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Alle Szenarien beim WM-Showdown

Rang vier reicht für Sebastian Vettel auf jeden Fall zum Weltmeistertitel

Fotomontage von Sebastian Vettel und Fernando Alonso © Bild: GEPA pictures/Kern/Bloder

Sebastian Vettel reicht beim Formel-1-WM-Finale am Sonntag in Brasilien bereits Rang vier, um neuerlich den WM-Titel zu holen. Selbst ein Sieg von Fernando Alonso würde dem Spanier in diesem Fall nicht mehr reichen. Dann wären zwar beide punktegleich, Vettel würde aber aufgrund der höheren Anzahl an Siegen den WM-Hattrick perfekt machen.

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Alonso kann den Deutschen daher nur noch abfangen, wenn er 14 Punkte mehr holt. Das heißt: Er muss mindestens unter die ersten Drei kommen - und dann hängt immer noch alles von Vettels Ergebnis ab.

Vettel schafft den WM-Hattrick in Brasilien, wenn ...

  • ... er gewinnt
  • ... er generell vor Alonso ins Ziel kommt
  • ... er mindestens Vierter wird
  • ... er Siebenter wird und Alonso höchstens Zweiter
  • ... er Neunter wird und Alonso maximal Dritter
  • ... er Zehnter wird und Alonso höchstens Vierter

Alonso wird in Brasilien Weltmeister, wenn ...

  • ... er gewinnt und Vettel höchstens Fünfter wird.
  • ... er Zweiter wird und Vettel maximal Achter.
  • ... er Dritter wird und Vettel höchstens Zehnter.

"Volle Kraft voraus", befahl Vettel jedenfalls zum Start in die entscheidende Woche. Das 13-Punkte-Polster nach Platz zwei in den USA hinter Lewis Hamilton ist für 25-Jährigen auch wegen der neuerlichen Sorgen um die anfällige Lichtmaschine seines Red Bull kein Ruhekissen. "Es kann alles passieren", warnte Vettel. Spätestens seit Austin weiß er, dass Ferrari im Kampf um die Krone zu fast allem bereit ist. Das zeigte die von der Scuderia provozierte Strafe für Alonsos Teamkollegen Felipe Massa, um den Spanier am Start nach vorn zu bringen. "Ich bin stolz auf diese Entscheidung", beteuerte Alonso.

Vorteil für Vettel
Der Vorteil aber bleibt bei Vettel, dem in Interlagos schon ein vierter Platz zum dritten Triumph in Serie genügt. "Ich denke, man sollte auf Sebastian wetten", sagte Chefvermarkter Bernie Ecclestone und fügte hinzu: "Sebastian verdient den Titel vielleicht etwas mehr. Er hat eben bis jetzt mehr Punkte geholt." Vor dem Motorhome rief der 82-Jährige dann noch Red-Bull-Designguru Adrian Newey zu: "In Brasilien gibt es keine Ausreden."

Auch die internationalen Beobachter setzen weiter auf den Titelverteidiger. "Vettel steht kurz vor der Krönung", urteilte "Le Figaro". "Er hat eine Hand im Handschuh am Titel", schrieb die "Daily Mail".

Alonso "ist ein Felsen"
Alonso aber ist ein Gegner der Extraklasse, der sich einfach nicht abschütteln lässt. "In Fernando Alonsos Charakter ragt über alles diese Tugend heraus: Er ist ein Felsen und gibt nie auf", schwärmte die spanische Zeitung "ABC". Nach der kontrollierten Fahrt von Startplatz sieben auf Rang drei in Austin ging der Asturier sofort wieder zum verbalen Angriff über. "Auf dem Papier liegt unsere Chance vielleicht nur bei 25 Prozent. Aber tief in mir spüre ich, dass es viel mehr ist", verkündete der 31-Jährige.

Bis tief in die Grauzone hatte Ferrari das Reglement zuvor ausgereizt, als mutwillig ein Siegel am Getriebe des treuen Massa gebrochen wurde und der Brasilianer so am Start hinter Alonso rücken musste. "Ferraris Trick hätte jeder angewandt, wenn ein WM-Titel auf dem Spiel steht", erteilte die "Gazzetta dello Sport" der Scuderia Absolution. Vettels Lehre aus dem Trick, den Ferrari bemerkenswert offen und ohne schlechtes Gewissen einräumte: "Was die anderen machen, liegt nicht in unseren Händen. Wir müssen uns auf jeden einzelnen Schritt konzentrieren."

Restzweifel sind in der Tat angebracht. In einer Saison mit reichlich irren Wendungen ist eine letzte Pointe zu Vettels Ungunsten keineswegs ausgeschlossen. "Ich habe das ganze Jahr gesagt, es wird bis Brasilien offen bleiben. Leider hatte ich recht", sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner etwas unsicher.

Erinnerungen an 2010
Zuversicht kann Alonso auch aus der Erfahrung des WM-Finales 2010 ziehen. Damals war er es, der sogar mit 15 Punkten Vorsprung auf Vettel ins Finale zog - und doch noch verlor. "Wir sind lang genug dabei, um zu wissen, wie schnell sich die Dinge ändern können", mahnte Vettel vor dem finalen Kraftakt.

Kommentare

Ich glaube, da wird Jemand eine Startkollision auf jeden Fall verhindern wollen....

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