Formel-1-Weltmeisterschaft von

Kimi Räikkönen ist zurück

"Iceman" gibt F1-Comeback im Lotus: "Habe keine Ahnung, wo wir stehen"

Formel-1-Weltmeisterschaft - Kimi Räikkönen ist zurück © Bild: Reuters

Er lehnte so tief unter dem Rednerpult, er war kaum mehr zu sehen. Wirklich interessiert war Kimi Räikkönen auch nicht an den Fragen, die er vor seiner Rückkehr in die Formel 1 zu beantworten hatte. Der Finne hat sich in den zwei Jahren seiner Auszeit von der Königsklasse nicht verändert. Nach starken Testleistungen zählt der Weltmeister von 2007 bei seinem Comeback in Melbourne zu den aussichtsreichen Außenseitern.

Seit seinem F1-Abschied Ende 2009 war Räikkönen hauptsächlich in der Rallye-WM und vereinzelt NASCAR gefahren. Mit der Formel 1 hat er sich nicht beschäftigt. "Ich habe andere Dinge zu tun gehabt, als mir die Rennen anzuschauen", versicherte der 32-Jährige. Verändert habe sich ohnehin wenig, selbst mit den für ihn neuen Überholhilfen habe er keine Probleme. Räikkönen: "DRS ist auch nur ein Knopf, das ändert nicht sehr viel am Fahrverhalten."

"Jedes Team ist verschieden"
Der "Iceman" brillierte einmal mehr mit ebenso phlegmatischen wie entwaffnend kurzen Antworten auf kompliziert gestellte Fragen. Taten auf der Strecke hat er schon immer Worten vorgezogen. Schon in der Saison seines WM-Titels 2007 für Ferrari hatte Räikkönen in Melbourne sein erstes Rennen für einen neuen Arbeitgeber gewonnen. Damit könne man die aktuelle Situation beim Renault-Nachfolger Lotus aber nicht vergleichen. "Jedes Team ist verschieden."

In den Testfahrten hatte Lotus mit Bestzeiten überrascht. Mit dem Franzosen Romain Grosjean überzeugte auch deren zweiter Formel-1-Rückkehrer. "Ich habe keine Ahnung, wo wir stehen", gestand Räikkönen. Das werde man frühestens im ersten Qualifying am Samstag abschätzen können. "Ich hoffe, dass wir vorne dabei sind. Aber garantieren kann ich das nicht."

"Ich bin immer Rennen gefahren"
Im Vorjahr war Renault in den ersten beiden Saisonrennen durch Witali Petrow und Nick Heidfeld auf dem Podest gestanden. Räikkönen machte unterdessen mit Ausflügen in Gorilla-Kostümen und einer angebrochenen Hand bei einem Snowmobile-Rennen in Saalbach-Hinterglemm Schlagzeilen. "Das hier ist nicht meine zweite Karriere", betonte der Ex-Weltmeister. "Ich bin immer Rennen gefahren."

Bei Ferrari war Ende 2009 kein Platz mehr für ihn, über seine Motivation für eine Rückkehr in die Königsklasse darf höchstens spekuliert werden. Der Lebemann ließ sich auch nicht entlocken, für welchen Fahrer er als Kind geschwärmt hatte. Während die anderen Weltmeister brav ihre Idole nannten, sagte Räikkönen: "Da war nicht ein einziger Mann, zu dem ich wirklich aufgeschaut habe." Nur eines von vielen Dingen, die den "Iceman" kalt lassen.