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Formel 1: Ecclestone glaubt
nicht an Red-Bull-Ausstieg

"Kenne Herrn Mateschitz gut" - Österreich-GP trotz Rückzugsdiskussionen gesichert

Red Bull in Spielberg © Bild: GEPA pictures/ Christian Walgram

Bernie Ecclestone glaubt nicht an einen drohenden Formel-1-Ausstieg von Red Bull. Der britische Chefvermarkter der Königsklasse ist am Wochenende im Rahmen des Grand Prix von Österreich mit Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz zusammengetroffen. Dieser hatte wegen der Nicht-Verfügbarkeit eines konkurrenzfähigen Motors zuletzt einen möglichen Rückzug in den Raum gestellt.

"Ich kenne Herrn Mateschitz gut. Die Chance, dass er sich zurückzieht, wäre größer, wenn er am Gewinnen ist, als wenn er am Verlieren ist", meinte Ecclestone in Spielberg gegenüber Journalisten. Nach vier WM-Titeln in Serie von 2010 bis 2013 fährt Red Bull in dieser Saison mit unterlegenen Renault-Motoren hinterher. Ecclestone: "Sie sind enttäuscht, oder? Sie sagen aber, dass es nicht ihre Schuld ist, dass die Performance so ist, wie sie ist."

Mateschitz sei deswegen ein bisschen frustriert, das könne er nachvollziehen. "Er hat viel Geld investiert, macht einen guten Job und ist fantastisch für die Formel 1 gewesen", erklärte Ecclestone. Mateschitz sei länger in der Königsklasse, als viele Leute realisieren. "Und er hat sie immer unterstützt." Schon vor dem Erwerb seiner Teams 2004 und 2005 war Red Bull als Teilhaber und Hauptsponsor bei Sauber in der Formel 1 engagiert.

Dietrich Mateschitz
© APA/Erwin Scheriau Dietrich Mateschitz bleibt der Formel 1 erhalten, glaubt Ecclestone

Angesprochen auf die von Mateschitz geäußerten Rückzugsdrohungen, sollte sich bei Renault und in der Formel 1 generell nicht demnächst etwas ändern, sagte Ecclestone: "Ich glaube es nicht." Er halte den österreichischen Milliardär für einen sehr intelligenten Mann. "Er weiß, was er sagt, und was die Auswirkungen davon sind." Nämlich Druck auf diejenigen aufzubauen, die über das künftige Regulativ der Formel 1 entscheiden - und auf den Motorenpartner.

Keine Alternative zu Renault

Red Bulls Vertrag mit Renault läuft bis Ende 2016. Für die kommende Saison gibt es derzeit nicht wirklich eine Alternative. Dementsprechend müssen die Franzosen ihre Probleme in den Griff bekommen. "Ich denke, dass Renault das verstanden hat", meinte Ecclestone. "Es geht aber nicht darum, wieviel Geld man hat." Mateschitz hatte vom Automobilhersteller nämlich auch einen höheren Mitteleinsatz gefordert.

Der WM-Lauf in Spielberg ist von den Diskussionen jedenfalls nicht betroffen. Ecclestone (84) und Mateschitz (71) haben sich bei der Rückkehr der Königsklasse auf einen Siebenjahresvertrag geeinigt. Das Rennen auf dem Red Bull Ring ist damit weiter bis 2020 gesichert. Daran ändere sich trotz eines möglichen Rückzugs seiner Teams nichts, betonte Mateschitz am Samstag in den "Salzburger Nachrichten". "Der Grand Prix von Österreich bleibt davon unberührt."

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