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Räikkönen-Rückkehr besiegelt?

Kimi soll bereits am Montag seinen Vertrag bei Ferrari unterschrieben haben

Formel 1-Pilot Kimi Räikkönen während seiner Zeit bei Ferrari © Bild: GEPA pictures/xpb.cc/Davenport

Die Rückkehr von Ex-Weltmeister Kimi Räikkönen zum Formel-1-Team Ferrari ist angeblich besiegelt. Der 33-jährige Finne habe am Montag kurz vor Mitternacht seinen Vertrag bei der Scuderia unterschrieben, berichtet die Internetplattform "Sport Bild online". Räikkönen soll bei Ferrari Felipe Massa ersetzen - und damit ab der kommenden Saison an der Seite von Superstar Fernando Alonso fahren.

Weder Ferrari noch Räikkönen haben die hartnäckigen Spekulationen bisher bestätigt. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo hat Massa aber für Mittwoch zu einem Gespräch gebeten. Der Brasilianer, der seit 2006 für die Italiener tätig ist, hat sich bereits auf einen Abschied von der Scuderia eingestellt. Sein Vertrag läuft wie jener von Räikkönen bei Lotus mit Saisonende aus.

Räikkönen machte 2009 Alonso Platz

Räikkönen war bereits von 2007 bis 2009 für Ferrari aktiv - und hatte in seinem ersten Jahr als Nachfolger von Michael Schumacher sogar auf Anhieb den WM-Titel geholt. Zwei Jahre später musste der "Iceman" aber sein Cockpit räumen, um für Alonso Platz zu machen. Versüßt wurde das dem Finnen mit einer Abfertigung in zweistelliger Millionenhöhe. "Die Vergangenheit ist für mich abgeschlossen", versicherte Räikkönen zuletzt in Monza.

Ferrari dürfte sich auf einen zweiten Toppiloten festgelegt haben, um auch in der Konstrukteurs-WM konkurrenzfähig zu sein. Teaminterne Reibereien zwischen Räikkönen und Alonso scheinen aber vorprogrammiert, war Letzterer doch zuletzt einen Domestiken wie Massa gewöhnt. "Ferrari hat Kimi gewählt, weil es sich nicht auf Alonso verlässt", urteilte die italienische Zeitung "Corriere della Sera" am Dienstag.

Alonso bei Ferrari nicht mehr unumstritten

Alonso hat das Team seit seinem Wechsel 2010 um sich herum geformt. Sein dritter WM-Titel nach 2005 und 2006 ist dem Spanier aber auch bei Ferrari bisher verwehrt geblieben. In der laufenden WM liegt der 32-Jährige bereits 53 Punkte hinter Serienweltmeister Sebastian Vettel im Red Bull. Zudem hat Alonsos Kritik an der Konkurrenzfähigkeit des Autos einigen bei Ferrari sauer aufgestoßen - allen voran Montezemolo.

Der Ferrari-Präsident hatte Alonso bereits im Sommer öffentlich zurechtgewiesen. Die Verpflichtung von Räikkönen könnte eine weitere Machtdemonstration sein. Für Alonso ist der Finne ein unangenehmerer Teamkollege als Massa. "Welche Entscheidung auch immer das Team trifft, sie wird für mich in Ordnung sein", versicherte der Spanier. "Wir werden weiter hart arbeiten, um Ferrari die bestmöglichen Ergebnisse zu bringen."

Zwei Nummer-eins-Fahrer könnten "schwierig werden"

Red-Bull-Teamchef Christian Horner reagierte überrascht auf den sich abzeichnenden Transfer-Coup. "Es ist ungewöhnlich für Ferrari, weil sie historisch eigentlich eine klare Struktur haben. Eine Nummer eins und eine klare Zwei", erinnerte der Engländer am Montagabend in Salzburg im Sender "ServusTV". Mit Alonso und Räikkönen hätte die Konkurrenz plötzlich zwei Nummer-eins-Fahrer. Horner: "Das kann schwierig werden."

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