Geschwächt von

Fortschritte gegen IS

Verteidiger von Kobane haben Terrormiliz in Teilen der Stadt zurückgeschlagen

Jihadistische Kämpfer. © Bild: Abid Katib/Getty Images

Die Verteidiger von Kobane haben die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) nach eigenen Angaben in Teilen der nordsyrischen Stadt zurückgeschlagen. Im Westen Kobanes hätten sie drei kleine Orte unter Kontrolle der Extremisten eingenommen, sagte Kurdensprecher Idriss Nassan am Mittwoch. Auch das Pentagon sieht nach knapp drei Monaten Luftangriffen bedeutende Fortschritte im Kampf gegen den IS.

Wie der Kurdensprecher der Deutschen Presse-Agentur (dpa) weiters sagte, half Artilleriefeuer der Peschmerga aus dem Nordirak dabei, Nachschubwege des IS zu unterbrechen. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete, die Kurden seien im westlichen Teil Kobanes vorgerückt.

Ende vergangener Woche waren rund 150 Kämpfer aus dem Nordirak mit schweren Waffen in der Stadt eingetroffen, um die Verteidiger gegen den IS zu unterstützen. Auch die USA und ihre arabischen Verbündeten bombardieren immer wieder IS-Stellungen in Kobane. Die IS-Extremisten versuchen seit Wochen, die vor allem von Kurden bewohnte Stadt an der türkischen Grenze einzunehmen. Sie kontrollieren das Umland von Kobane und belagern die Stadt von drei Seiten. Die Einnahme der Stadt wäre für den IS vor allem symbolisch ein großer Erfolg.

Die in Großbritannien ansässigen syrischen Menschenrechtsbeobachter meldeten zudem Erfolge der Kurden rund 180 Kilometer östlich von Kobane. In der Nähe der Stadt Ras al-Ayn an der Grenze zur Türkei hätten sie sechs Dörfer unter IS-Herrschaft eingenommen.

Das US-Verteidigungsministerium sieht nach knapp drei Monaten Luftangriffen bedeutende Fortschritte im Kampf gegen die IS-Miliz. Die ständigen Bombardierungen hätten die Extremisten erheblich geschwächt. Zudem falle es dem IS zunehmend schwer, seinen Nachschub sicherzustellen, sagte Sprecher John Kirby am Dienstag. Dennoch liege noch ein weiter Weg vor den USA und ihren Verbündeten.

GB: Kampf gegen IS

Großbritannien schickt unterdessen laut einem Zeitungsbericht Offiziere nach Bagdad, um irakische Soldaten zur Bekämpfung des IS auszubilden. Die Offiziere sollten gemeinsam mit US-Soldaten die irakischen Streitkräfte beraten und trainieren, berichtete die "Times" am Mittwoch. Auch in die kurdischen Gebiete im Norden des Landes könnten demnach Ausbildner geschickt werden.

Der UNO-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, warnte zugleich, IS-Kämpfer marschierten auf die syrische Stadt Aleppo zu. Die Kämpfe zwischen syrischer Armee und Rebellen hier müssten eingestellt werden, um gegen den IS vorzugehen, sagte er dem US-Sender CNN.

Teile Aleppos stehen unter der Kontrolle gemäßigterer Regimegegner. Sie sind dort zuletzt unter starken Druck der Regierungstruppen geraten.

Die türkische Regierung hat sich unterdessen besorgt über die Lage in Aleppo gezeigt und befürchtet eine weitere Flüchtlingswelle aus dem Nachbarland. Der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte am Dienstagabend, sollte die zweitgrößte Stadt Syriens fallen, würde die Türkei mit einer "großen, sehr ernsten, besorgniserregenden Flüchtlingskrise" konfrontiert. Daher dringe Ankara auf eine Sicherheitszone. Rund 1,5 Millionen Syrer sind vor dem Bürgerkrieg bereits in das Nachbarland geflüchtet.

Österreich unterstützt die Versorgung von syrischen Flüchtlingen in Jordanien und im Libanon unter anderem mit Decken und Warengutscheinen, wie die Austrian Development Agency (ADA) am Mittwoch in einer Aussendung mitteilte. Die Ende September bereitgestellten weiteren 500.000 Euro aus dem Auslandskatastrophenfonds werden demnach über die Caritas Österreich und das Österreichische Rote Kreuz abgewickelt.

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