Forum am Dom öffnet für Besucher am Tag der Architektur - Moderne und Tradition vereint

Forum am Dom öffnet für Besucher am Tag der Architektur - Moderne und Tradition vereint © Bild: pbr Planungsbüro Rohling AG

Am 29. Juni 2008, dem deutschlandweiten Tag der Architektur, lädt die Architektenkammer Niedersachsen Interessierte ein, eine Auswahl hochwertiger aktueller Bauprojekte in der Region mit fachkundiger Betreuung zu besichtigen. In Osnabrück steht der Öffentlichkeit das von der pbr Planungsbüro Rohling AG in Arbeitsgemeinschaft mit dem luxemburgischen Büro cba Christian Bauer & Accociés Architects geplante, im April 2008 fertig gestellte Forum am Dom in der Kleinen Domsfreiheit offen. Besucher erhalten auch Zugang zu Bereichen, die sonst für die Öffentlichkeit verschlossen bleiben. Darüber hinaus bieten sich im Gespräch mit Architekten Einblicke in Themen der Architektur und Baukultur.

Das Bistum Osnabrück ließ die Räume des Osnabrücker Seelsorgeamts und des Diözesanmuseums sanieren und umgestalten. So entstand ein Kultur- und Begegnungszentrum, das die Kirche, seine Einrichtungen sowie den Domschatz einladend präsentiert und Besuchern eine hohe Nutzungsqualität bietet. Traditionelle Orte wurden mit modernen, attraktiven verbunden, um Interesse zu wecken. Da dem Bauherrn die Bewahrung der Schöpfung ein wichtiges Anliegen ist, wurde für die Sanierung ein umfassendes Nutzungs- und Energiekonzept erstellt und umgesetzt.

Diözesanmuseum mit historischer Bausubstanz
Wo früher eine geschlossene Fassade mit Büroräumen stand, begrüßt das Forum am Dom Besucher mit einem repräsentativen Hauptzugang und nachgelagertem großzügigen Foyerbereich. Es präsentiert sich mit einem Informationsschalter, einem Café, Veranstaltungsflächen sowie Büros und Gruppenräumen für verschiedene Nutzer. Über den Kreuzgang ist es mit dem Dom verbunden. Im Foyer befindet sich auch der Zugang zum Diözesanmuseum, das in historischer Bausubstanz die neu gestalteten Räume neben dem Kreuzgang bezogen hat. Die optimierte Architektur erzeugt die räumlichen Strukturen für eine wirksame Kommunikationsplattform im Schnittpunkt der Bewegungslinien zu den verschiedenen Funktionen.

Das Diözesanmuseum wurde aus den alten und für die Präsentation der Museumsbestände ungeeigneten Räumen in den attraktiven Südflügel verlegt und neu gestaltet. Die Museumsarchitektur ist als Weg konzipiert und führt den Besucher linear durch die Ausstellung. Durch die Abfolge kabinettartiger Räume entsteht eine geschlossene Einheit. In Raum zwei des Museums „der zweigeschossigen ehemaligen Margarethenkapelle“ fügt sich der Domschatz als Raum im Raum im 1. Obergeschoss ein. Die auf vier Stützen positionierte schatullenartige Kammer ist vom Rest des Gebäudes abgetrennt und über Stege begehbar. Architektur wird hier zu Museographie.

Kleinodien des Domschatzes
Zur Erweiterung der kirchlichen Kulturarbeit wurde ein Probensaal für den Domchor geschaffen, der sich mit seinem modernen ellipsoidalen Grundriss zwischen den Kreuzgangbauten und den Gebäuden des Kirchenboten einfügt. Die begehbare Skulptur ist vom Altbestand deutlich abgelöst. Erschlossen wird der ovale Chorsaal über einen gläsernen Windfang. Abfallende Ränge und eine ansteigende Dachfläche prägen das Raumerlebnis des Innenbereichs. Die Materialität des Raumes wird durch eine nach oben strebende, hochwärmedämmende Holzkonstruktion, zurückhaltende Stoffakustikpaneele und das Eichenparkett auf den Rängen definiert. Das zentral angeordnete Oberlicht verleiht dem Saal einen sakralen Charakter. Die Fassadenbekleidung besteht aus Kupferblech, das über die Zeit eine angenehme Patina erhält.

Besucher können sich davon überzeugen, dass auch in historischem Umfeld eine ganzheitliche Planung möglich ist, die durch abgestimmte bauliche und technische Maßnahmen eine hohe Gestaltungsqualität mit Energieeffizienz verbindet. Während das gesamte Forum am Dom in ein zukunftsweisend modernisiertes historisches Gebäude gefasst wurde, zeigt sich die architektonische Grundidee auch im Detail: die Kleinodien des Domschatzes werden in einer modernen, begehbaren Schatztruhe innerhalb des Museums präsentiert.

Die Führungen finden um 11:00, 14:00 und 16:00 Uhr statt. Der Treffpunkt ist vor dem Forum am Dom, Domhof 12 in 49074 Osnabrück.

Quelle: Redaktion/ pbr Planungsbüro Rohling AG