"Formel Austria" bejubelte Top-Plätze im
'Chaos-GP': Wurz zeigt Nerven und Routine

"Wollte mir Webber holen, es war verdammt knapp" Red Bull Racing Team fuhr auf Plätze drei und fünf

Fernando Alonso Sieger vor Felipe Massa, aber auf den Plätzen drei bis fünf hat nach dem Formel-1-Grand-Prix von Europa auf dem Nürburgring die "Formel Austria" gejubelt. Allen voran der Australier Mark Webber, der 0,2 Sek. vor Alexander Wurz als dritter den zweiten Podestplatz überhaupt für Red Bull Racing holte. Der nur von Platz 20 gestartete David Coulthard rundete als Fünfter das bisher beste Team-Ergebnis für das austro-englische Team ab.

Wurz holte auf dem Nürburgring, wo er früher zwei Jahre lang gelebt hat, als Vierter seinen nächsten Spitzenplatz in der Weltmeisterschaft 2007. Während der 33-jährige Österreicher in den teaminternen Qualifikations-Duellen gegen den als Supertalent geltenden Deutschen Nico Rosberg mit 1:9 zurückliegt, ist der Niederösterreicher in den Rennen nach wie vor der Mann für die "big points".

Wurz hat nicht nur in Kanada für den bisher einzigen Saison-Podestplatz des Traditions-Rennstalls gesorgt, er liegt nach zehn WM-Läufen mit 13 Zählern auf Platz neun. Rosberg ist hingegen mit fünf Zählern lediglich WM-13. So gesehen ist Wurz die wahre Nummer eins im Williams-Team.

Knapp am Podest vorbei
Auf dem Nürburgring wäre sich für den zweifachen Familienvater sogar fast noch der nächste Podestplatz ausgegangen. Mit Nerven, Routine und Glück etablierte er sich gleich nach der chaotischen Startphase in den Top-Sechs und bei erneut einsetzendem Regen setzte er im Finish Webber derart unter Druck, dass sich der routinierte Australier verbremste. Letztlich trennten die beiden nur zwei Zehntel .

"Ich wollte ihn mir noch holen, es war verdammt knapp", sagte Wurz. "Aber egal, der vierte Platz, das sind gute Punkte für das Team, ich muss happy sein", gab sich der Österreicher wie immer cool. "Webber ist ein bisserl nervös geworden, als ich auf ihn Druck gemacht habe. Ich bin im Regen besser als er. Wenn du am letzten Drücker fährst, musst auch Glück haben", betonte Wurz und fügte nach der Gratulation an Webber scherzend hinzu: "Ich musste es genießen, dass er Angst hatte. Das musste ich ihm noch 'rüberreiben'."

Bei Red Bull Racing bejubelte man vor den Augen des eingeladenen Kult-Regisseurs Quentin Tarantino das beste Team-Ergebnis seit Bestehen des aus Jaguar hervorgegangenen, jungen Teams. Bis Sonntag hatte lediglich Coulthard 2006 mit Platz drei in Monaco für ein derartiges Erfolgserlebnis gesorgt. Für Webber selbst war es ebenfalls der erst zweite Karriere-Podestplatz. "Ein ganz spezieller Tag für uns", sagte Webber und Teamchef Christian Horner ergänzte: "Das war heute perfektes Teamwork!"

Kein Jubel bei Berger
Nur eine Österreich-Fraktion jubelte nicht, nämliche jene von Gerhard Berger. Seine beiden Toro-Rosso-Autos schieden schon im Anfangschaos aus, dementsprechend kurz hielt sich die Presseabteilung: "Nichts zu sagen heute", hieß es lapidar.

(apa/red)