Fortpflanzungsgesetz von

Adoptionsrecht für Homo-Paare?

Gesundheitsminister Stöger will weitreichende Reformen im Familienrecht. Plus Umfrage!

Fortpflanzungsgesetz - Adoptionsrecht für Homo-Paare? © Bild: APA/HOCHMUTH

Sollen auch homosexuelle und lesbische Paare in Zukunft Kinder adoptieren dürfen? Für Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) spricht nichts dagegen. "Wenn ein Mann allein ein Kind betreuen kann, warum sollen es zwei Männer nicht können?", sagte Stöger in einem Interview mit der "Presse". Der Minister kann sich weitreichende Reformen im Familienrecht vorstellen, um die Elternrolle von Homosexuellen zu stärken.

Stögers Vorstoß in der Debatte kommt nicht von ungefähr: Im Herbst entscheidet nämlich der Verfassungsgerichtshof über das Verbot der künstlichen Befruchtung für lesbische Paare und alleinstehende Frauen. Gesundheits- und Justizministerium haben nun eine Arbeitsgruppe für diese Thematik eingerichtet. Die Beratungen würden noch im Mai starten, sagte Stöger.

In der ÖVP sieht man bekanntermaßen keinen Bedarf für eine Änderung des Fortpflanzungsgesetzes. Die SPÖ hingegen hatte sich zuletzt erfreut darüber gezeigt, dass die Bioethikkommission sich in ihrer Stellungnahme an den VfGH für die Zulassung künstlicher Befruchtung für Homosexuelle ausgesprochen hatte.

"Homo-Paare sind reflektierter"
Justizministerin Karl sei "immerhin bereit" gewesen, die genannte Arbeitsgruppe einzurichten, meint Stöger nun. Er kann sich weitreichende Reformen im Familienrecht vorstellen, um die Elternrolle von Homosexuellen zu stärken. In Bezug auf Adoptionen durch homosexuelle Paare meint Stöger sogar, "dass gleichgeschlechtliche Paare in der Hinsicht reflektierter sind, weil sie sich in der Gesellschaft mehr mit dem Thema auseinandersetzen müssen". Natürlich müssten aber auch sie bestimmte Voraussetzungen wie heterosexuelle Paare erfüllen, so der Minister.

Umfrage:

Hintergrund
Im Fortpflanzungsmedizingesetz wurde anlässlich der Einführung der Eingetragenen Partnerschaft für homosexuelle Paare quasi sichergestellt, dass sich diese nicht per künstlicher Befruchtung Nachwuchs anschaffen: "Eine medizinisch unterstützte Fortpflanzung ist nur in einer Ehe oder Lebensgemeinschaft von Personen verschiedenen Geschlechts zulässig", heißt es dort.

Der OGH beantragte beim VfGH, dies als verfassungswidrig aufzuheben: Argumentiert wird mit mehreren Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Dieser betont u.a., dass das Recht "ein Kind zu bekommen und sich zur Erfüllung des Kinderwunsches die Errungenschaft der Fortpflanzungsmedizin zunutze zu machen" zu den geschützten Rechten in Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention (Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens) zählt. Die österreichische Bestimmung könnte eine mögliche Diskriminierung für gleichgeschlechtliche Paare sein, meint der OGH.

Kommentare

wow Ich finde das super, jeder sollte das Recht haben sich seine Wünsche zu erfüllen.
Außerdem bin ich total positiv überrascht das bei der Umfrage hier 94% für das Recht von Adoption sind!! Weiter so...


http://www.youtube.com/watch?v=u62OtM_vt5k

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