Fortschritt im Mordfall Djindjic: Weiterer Verdächtiger in Serbien festgenommen

Fünf Angeklagte sind aber noch auf der Flucht Ministerpräsident 2003 auf Weg ins Büro erschossen

Die serbische Polizei hat einen weiteren Verdächtigen im Fall des 2003 ermordeten serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic festgenommen. Die Sicherheitskräfte hätten den seit der Tat flüchtigen Aleksandar Simovic in der Hauptstadt Belgrad aufgegriffen. Simovic, Mitglied einer Verbrecherbande, muss sich bereits in Abwesenheit gemeinsam mit zwölf weiteren Verdächtigen wegen des Mordes vor Gericht verantworten. Fünf der Angeklagten sind noch auf der Flucht.

Der Prozess hat in Serbien einen äußerst hohen Stellenwert und wird dort oft als "Jahrhundert-Prozess" bezeichnet. Djindjic war am 12. März 2003 auf dem Weg in sein Büro von einem Heckenschützen getötet worden. Die Staatsanwaltschaft hält den Anführer der Verbrecherbande und den ehemaligen Kommandant einer Polizei-Sondereinheit für die Drahtzieher des Mordes. Djindjic hatte vor seiner Ermordung dem organisierten Verbrechen den Kampf angesagt. Er spielte außerdem eine entscheidende Rolle beim Sturz des ehemaligen serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic und dessen Auslieferung an das UNO-Tribunal in Den Haag. (apa)