Sag zum Abschied leise... von

Vettel wird Webber vermissen

Teamkollege hört auf - "Haben uns beide sehr hart gepusht. Das wird mir fehlen."

Mark Webber und Sebastian Vettel © Bild: Getty/AFP/Gandolfini

Ihre Beziehung war nie die harmonischste. Dennoch wird Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel seinen langjährigen Stallrivalen Mark Webber vermissen. "Man kann über unser Verhältnis denken, was man will, aber letzten Endes haben wir uns beide sehr hart gepusht. Das wird mir fehlen", erklärte Vettel in einem Interview mit der am Dienstag erscheinenden "Sportwoche".

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Webber kehrt der Königsklasse Ende des Jahres den Rücken, sein Nachfolger als Vettel-Kollege bei Red Bull ist dessen 24-jähriger australischer Landsmann Daniel Ricciardo. "Mark hat immer zwei, drei Ecken gehabt, wo ich mir die Zähne ausgebissen habe", erinnerte Vettel an Webbers fahrerische Qualitäten in bestimmten Passagen. "Da versucht man dahinterzukommen, und da hat er mich genug beschäftigt."

Seit Vettel 2009 zu Red Bull Racing hochgezogen wurde, hat der dreifache Weltmeister nie einen anderen Teamkollegen gehabt. Eine Stallkollision 2010 in Istanbul, Webbers Beschwerden über seinen Nummer-zwei-Status und eine von Vettel missachtete Teamorder in diesem Jahr in Malaysia waren die Höhepunkte einer stark ausgeprägten Rivalität. "Auch wenn das von außen anders wahrgenommen wird, aber er war wichtig, damit ich immer hungrig blieb", sagte Vettel über Webber.

Mit Leuten, die sehr direkt sind, habe er grundsätzlich kein Problem. "Ich mag die 'graden Michl', wie ihr in Österreich sagt", betonte der 26-jährige Deutsche. Vettel erhält laut eigenen Angaben etwa auch als dreifacher Weltmeister noch Anrufe von Red Bulls steirischem Motorsportchef Helmut Marko. "Er sagt auch heute noch ohne Scheu, wenn ich einen Fehler mache: Das war nix!", verriet Vettel.

Diese bei anderen Piloten gefürchteten Anrufe von Marko habe es bereits in den Anfängen der Karriere im Red-Bull-Nachwuchsprogramm gegeben. "Er hat mir damals schon deutlich gesagt, wenn was nicht gut gelaufen ist", berichtete Vettel. "Ich habe das auch mitbekommen bei anderen, die sich all diese Kritik sehr zu Herzen genommen haben." Er selbst blicke aber immer nach vorne. Vettel: "Wenn ich das Qualifying verbocke, kann ich ja trotzdem ein gutes Rennen fahren."

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