Formel 1 Weltmeisterschaft von

Webber neue Nummer 1

Jetzt will Red Bull mit dem australischen Piloten auch den Vize-Weltmeistertitel holen

Formel 1 Weltmeisterschaft - Webber neue Nummer 1 © Bild: Reuters/Hanai

Mark Webber darf sich bei Red Bull über eine ungwohnte Rolle freuen: Er ist ab sofort de facto die Nummer 1 im Team. "Jetzt liegt die Priorität darauf, Mark in der Weltmeisterschaft auf Platz zwei zu bekommen", schickt Teamchef Christian Horner die nächste Kampfansage in Richtung Konkurrenz. Der Fahrer- und Konstrukteurstitel ist bereits fixiert, aber die "Bullen" haben noch nicht genug.

Vor allem der Konstrukteurstitel ist für Red Bull viel wert. Etwa 60 Millionen Euro nämlich, die aus dem Vermarktungstopf ausgezahlt werden und einen ordentlichen Teil des Jahresbudgets des Teams ausgleichen. Dazu kommt das Prestige, den großen Teams wie Ferrari, McLaren und Mercedes zum bereits zweiten Mal in Folge die Team-Trophäe weggeschnappt zu haben. Obwohl, wie Vettel schon mehrmals erwähnt hatte, das Auto heuer nicht so dominant war wie der RB6 im Vorjahr.

Erst sechs Teams (Brabham, McLaren, Williams, Ferrari, Renault, Red Bull) haben beide Titel erfolgreich verteidigt. "Nicht schlecht für einen Getränkehersteller", stellte Teamchef Christian Horner in Südkorea zum wiederholten Male fest und ergänzte: "Das ist ein ganz besonderer Tag für Dietrich Mateschitz seit er die Vision hatte, vor sieben Jahren das Jaguar-Team zu kaufen."

Überschattet von Indy-Car-Crash
Der Red-Bull-Chef hatte an diesem Sonntag erneut Grund zur Freude. Schon bevor seine Formel-1-Renner in Südkorea zum neuerlichen Triumph fuhren, hatte der ebenfalls von Red Bull unterstützte Casey Stoner in Australien den MotoGP-Titel sichergestellt. In Yeongam komplettierten dann die beiden Toro Rossos mit beiden Autos in den Punkterängen einen großen Motorsport-Tag, über den erst später durch den tödlichen Unfall von Indy-Pilot Dan Wheldon in Las Vegas Schatten geworfen wurden.

Für Vettels zehnten Saison-Sieg hatten die heuer noch ungeschlagen Qualifikations-Könige sogar die Samstags-Pole und damit eine große Serie "geopfert". Der bei 12 Saison-Poles haltende Vettel hat aber immer noch die Bestmarke von Nigel Mansell (14) sowie Michael Schumachers Rekord von 13 Saisonsiegen in Reichweite.

Jetzt soll Webber auf Platz 2
Ob dem Team nach dem "Doppel-Doppel" auch der angepeilte "Hattrick" gelingt, nämlich nach dem Fahrer- und Konstrukteurstitel auch Platz zwei in der Fahrer-Weltmeisterschaft zu holen, ist offen. Der viertplatzierte Webber hat drei Rennen vor Schluss 13 Punkte Rückstand auf den zweitplatzierten McLaren-Fahrer Jenson Button, der Australier hat aber selbst seit August 2010 nicht mehr gewonnen.

Gleichzeitig liegt bei RBR der Fokus längst auch auf der Saison 2012. Nur Ferrari, McLaren und Williams haben drei Mal in Folge den Konstrukteurspokal geholt, deshalb war Star-Designer Adrian Newey in Südkorea schon gar nicht mehr an der Rennstrecke, sondern zu Hause in England, um am RB8 zu arbeiten. Die restlichen Rennen sind die besten Testmöglichkeiten, die es für 2012 gibt. "Wir sind nicht so dumm oder arrogant zu glauben, dass das jetzt etwas Normales ist. Unsere Konkurrenten werden über den Winter alles versuchen, um uns zu überholen", warnte Horner.

Die Feiern beginnen
Gefeiert wird nun aber doch schon in dieser Woche, bevor es zur GP-Premiere nach Indien geht. Am Mittwoch ist die Betriebsfeier in der Red-Bull-Rennfabrik im englischen Milton Keynes angesetzt. Am Samstag kommt Vettel dann samt Auto in seine Heimatstadt Heppenheim. Der Siegeshunger des längst in der Schweiz lebenden Deutschen ist auch nach dem 20. Karriere-Sieg (gleich viel wie Mika Häkkinen) noch lange nicht gestillt. "Man hat vielleicht erwartet, dass wir es jetzt lockerer angehen. Aber wir sind nach wie vor hier, um zu gewinnen", erklärte der 24-Jährige.