Motorsport von

Formel 1: Hamilton fühlt
sich stark wie noch nie

Brite und Teamkollege Rosberg erneut große Favoriten auf den Weltmeistertitel

Lewis Hamilton auf der Strecke © Bild: Michael Regan/Getty Images

Vor dem Abflug zum Saisonstart der Formel-1-WM in Australien, wo kommenden Sonntag das neuerliche Titelduell beginnt, haben die beiden Mercedes-Piloten noch schnell Duftmarken gesetzt. Weltmeister Lewis Hamilton ließ fallen, dass er sich so stark fühle wie noch nie. Dafür kennt Nico Rosberg nach einem Besuch bei Bernie Ecclestone schon das Saison-Ergebnis und war damit sehr zufrieden.

Rosberg war im Vorjahr gleich elfmal aus der ersten Reihe gestartet, hatte aber nur fünf Rennen gewonnen. Hamilton hatte es nur sieben Mal in Reihe eins geschafft, aber gleich elf Siege gefeiert. Der Deutsche hatte das Titelduell zwar bis zum letzten Rennen offen gehalten, war beim Finale in Abu Dhabi aber wegen technischer Probleme gegen den 30-jährigen Engländer chancenlos gewesen.

Bei einem Besuch im Londoner Büro des Chefvermarkters habe ihm Ecclestone nun "verraten, wie diese Saison ausgeht", sagte Vize-Weltmeister Rosberg der "Bild am Sonntag". Er versicherte danach: "Mit dem Ergebnis bin ich ganz happy." Ecclestone hatte Hamilton zuvor als den "besseren Weltmeister" bezeichnet, weil er bekannter sei als Rosberg.

Stärker durch Trennung?

Hamilton wiederum diktierte vor seinem Abflug britischen Journalisten in die Notizblöcke, dass er mental stärker sei als jemals zuvor, weil er Privat- und Berufsleben nun deutlich trenne. Grund ist die - endgültige? - Trennung von Freundin Nicole Scherzinger, die beim Titelgewinn im vergangenen November noch dabei gewesen war. Vor WM-Beginn 2014 hatte man noch vielfach gemeint, der sehr in der Öffentlichkeit stehende Hamilton, der oft sein Herz auf der Zunge trägt, sei mental angreifbarer als Rosberg.

Hamilton und Scherzinger
© JUSTIN TALLIS/AFP/Getty Images Hamilton und Scherzinger gehen wieder einmal getrennte Wege.

Stattdessen erwies sich Hamilton auch im alsbald aufgeflammten Stallkrieg der beiden Mercedes-Piloten als widerstandsfähig. Auch oder speziell nach der Kollision in Belgien, nach der Mercedes unter dem österreichischen Teamchef Toto Wolff seine Fahrer erstmals an die Kandare nahm. Letztlich lief alles in die Richtung von Hamilton. "Es war, wie wenn alle Gestirne in einer Reihe stehen", erklärte der 30-Jährige. Er fühle sich aber in der Lage, auch ohne diesen "Blue Moon" alles im Griff zu haben.

Große Favoriten

Hamilton und der um ein halbes Jahr jüngere Rosberg sind aufgrund der anhaltenden Überlegenheit von Mercedes auch 2015 die großen Favoriten auf den Fahrertitel. "Es wird nicht leicht, eine noch bessere Saison abzuliefern. Denn von den Ergebnissen her war es das beste Jahr meiner Karriere", sagte Hamilton. "Das heißt aber nicht, dass ich nicht zulegen kann, und das ist auch mein Ziel."

Hamilton verhandelt nach der Trennung von seinem Management auch eigenhändig seinen per Saisonende auslaufenden Vertrag mit Mercedes. "Wir sind hoffentlich in der finalen Phase, haben aber auch keine übertriebene Eile", sagte der Brite. Offenbar ist vieles bereits auf Schiene. "Für die vorhersehbare Zukunft bin ich mit diesem Team auf jeden Fall verbunden."

Auch Berger sieht Silberpfeile vorne

Auch für Gerhard Berger ist Mercedes 2015 erneut der klare Favorit in der Formel-1-WM. Der ehemalige GP-Pilot und Team-Besitzer ist aber auch überzeugt, dass Rückkehrer Honda trotz der Anlaufprobleme bei McLaren mittelfristig mit Mercedes auf Augenhöhe agieren kann. "Mercedes ist wieder ganz klarer Favorit", ist Berger überzeugt. Der 55-jährige Österreicher glaubt, dass die schon 2014 so dominierenden Deutschen auch aktuell mindestens eine Sekunde Vorsprung auf den Rest des Feldes haben. "Und das", so Berger, "ist in der heutigen Formel 1 wahnsinnig viel".

Berger und Rosberg
© APA/EPA/David Ebener Auch Gerhard berger setzt auf Mercedes.

Dahinter sieht auch Berger die ebenfalls von Mercedes-Motoren beschleunigten Williams sowie Red Bull Racing und Ferrari. Wobei Williams und die Österreicher vielleicht einen Tick vor Ferrari seien. "Die sind aber fast gleichauf"

Probleme bei McLaren-Honda nicht überraschend

Die Probleme bei der neuen Paarung McLaren-Honda kommen für den 210-fachen GP-Starter Berger nicht überraschend. "Das Problem liegt ganz klar auf der Motorenseite", ist sich Berger sicher, dass die zurückgekehrten Japaner noch Zeit brauchen, bis ihr Antriebsstrang perfekt funktioniert. Der Tiroler hat zehn GP-Rennen gewonnen und dabei 1992 beim Saisonausklang in Adelaide auch den letzten Grand-Prix-Sieg für die Kombination McLaren-Honda herausgefahren, die sich soeben neu erfindet.

"Ich habe aber das Gefühl, dass sie sich etwas verschätzt haben", fürchtet Berger, dass man sich bei der neuen britisch-japanischen Vereinigung zu schnell zu viel erhofft hat. "Sie waren anfangs zuversichtlicher, als sie jetzt da stehen." Nun sei Lehrgeld zu zahlen. "Als Neuling muss man ihnen aber einfach Zeit geben."

Berger kennt Honda und die Herangehensweise der Japaner sehr gut. "Sie hatten immer einen großen Hunger nach Erfolg und leben den Motorsport, wenn auch eher von der Motorradseite her." Mittelfristig, davon ist Berger überzeugt, "sind sie die einzigen, die mit Mercedes auf ein gleiches Niveau kommen können". Berger meint damit explizit Honda, "denn McLaren selbst ist eh gut aufgestellt".

Schafft Lewis Hamilton die Titelverteidigung?

Wer wird Formel-1-Weltmeister 2015?

Ergebnisse anzeigen

Kommentare