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Hat Red Bull eine Wunderwaffe?

Horner: Überlegenheit in Suzuka ist mehr als nur ein aerodynamischer Trick.

Sebastian Vettel in seinem Red-Bull-Formel-1-Boliden © Bild: GEPA picturesXPB/Charniaux

Beim Formel-1-Grand-Prix von Japan strahlte Red Bull alte Überlegenheit aus. Dies habe aber nicht nur an einem aerdynamischen Trick gelegen, versicherte Teamchef Christian Horner. "Wie bei allen diesen Dingen gibt es nie eine Wunderwaffe", betonte Horner. "Es ist sehr schwierig, die Leistung des Autos nur auf diesen Heckflügel zu reduzieren. Wir haben uns in allen Bereichen verbessert. Die wichtigste Arbeit liegt in den Details." Das doppelte Drag Reduction System (DRS) macht den RB8 vor allem auf der Geraden schneller. "Diese paar km/h machen unseren Aufwärtstrend aber noch nicht aus", bremst Horner die Spekulationen.

Die neue Dominanz, die an jene aus dem Vorjahr erinnert, kam zeitgleich mit einer neuen Frontpartie und vor allem einem neuen Heckflügel, der ein sogenanntes Doppel-DRS ermöglicht - nur Zufall? In Suzuka hatten Vettel und sein Teamkollege Mark Webber erstmals in dieser Saison gemeinsam die erste Startreihe besetzt. Während Webber nach einer Startkollision noch Rang neun rettete, dominierte Titelverteidiger Vettel das Rennen nach Belieben. Der Deutsche schien weit weg von seinem Limit, kam dennoch mehr als 20 Sekunden vor dem zweitplatzierten Ferrari-Piloten Felipe Massa ins Ziel.

Vettel durfte sein DRS im Rennen praktisch nicht verwenden, ist dieses doch eigentlich als Überholhilfe konzipiert. Besonders viel bringt das System allerdings im Qualifying. "Das Qualifying war zuletzt ein bisschen unsere Schwachstelle. In den letzten Rennen scheint es aber wieder besser gelaufen zu sein", sagte Vettel, ohne speziell auf die Gründe dafür einzugehen. "Wir haben uns in den letzten Rennen verbessert."

Gewaltige Red-Bull-Ressourcen
Die immer neuen technischen Tricks seiner Ingenieure verdanken die Bullen auch ihren großen Ressourcen. Seit dem Austritt der beiden Red-Bull-Teams aus der Teamvereinigung (FOTA) bezweifelt die Konkurrenz die Absicht, sich in Zukunft an das Ressourcen-Restriktions-Abkommen (RRA) zu halten. Das RRA tritt frühestens 2014 in seiner endgültigen Form in Kraft, es gibt aber von allen Teams Absichtserklärungen zum Sparen.

Laut "motorsport-total.com" hat Red Bull seinen Personalstand im Formel-1-Bereich von 2010 auf 2011 aber sogar erhöht. Statt 646 seien im Vorjahr 657 Mitarbeiter für Red Bull Racing und die ausgegliederte Entwicklungsabteilung Red Bull Technology tätig gewesen, berichtete das Fachportal am Montag unter Berufung auf die britische Handelskammer. Der Umsatz stieg demnach um 13,9 Prozent auf 176,8 Mio. Pfund (220,1 Mio. Euro).

Der Anstieg sei "klipp und klar mit anderen Aktivitäten innerhalb der Firma" zu begründen, betonte Horner. Es gebe Kostentreiber außerhalb des RRA. Zum Etat von Red Bull Racing habe der Mutterkonzern, die in Fuschl angesiedelte Red Bull GmbH, 2011 sogar weniger zugesteuert als noch im ersten Weltmeisterjahr 2010, berichtete "motorsport-total.com" - 84,5 Mio. Pfund (105,2 Mio. Euro) gegenüber 90,634 Mio. Pfund (112,8 Mio. Euro) im Jahr davor.

Kommentare

Fakt ist, irgendetwas haben Sie wieder gefunden, um das Auto besser als die der Konkurrenz zu machen. Traurig nur das durch solche technischen Tricks, immer mehr die WM entschieden wird. Längst ist der Fahrer nicht mehr das entscheidende Detail, daher ist der Begriff der Fahrer WM eigentlich auch nicht mehr richtig. Ich würde mich ein ähnliches Szenario wünschen wie in der GP2 zB. dann schauen wir

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