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Gesundheitswesen im Jahr 2025

Minister Stöger: "ELGA wird so selbstverständlich genutzt wie heute die E-Card"

Gesundheitsminister Stöger © Bild: APA/LUIZA PUIU

Ein Bild vom (österreichischen) Gesundheitswesen im Jahr 2025 zu entwickeln, diese Aufgabe haben sich die Alpbacher Gesundheitsgespräche in diesem Jahr gestellt. Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) nannte dabei am Dienstag in einem Key Note-Statement die Sicherung der Solidarität und eine radikale Patientenorientiertheit als hauptsächliche Ziele des Gesundheitswesens.

"Big Data, Gehirnforschung und Gentechnik - hier erwarten wir die großen Herausforderungen. Das Gesundheitswesen ist sehr erfolgreich. Weil die Menschen länger leben, entstehen Krankheiten. Wir können mit den Krankheiten umgehen, sie werden zu chronischen Erkrankungen", sagte der Minister.

Gesundheit für jeden Einzelnen ein Thema

Im Endeffekt - so Stöger - sei das Gesundheitswesen aber durch ein Faktum besonders geprägt: "Jeder ist von der eigenen Gesundheit betroffen, sie kann für den Einzelnen zur einzigen und entscheidenden Frage werden."

Europa sei hier historisch einen besonderen Weg gegangen, nämlich "Menschen dann solidarische Hilfe anzubieten, wenn sie diese brauchen, den Menschen kollektive Sicherheit anzubieten, wenn sie individuell ihre Sicherheit nicht mehr ausreichend gestalten können." So sei es in Österreich beispielsweise auch in den Jahren der Finanz- und Wirtschaftskrise gelungen, die Leistungen im öffentlichen Gesundheitswesen auszuweiten, statt sie aus Sparzwang einzuschränken.

Der Gesundheitsminister nannte im Besonderen vier Aspekte eines Paradigmenwechsels, der sich im Gesundheitswesen abspielt bzw. abspielen müsse: Eine Entwicklung von der Krankheits- zur Gesundheitszentriertheit, ein Weg von der Zentriertheit auf Institutionen zu einer "radikalen Patientenorientierung", die Förderung der Prävention und ein "politischer Paradigmenwechsel" mit einer Grenzüberschreitung zwischen Verantwortlichkeiten (z.B. Bund, Länder, Krankenversicherungen) zu einem transparenten und zielorientierten Gesundheitswesen.

Stögers Erwartungen für das Jahr 2025

Für 2025 erwartet Stöger für das österreichische Gesundheitswesen unter anderem: "ELGA wird so selbstverständlich genutzt wie heute die E-Card. In Lokalen wird nicht mehr geraucht. Im Jahr 2025 finden sich die Menschen im Gesundheitswesen zurecht. Wir werden wissen, wo der Best Point of Service für eine medizinische Maßnahme ist. Politiker, die Einschnitte im Gesundheitsbereich machen, werden abgewählt."

Insgesamt aber müssten Gesundheitsplanung, Finanzierung und Steuerung radikal aus der Patientenperspektive erfolgen. An der Spitze des Zuges der Gesundheitsreform müsse aber die Solidarität in der Gesellschaft als treibende Kraft bzw. Lokomotive stehen. Der Ressortchef mit einer Aufforderung an das Publikum der Alpbacher Gesundheitsgespräche: "Die Gesundheitsreform ist auf Schiene. Wir haben gemeinsam die Weichen gestellt. Steigen Sie ein in den Zug. Wir haben einigen Platz."

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