrecht Umfrage: Mehr Rechte für Homo-Partnerschaften?

FPÖ-Abgeordneter Max Walch sorgt mit Aussagen zur Homosexualität für Aufregung: In einer Aussendung bezeichnet Walch gleichgeschlechtliche Beziehungen als "nicht normal" und "gegen die Natur an sich". "Wir haben in Österreich wirklich wichtigere Probleme um die wir uns kümmern müssen als die Homo-Ehe", so der FP-Mandatar.

"Es ist eben nicht normal eine gleichgeschlechtliche Beziehung zu führen, geschweige denn in so einer Beziehung auch noch Kinder zu adoptieren. Es ist auch gegen die Natur an sich, denn für eine Familie und Erziehung eines Kindes sind Mann und Frau zuständig," so Walch in der Aussendung.

Es gebe so viele Punkte im arbeitsrechtlichen und sozialen Bereich, die noch umgesetzt werden müssten, wie z.B. die Pensionsharmonisierung, weitere Zusammenlegung der Sozialversicherungsanstalten, weitere Angleichung von Arbeitern und Angestellten usw.; diese Probleme sind viel wichtiger als eine gesetzliche Gleichstellung von Homo-Beziehungen", erklärte Walch.

Haubner gegen Adoptionsrecht
FPÖ-Chefin Ursula Haubner hat einem Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare eine klare Absage erteilt. "Mit der FPÖ in der Regierung wird es keinerlei Adoptionsmöglichkeiten für gleichgeschlechtliche Paare geben", so Haubner in einer Aussendung am Donnerstag.

Studien zeigten, wie wichtig es für Kinder sei, verschiedengeschlechtliche "Role models" zu haben. "Für die Entwicklung unserer Kinder ist es wichtig, sowohl mit einer weiblichen, als auch einer männlichen Bezugsperson aufzuwachsen - Kinder brauchen sowohl Väter als auch Mütter", so die Familienstaatssekretärin. Selbstverständlich sei aber auch ein heterosexuelles Elternpaar kein Garant für eine behütete und glückliche Kindheit. Es stehe jedem frei, seine Form der Partnerschaft zu wählen und zu leben, aber gerade im Interesse der Kinder sei die von SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer geforderte Adoption durch gleichgeschlechtliche Paare abzulehnen.

VP-Schnider will Thema nicht verschwinden lassen
Das von der steirischen VP ins Rollen gebrachte Thema der Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften werde Thema bleiben und nicht so schnell verschwinden. Wie Landesgeschäftsführer Andreas Schnider am Donnerstag bei einer Pressekonferenz zum Thema "Fairness in der Politik" sagte, werde die steirische VP ihre Meinung zu Papier bringen, die man dann in den angekündigten Arbeitskreis der Bundespartei einbringen werde. Schnider bekräftigte erneut, dass dieses substanzielle Thema diskutiert gehörte, und zwar aus heutiger Sicht.

"Wir werden nicht spielen lassen, dass das Thema verschwindet", verwehrte sich der VP-Landesgeschäftsführer gegen Mutmaßungen, die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und das von ihm eingebrachte Recht auf Adoption könnte nach der Sommerpause wieder in der Schublade verschwinden: "Das ist eine andere Ebene wie Tempo 160 auf Autobahnen - es geht um Lebensqualität und soziale Gerechtigkeit". Bei der Denkwerkstatt auf dem Landesparteitag am 24. September gehöre auch dieses Thema "wesentlich dazu".

(apa/red)