Formel 1 von

"Großartig, dass er kommt"

Rosberg freut sich auf Hamilton. Aber der Druck wächst für den Deutschen.

Lewis Hamilton und Nico Rosberg sind bald Teamkollegen in der Formel 1. © Bild: Reuters/Hanai

Nach Rekordweltmeister Michael Schumacher bekommt Mercedes-Pilot Nico Rosberg in Lewis Hamilton den nächsten Formel-1-Superstar als Teamkollegen. Rosberg freut sich auf seinen Jugendfreund, mit dem er einst gemeinsam die Kart-Bahnen unsicher gemacht hatte. Rosberg hält sich im Werksteam für gleichberechtigt, doch Hamilton stellt auch eine Gefahr für seine eigene Zukunft dar.

Sollte Rosberg 2013 vom Briten vorgeführt werden, sinkt seine Aktie. Doch daran verschwendet der 27-Jährige noch keine Gedanken. Derzeit überwiegt die Freude, dass sein Kumpan zum Teamkollegen wird. Rosberg wirkt aufgekratzt, wenn er über den Wechsel spricht. "Es ist großartig, dass er kommt." Schon in der Jugend habe er zu Hamilton gesagt: "Wie cool wäre das denn, wenn wir einmal zusammen in einem Formel-1-Team fahren würden. Dass es jetzt plötzlich passiert, ist irgendwie unwirklich."

Der Traum geht kommendes Jahr in Erfüllung, wenn der langjährige McLaren-Schützling Hamilton zu den Silberpfeilen wechselt - als Nachfolger des scheidenden Schumacher, mit dem Rosberg ein professionelles, aber weit weniger herzliches Verhältnis nachgesagt wird. Zum Wechsel habe Rosberg Hamilton laut eigenen Angaben geraten. "Ich habe ihn aber nicht überreden müssen."

Gemeinsame Kart-Zeiten
Stattdessen gab es ehrliche Antworten auf die Fragen, die ihm Hamilton über den Rennstall gestellt hatte, für den er seit 2010 tätig ist. "Wir haben viel gelacht", sagte Rosberg. So, wie sie es mit 14 Jahren an der Kartbahn getan hatten, als sie sich sogar häufig ein Hotelzimmer geteilt hatten. Langsam dämmert es aber auch Rosberg. "Klar, die Formel 1 ist natürlich etwas anderes", sagte der Deutsche. "Das ist nicht Gokart-Fahren."

Hamilton könnte ihn bei Mercedes in Bedrängnis bringen. Der sechs Monate ältere Brite ist 2008 immerhin bereits in seinem zweiten Formel-1-Jahr Weltmeister geworden. 20 Grand-Prix-Siegen steht einer von Rosberg im April in China gegenüber. Der Sohn von Ex-Weltmeister Keke Rosberg hat in der Königsklasse noch nicht den Status eines Hamilton - auch wenn sich die Wege dorthin ähneln.

Eine alte Freundschaft
Rosberg war 2005 GP2-Meister, Hamilton 2006. Verstanden hat sich das Duo schon immer. Hamilton aber ist mittlerweile ein Superstar, gilt als kompromisslos und manchmal auch launisch. Bei Mercedes dürfte er von Beginn an klare Ansprüche formulieren, schließlich soll er das deutsche Werksteam aus dem grauen Mittelfeld führen. Mercedes griff für den Transfer tief in die Tasche, einen Nummer-1-Status dementierte der Rennstall dennoch heftig.

Schon bei Schumacher war wegen dessen wichtiger Außenwirkung über eine Bevorzugung spekuliert worden - obwohl Rosberg die besseren Ergebnisse nach Hause brachte. Der 27-Jährige gab sich zuversichtlich, weiterhin zumindest gleich behandelt zu werden. Auf ein enges Duell mit seinem "Spezi" muss er sich aber einstellen. Rosberg: "Das wird hart, klar." Auf der Rennstrecke gibt es irgendwann auch keine Freundschaften mehr.

Kommentare

immerhin ist Schumacher bald Geschichte;

Seite 1 von 1